Die verfettete Welle der Zuckerkrankheit
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Von news.de-Redakteurin Katharina Peters
Artikel vom 15.05.2009Schon jetzt ist Diabetes eine Volkskrankheit. 13 Prozent der Deutschen leiden daran. Doch das ist erst der Anfang. Ärzte warnen vor einer Diabeteswelle. Grund: zunehmende Fettleibigkeit.
Prognosen besagen, dass jeder zweite Deutsche in den kommenden Jahrzehnten an Diabetes erkranken wird, so Matthias Blüher, Oberarzt am Leipziger Universitätsklinikum. Dabei sei gerade die Blutzuckerkrankheit zu verhindern.
Die Mediziner sehen die Hauptursache der Entwicklung in der extremen Zunahme von Übergewicht und Adipositas (Fettleibigkeit) besonders bei Kindern. Etwa 13 Prozent des deutschen Nachwuchses hätten bereits viel zu viel Speck auf den Hüften. Erschreckend sei, dass sich bereits 30 Prozent dieser Kinder eine Fettleber angefuttert haben und sich Lebererkrankungen im Kindesalter häufen.
Der Fetthaushalt steht in direktem Zusammenhang mit Diabetes. Er rufe durch komplexe Wechselwirkungen, etwa von im Fettgewebe gebildeten Hormonen und anderen Stoffwechselfaktoren, die Störung des Insulinhaushaltes hervor. Das oft unausweichliche Ergebnis ist eine Diabetes Typ 2. Diese trat zuvor vor allem bei Erwachsenen im Alter auf und wurde deshalb im Volksmund auch als Altersdiabetes bezeichnet.
Typ-2-Diabetes werde zwar zu 70 Prozent durch genetische Voraussetzungen begünstigt, sagt Professor Dirk Müller-Wieland, Chefarzt am Hamburger Klinikum St. Georg, sei im Gegensatz zum Typ 1 aber meist auf einen ungesunden Lebensstil zurückzuführen.
Doch die Adipositas-Epidemie gehe der Diabetes-Epidemie nur voraus. Das Verfettungsproblem und seine Auswirkungen auf die Diabetesrate habe in der deutschen Bevölkerung erstmals seit 50 Jahren die durchschnittliche Lebenserwartung sinken statt steigen lassen. «Das wird in mindestens den kommenden 20 Jahren auch noch so weitergehen», ist Blüher sicher. Der Grundstein für die Welle der Neuerkrankungen sei bereits im Nachwuchs gelegt. Wer einmal Diabetes hat, kann Opfer von Herzkreislauferkrankungen oder Schlaganfällen werden.
Laut der jüngst veröffentlichen Nationalen Verzehrstudie sind 60 Prozent aller Männer und Frauen in Deutschland übergewichtig. 20 Prozent seien sogar adipös. Das heißt, der Body-Mass-Index (BMI) liegt über 30. Zur Berechnung des BMI wird das Körpergewicht eines Menschen durch das Quadrat seiner Größe in Metern geteilt. Ein BMI zwischen 18,5 und 25 Punkten bedeutet Normalgewicht. Wer drunter liegt, hat leichtes beziehungsweise ab 16 Punkten starkes Untergewicht.
Zwar stagnierten die Zahlen in den vergangenen drei Jahren. Die Fälle, bei denen Menschen aber sogar schwer adipös sind (BMI über 40), habe jedoch drastisch zugenommen und liege bei knapp zehn Prozent. «Diese Menschen können es nicht mehr allein durch Ernährungsumstellung und Sport es schaffen, jemals ihr Normalgewicht zu erreichen», macht Blüher deutlich. In solchen Fällen seien chirurgische Eingriffe wie etwa die Verkleinerung des Magens von Nöten, um das Gewicht zu verringern.
Fettleibigkeit im Kindesalter hänge fast immer von genetischen Voraussetzungen, Familieneinkommen und Bildungsgrad ab. «Je ärmer die Familie, desto höher die Rate der adipösen Kinder», erklärt Professor Wieland Kiess, Direktor der Universitätsklinik für Kinder und Jugendliche in Leipzig. Das gleiche gelte, je niedriger der Bildungsgrad sei.
Die Deutsche Diabetes-Gesellschaft, die dieses alarmierende Problem in den Mittelpunkt ihrer Jahrestagung in der kommenden Woche stellt, versuche dagegen, an mehreren Fronten zu kämpfen. Mit verbesserten Informationen an die Patienten sei es nicht getan, so Kiess. So müssten umfangreiche Netzwerke aufgebaut werden, die etwa bereits in Kindergärten gesunde Ernährung und Bewegung propagieren.
Das gerade an den Start gegangene Portal DiabetesDE sei ein guter Anfang, sind sich die Mediziner einig. Es greife aber noch nicht weit genug. Das Portal bietet unter anderem eine Gesundheitshotline, bei der Betroffene rund um die Uhr unter der Nummer (0180) 25 05 205 Fachleuten ihre Fragen stellen können.
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jetzt antwortenKommentar meldenwen wundert es wenn die deutschen Kinder zu fett sind ? Sitzen doch die meisten vor dem PC oder vor dem Fernseher anstatt raus zu gehen . Was mir so sauer hochkommt ist die Faulheit der Mütter gesund zu kochen , neee , da wird schnell Fastfood gekocht , Dose auf , fertig ! Des weiteren prangere ich das Über - Angebot an Lebensmitteln an , gibt doch für jeden Geschmack 1000 Produkte . Eins zwei drei .... fertig ist der Brei , wozu denn noch sich die Arbeit machen , liegt doch alles im Regal .Pausenbrot ? Wird in den Abfall geworfen , der Bäcker an der Schule hat doch soooo ne leckere Pizza .
jetzt antwortenKommentar meldenSo, so, die Deutschen werden zu fett??????????? Wen wundert's? Sport im Kindergarten? Sport in der Schule? Wenn die Kinder keine Lust haben, dann wird das akzeptiert - ansonsten ist das ein Eingriff in das persönliche Leben - vielleicht Nötigung, und die Eltern stehen mit dem Anwalt in der Tür! Flatrate-Saufen mit 14 ist doch viel cooler! Außerdem kann man ja für viel Geld ins Fitnessstudio gehen wenn man irgendwann feststellt, dass der BMI eine fatale Größe erreicht hat! Meistens ist es dann zuspät und irreparable Schäden sind schon vorhanden! Leider muss man feststellen, dass für alles mögliche Werbung gemacht wird, für Alkohol(müsste untersagt werden, wie Werbung für's Rauchen), für Präparate die "schlank" machen, die die Verdauung anregen(vernünftige Ernährung würde das erübrigen), für Süsses, das angeblich sooooooooooo gesund ist, statt für's Pausenbrot mit Wurst und Käse! Aber dafür müsste man ja Brote schmieren, Obst und Gemüse waschen - und die Ausrede, dass Obst zu teuer wäre zieht nicht, denn man kann ja mal nachrechnen wieviel Obst ich für 'nen Pack "Kindermilchschnitte" bekomme! Endlos könnte ich es weiterführen, aber bringt das etwas?
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