Von News.de-Redakteurin Katharina Peter
Kein Fleisch, kein Fisch, keine Eier, keine Milchprodukte und Honig auch nicht. Veganer verbannen alle tierischen Produkte aus ihrem Speiseplan. Zwar drohen Mangelerscheinungen. Richtig gemacht, ist Veganismus aber ein wahrer Gesundbrunnen.
Gründe für die extreme Form der vegetarischen Ernährung sind moralische und politische Wertvorstellungen, die jegliche Ausbeutung von Tieren ablehnen. So trägt ein strenger Veganer keine Lederschuhe, hält sich von Wollpullis fern, zündet keine Bienenwachskerzen an und verzichtet wegen der Gelantine auf Gummibärchen.
Die rein pflanzliche Ernährung ruft immer wieder die Warnung vor Mangelernährung auf den Plan. Doch Ernährungsspezialist Professor Claus Leitzmann ist überzeugt: Jeder kann sich vegan und trotzdem ausgewogen ernähren.
Aber nicht nur das. Leitzmann konnte gemeinsam mit seinem Kollegen Professor Andreas Hahn in der ersten Deutschen Vegan-Studie feststellen, dass Veganer meist wesentlich gesünder leben als der Durchschnittsdeutsche. «Wir haben herausgefunden, dass Veganer besonders gute innere Werte haben», sagt Leitzmann. Damit meine er nicht idealistische Vorstellungen. «Ob man nun den Blutdruck misst, sich das Körpergewicht ansieht oder andere Werte nimmt – fast alle sind im Idealbereich», so der Experte.
So gebe es kaum übergewichtige Veganer. Herzkreislaufkrankheiten, Krebs oder Diabetes wurden unter Veganern seltener festgestellt. Die Lebenserwartung sei damit auch höher. Das gehe mit dem gesamten Lebenswandel einher. Denn Veganer gingen bewusster mit ihrer Gesundheit um, würden etwa viel seltener Alkohol trinken und öfter aufs Fahrrad als ins Auto springen, um zur Arbeit zu fahren.
Mangelernährung ist dennoch ein Thema. So warnt Antje Gahl, Sprecherin der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) davor, die strenge Ernährung auf die leichte Schulter zu nehmen. «Wer sich vegan ernähren will, der sollte sehr genau Bescheid wissen, welche Nährstoffe er braucht und in welchen Lebensmitteln diese stecken.» Nur mit umfangreichem Wissen sei Veganismus als Dauerernährung geeignet.
Kritisch sei die Aufnahme des Vitamins B 12, das sich nur in wenigen pflanzlichen Lebensmittel enthalten lässt. Aber auch Eisenmangel, zu wenig Proteine sowie das Risiko, den Kalziumhaushalt durcheinander zu bringen, seien ernst zu nehmende Probleme. Eisenreiches Gemüse, Mineralwasser mit hohem Kalziumgehalt, Hülsenfrüchte für das Protein und Sauerkraut für die B-12-Aufnahme seien aber Ansätze, um dem entgegenzuwirken.
Höchst problematisch sei der sogenannte Pudding-Veganismus. Eine einseitige Ernährung, die das politische Anliegen und den Kampf für Tierrechte in den Vordergrund stellt, ohne dass sich Betroffene ausreichend mit der Ernährung befassen. «Das geht oft schief», sagt auch Leitzmann.
Doch die meisten Veganer beschäftigen sich intensiver mit der Ernährung als der Durchschnittsbürger, der oft an viel verherrenderen Mangelerscheinungen leidet oder durch einseitige Ernährung seine Gesundheit riskiert. «Veganismus ist auf jeden Fall besser als jeden Tag Fast Food», sagt Gahl. Dennoch rate sie davon ab, sich während der Schwangerschaft, Stillzeit, im Säuglingsalter oder im hohen Alter auf vegane Ernährung zu beschränken. «Schließlich hat der Körper in solchen Phasen einen höheren Bedarf an verschiedenen Nährstoffen», so die Ernährungswissenschaftlerin.
Nicht nur der Schutz der Tiere überzeugt Veganer. «Schaut man sich die Anatomie und Physiologie des Menschen an – etwa den Kiefer, den Magen, die Galle, den Darm – dann ist deutlich daraus abzuleiten, dass sich der Mensch von Natur aus überwiegend von Pflanzen ernährt hat», gibt Leitzmann zu bedenken. Dafür würde auch sprechen, dass 66 bis 80 Prozent der Weltbevölkerung laktoseintolerant sind, also Milchzucker in Milchprodukten nicht verdauen können.
