Von News.de-Redakteurin Katharina Peter
So gar kein Fleisch? Und keine Milch? Die spinnen doch die Veganer! Doch wer sich für einen Moment frei macht und den Ökofanatikern für einen Moment mal offen zuhört, dem werden ganz vernünftige Ansätze eröffnet.
Über Veganer macht man sich gerne lustig. Ist es doch so einfach, die Öko-Fanatiker anzugreifen, die sich der konformen Vorstellung, was auf den Tisch gehört, so sehr entziehen. Fläche dafür bieten sie ja genügend. Ob es nun die weltfremd erscheinende Forderung nach Tierrechten ist, die Verweigerung, Lederschuhe zu tragen oder die Verteufelung von Gummibärchen. Auch die seltsam anmutenden Großeinkäufe im Reformhaus verunsichern die Otto-Normalverbraucher.
Sicherlich schießen Veganer, besonders wenn ihr Lebensstil politisch geprägt ist, auch gerne übers Ziel hinaus und verstehen sich als recht engstirnige Missionare in Sachen Ernährung.
Das Klischee des weltfremden, blassen und unterernährten Veganers, der wilde ideologische Reden schwingt, während er an einer Ökomöhre kaut, ist genauso dumm wie falsch. Dient diese verzerrte Witzfigur doch nur dazu, den gewohnten Status Quo des Durchschnittsbürgers, bei dem das Stückchen Fleisch auf dem Teller einfach selbstverständlich dazugehört, wieder gerade zu rücken und zu sichern. So kann man sich wieder beruhigen. Der Veganer spinnt halt.
Genauso hat man auch Vegetarier noch vor einigen Jahren betrachtet. Als Exoten, die etwas traumtänzerisch die Füße nicht auf dem Boden der soliden Tatsachen haben.
Dabei sollte man sich ruhig mal offen anhören, welche Argumente Veganer vorzubringen haben. Nicht nur politisch oder ethisch, sondern auch für die Gesundheit. Der menschliche Körper ist einfach nicht dafür geschaffen, diese Massen an fettigem Fleisch zu verzehren, wie es heute häufig üblich ist. Steigende Krankheitsfälle von Diabetes und Herzkreislaufkrankheiten sind nur die Spitze des Eisbergs von Zivilisationskrankheiten, die sich aus unserem Essverhalten ableiten.
Aber nicht nur für die Masse an tierischen Produkten sind wir nicht ausgelegt. Auch sind die Lebensmittel chemisch und genetisch derart modifiziert und verfälscht, dass unser Körper nicht mehr hinterher kommt. Warum also nicht zurück zu den Wurzeln. Viel Gemüse, Obst und Nüsse. Das raten einem inzwischen alle Ernährungsstudien. Es muss ja nicht jeder völlig auf alle tierischen Produkte verzichten, um sich gesund zu ernähren. Und ab und zu sollte ein Tütchen mit leckerem Weingummi oder ein Honigbrötchen auch drin sein. Aber manchmal sind extreme Lebensstile hilfreich, um uns wachzurütteln und die Augen für die vielen Optionen des Lebens zu öffnen.