Von News.de-Redakteurin Katharina Peter
Eine Scheibe Brot, ein Teller Nudeln, ein Stück Kuchen – all das kann für einen Zöliakie-Betroffenen schnell zur Qual werden. Denn in den meist auf Weizenmehl basierenden Lebensmitteln steckt das Klebereiweiß Gluten, das starke Bauchschmerzen auslöst.
Die chronische Krankheit, die hinter der Glutenunverträglichkeit steckt, nennt sich Zöliakie oder auch einheimische Sprue. Es handelt sich dabei nicht um eine Allergie. Betroffene müssen eine strikte glutenfreie Diät halten. Eine medikamentöse Behandlung gibt es noch nicht. Auch eine Heilung wurde noch nicht gefunden.
Grund für die Schmerzen ist eine krankhafte Abflachung der Dünndarmschleimhaut. Dies passiert, weil das Gluten, das in vielen Lebensmitteln, besonders aber in Weizen, Roggen, Gerste, Hafer und Dinkel steckt, immer wieder eine Entzündung auslöst, die die Schleimhaut langsam verkümmern lässt. Ist die Schleimhaut im Dünndarm erst einmal abgeflacht können auch andere Nährstoffe, wie etwa Eisen oder Zink, gar nicht mehr oder sehr schwer aufgenommen werden, erklärt Sofia Beisel von der Deutschen Zöliakie Gesellschaft (DZG www.dzg-online.de). Schwerwiegende Mangelerscheinungen sind die Folge.
Gluten ist bei Backwaren ein wichtiger Bestandteil, weil es für die Elastizität des Brotes oder Kuchens sorgt. Aber es geht auch ohne. «Es gibt Austauschprodukte, die aus Mais, Kastanien, Buchweizen oder etwa Hirse hergestellt werden», so Beisel. Auch habe sich die Lebensmittelindustrie inzwischen auf die Krankheit eingestellt.
Es gibt immer mehr glutenfreie Produkte in Reformhäusern und Bioläden, aber auch in großen Supermärkten. Sie sind gekennzeichnet mit dem Symbol einer durchgestrichenen Ähre. Wer ganz sicher gehen will, das keinerlei Gluten in den Lebensmitteln vorhanden ist, der kauft nur noch unbehandelte Zutaten und fängt an, alles frisch selbst zu kochen und Brot zu backen.
Der Wandel auf dem Lebensmittelmarkt war dringend nötig. Denn Zöliakie kommt wesentlich häufiger vor als bisher gedacht. Es wird angenommen, dass etwa einer von hundert Menschen an der Krankheit leidet. Inzwischen wird die Diagnose, die über eine Magenspiegelung und einen Bluttest durchgeführt wird, schneller und sicherer gestellt. Obwohl die Krankheit bereits im Säuglingsalter vorliegt, erfolgt die Diagnose häufig erst sehr spät, weil Symptome, wie Blähungen, Bauchschmerzen, Übelkeit und Durchfall nicht eindeutig zugeordnet werden.
Wer an Zöliakie leidet, muss meist mit Begleiterscheinungen und weiteren Erkrankungen kämpfen. Denn viele Nährstoffe können bei fortgeschrittenem Krankheitsbild gar nicht mehr aufgenommen werden. Schlechte Zähne, Diabetes sowie Darmkrebs treten bei Zöliakie häufiger auf. Einziger kleiner Lichtblick: Bei Zöliakie-Betroffenen kommt Brustkrebs seltener vor. «Doch der Unterschied ist so gering, dass man damit nicht hausieren gehen kann», räumt Beisel ein.
Zöliakie belastet nicht nur die Gesundheit. Die dringend nötige Umstellung in der Ernährung, schlägt sich auch schnell im Portemonnaie nieder. «So zahlt man für normale Spaghetti etwa 60 Cent und für die glutenfreie Variante gleich vier Euro», rechnet Beisel vor. Die Kosten sind enorm. Zwar gibt es keinen Zuschuss der Krankenkassen, aber immerhin erhalten Hartz-IV-Empfänger eine Finanzspritze von 70 Euro, wenn sie sich glutenfrei ernähren müssen.
Beisel rät davon ab bei Verdacht auf Glutenunverträglichkeit einfach mal eine Diät auszuprobieren. «Man sollte eine sichere Diagnose haben», sagt sie. Denn hält man sich bei Gluten zurück, könnten die Ergebnisse eines späteren Tests verfälscht werden.
Wenn die Krankheit schon sehr früh im Kindesalter erkannt wird und eine lebenslange glutenfreie Ernährung folgt, kann die krankhafte Abflachung der Dünndarmschleimhaut aufgehalten und somit das Risiko für Folgekrankheiten eingeschränkt werden. Deshalb müssten gerade Kinderärzte für diese Krankheit sensibilisiert werden, so das Anliegen der DGZ. Hinweise für eine mögliche Zöliakie sei bei Kindern neben häufigen Bauchschmerzen eine Wachstumsverzögerung.
leider gibt es noch in viel mehr Lebensmittel Gluten...das sollte man auch erwähnen, z.b. in aromatisierten Tee, zudem kann man fertige Lebensmittel komplett vergessen, da Gluten oft als Bindemittel eingesetzt wird. Zudem ist es noch in Joghurtmischungen, Käse in Scheiben etc.,Wurst, Schockolade und Gummibärchen enthalten. d
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