Ein weiteres Argument sei, dass die Herstellung tierischer Produkte aus Massentierhaltung über die Tiere selbst, aber auch über den Futteranbau, genauso viel klimaschädliche Gase in Form von CO2 und Methan ausstoße wie der gesmate Autoverkehr und damit den Klimawandel vorantreibe. «Das ist ein dringendes Problem», mahnt Leitzmann, der seit 30 Jahren selbst zwar nicht vegan, aber vegetarisch lebt.
Wer Veganer werden will, sollte sich zuvor ausreichend erkundigen, rät Gahl. Eine professionelle Ernährungsberatung wäre ideal. Bei der DGE , Krankenkassen und verschiedenen Verbänden gebe es aber auch zahlreiche Broschüren mit Tipps, worauf zu achten ist.
Schon wieder diese Warnungen, dass man genau aufpassen muss, sonst geht etwas schief… Aha, wir sollen also auf die ach, so schwierige Vegane Ernährung verzichten, weil bei der 'normalen' Ernährung ja gar nichts schief geht? Oder nur, weil die Autorin es für unmöglich hält, ihre Lebensgewohnheiten zu ändern? Autoren zur veganen Ernährung sollten nur zugelassen werden, wenn sie selbst einige Zeitlang vegan ernährt haben. Als Laie unnötig die eigene Angst vor dem Anderssein weiterzugeben hilft niemandem.
jetzt antwortenKommentar meldenNebenbei, B12 gibts mittlerweile in der Zahnpaste. Damit erhält man die Tagesdosis des einzige wirklich kritische Vitamins bei Veganern einfach durch das tägliche Zähneputzen. Ein wenig mehr Rechersche/Tiefgang hätte dem Artikel nicht geschadet. Trotzdem ist der Artikel nicht schlecht.
jetzt antwortenKommentar melden@dancer: dem stimme ich voll und ganz zu. Ich bin seit 2 Jahren Veganerin und lese sehr viel diesbezüglich - und dieser Text klingt eher besorgniserregend. Da hätte sich der Redakteur gerne mehr Mühe bei der Recherche machen sollen.
jetzt antwortenKommentar meldenEines steht jedenfalls fest: wer professionelle und dem heutigen Wissensstand entsprechende Informationen sucht, wird sie ganz sicher nicht bei der lobbyierten und veralteten DGE finden. Auch die Warnungen für gewisse Lebensabschnitte sind schlichtweg Fehleinschätzungen, im Gegensatz zu dem, was die weltweit größte Vereinigung aus Ernährungsexperten, die ADA dann so beschreibt: "Eine gut geplante vegane oder andere Art der vegetarischen Ernährung ist für jede Lebensphase geeignet, inklusive während der Schwangerschaft, Stillzeit, Kindheit und Pubertät". Dennoch ein eher erfreulicher Artikel.
jetzt antwortenKommentar meldenWas für ein mit Halbwissen angefüllter Artikel - der den Eindruck vermittelt, vegane Ernährung sei doch irgendwie mit Risiken behaftet und wer sich vegan ernähre, müsse sich den ganzen Tag mit Nährstofftabellen und Speiseplänen herumschlagen. Dabei ist es sehr leicht, sich vegan zu ernähren, und diese Ernährungsform ist, wie Antonietta ganz richtig sagt, die allerbeste für Tier, Umwelt und Mensch.
jetzt antwortenKommentar meldenSuper Antonietta! Sehr kurz und präzise auf den Punkt gebracht :-) Vegane Grüße aus Landsberg am Lech, Jürgen :-)
jetzt antwortenKommentar meldenB12 ist nicht in Sauerkraut enthalten. Die Aussage im Text ist leider nicht zutreffend. Weiteres zu B12 auf jeder guten veganen Internetseite...
jetzt antwortenKommentar meldenDie vegane Ernährung enthält keinerlei tierliche Bestandteile und ist, sofern richtig und abwechslungsreich durchgeführt, die gesündeste Ernährung und das Beste für Umwelt, Klima, Tiere und Menschen.
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