Sa., 26.05.12

Kommentar zu Brustkrebs 08.05.2009 Das Frausein hängt nicht vom Busen ab

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News.de-Redakteurin Claudia Arthen. Bild: news.de

Von news.de-Redakteurin Claudia Arthen

Jährlich erkranken 57.000 Frauen in Deutschland an Brustkrebs. Für die meisten Betroffenen ist es eine angstbesetzte Erkrankung - und für die Gesellschaft ein Tabuthema

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Die weibliche Brust spielt im Bewusstsein der Öffentlichkeit eine besondere Rolle. Sie nährt, ist also Leben spendend, und steht für Schönheit, Sex, Erotik, Gesundheit und Mütterlichkeit. Kein Körperteil wird so hoch gejubelt und vermarktet wie der Busen. Filme, Werbung und Zeitschriften vermitteln uns tagtäglich ein Frauenbild, das im Wesentlichen über die Brust definiert ist.

Wenn nun dieser Teil des weiblichen Körpers durch Narben beschädigt oder sogar amputiert wird, hat das weitreichende Konsequenzen. Die vermeintliche Sicherheit im Leben, die betroffene Frauen vorher zu haben glaubten, gibt es nicht mehr. Der Körper – bis zur Diagnose noch sehr verlässlich – wird durch Operation, Bestrahlung, Hormonentzug und Chemotherapie zunehmend als Feind erlebt. Hinzu kommt, dass Brustkrebspatientinnen nicht nur die Angst vor Rückfall und Tod quält, sondern auch die Befürchtung, durch den Verlust ihrer Brust in eine gesellschaftliche Isolation zu geraten.

Denn eine Frau ohne Brust, mit Perücke und Prothese passt nicht in das gängige Schönheitskonzept, sie bricht mit sämtlichen Bildern des Frauenkörpers und wird mit Tabus belegt. In diesem Kontext ist es schwierig für Frauen zu begreifen, dass ihr Frausein nicht ausschließlich von der Existenz zweier Brüste abhängig ist. Und ob sie nun über ihre Verfassung spricht oder nicht: Ihre Umgebung reagiert auf diesen Tabubruch, sei es durch Verleugnung, Verdrängung, Schweigen, Ignorieren, Unterstützung oder übermäßige Fürsorge.

Jährlich steigt die Zahl der Frauen, die an Brustkrebs erkranken. Und zugleich steigt die Zahl derer, die bereit sind, sich dem Körperdiktat zu unterwerfen. Sie geben immense Summen aus für Lotionen, Cremes, Pillen oder gar schönheitschirurgische Eingriffe, um eine Brustillusion aufrechtzuerhalten, die sie als ein gesellschaftliches und sexuelles Kapital betrachten. Dabei hecheln sie einem Leitbild hinterher, dass sie selber gar nicht produziert haben. Einem Leitbild, das von Männern für Männer gemacht wurde.

Es wird Zeit, mit diesen männlichen Konventionen zu brechen und ihnen andere Konzepte entgegenzusetzen. Denn Brüste sind jung und alt, klein und groß, gleich und ungleich, symmetrisch und asymmetrisch - und manche Frauen haben eben einen von Krebs zerstörten Busen oder gar keinen mehr.

Leserkommentare (2) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • kutte
  • Kommentar 2
  • 28.12.2010 18:54
 

hallo, habe gehört das man sich nicht unbedingt die brust abnehmen lassen braucht. mann soll den krebs platz geben und ihn nicht einengen, damit er nicht streut. kylie minogue oder silvy van der vaart sind sind da nur zwei beispiele.

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  • Kommentar 1
  • 17.05.2009 15:46
 

Ha .machen Sie dies mal der Männerwelt klar .Es gibt aber auch Ausnahmen .Ein Glück ich habe so etwas noch nicht ,aber zu so etwas kommt man schneller ,als zu einem neuen Kleid . Was sehr häßlich ist ,ist dies ,daß man sich über eine Krankheit noch lustig macht ,lacht und anschließend noch amüsiert darüber . Jeder sollte vorsichtig sein mit solchen Äußerungen ,morgen kann er es selber haben . Es soll jeder froh sein ,wenn er so etwas noch nicht hat .

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