Jeder fühlt sich von ihm gestört, obwohl jeder ihn auch verursacht: Lärm. Anlässlich des Internationalen Tages gegen den Lärm haben Experten vor den oft unterschätzten gesundheitlichen Folgen massiver Lärmbelästigung gewarnt.
Unter Verkehrslärm leiden besonders viele Menschen. Nach Angaben des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) fühlen sich etwa 50 Millionen Menschen davon belästigt. Experten des VCD forderten anlässlich des Tags des Lärms am 29. April eine verbindliche Reifenkennzeichnung. Diese würde es Verbrauchern ermöglichen, beim Kauf zwischen lauten und leisen Reifen zu wählen. Der VCD kritisierte, dass das seit 1997 gültige Siegel «Blauer Engel» von der Industrie boykottiert werde. Nur ein einziger Reifenhersteller nutze bislang das Zeichen.
Der VCD rief außerdem die Bürger dazu auf, unnötigen Lärm zu vermeiden. Kurze Wege sollten nicht mit dem Auto, sondern mit dem Rad oder öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt werden. Bürger sollten zudem Druck auf Kommunen ausüben, um verkehrsberuhigte Zonen und Geschwindigkeitsbegrenzungen durchzusetzen.
Ähnliche Forderungen äußerte die Grüne Liga. Das Netzwerk rief die Politik dazu auf, umweltfreundliche Verkehrsmittel zu fördern. Bahnpreise müssten gesenkt, städtische Angebote für Radfahrer verbessert und Tempo-30-Zonen ausgeweitet werden. Die Grüne Liga kritisierte zudem, dass nächtlicher Bahnverkehr viele Anwohner in der Erholung störe.
Der TÜV Rheinland warnte vor den massiven und irreparablen gesundheitlichen Schäden, die Lärm nach sich ziehe. So habe sich die Lärmschwerhörigkeit mit jährlich 6000 neuen Fällen zur häufigsten Berufskrankheit entwickelt. Betroffen seien vor allem Beschäftigte der Metallindustrie, doch auch in Büros beeinträchtigten hohe Lärmpegel die Arbeitsatmosphäre. «70 Dezibel erreicht schon mal ein Mehr-Personen-Büro», sagte Ulrike Roth vom TÜV Rheinland. Konzentrationsstörungen, Nervosität und Schlaflosigkeit seien häufige Folgen.
Erschreckende Erkenntnisse über die gesundheitlichen Auswirkungen von Lärm auf Kinder lieferte eine neue Studie des Umweltbundesamtes. Die Untersuchung von 1084 Kindern im Alter von 8 bis 14 Jahren habe ergeben, dass bereits Kinder unter Hörschäden und Stress bedingtem Bluthochdruck litten. Kinder aus Familien mit niedrigem Sozialstatus seien insgesamt stärker betroffen, wie das Amt mitteilte.
Jedes achte Kind leidet der Studie zufolge an Hörschäden. So wurde bei knapp 13 Prozent der Kinder im Frequenzbereich hoher und mittlerer Töne eine deutliche Hörminderung von mehr als 20 Dezibel festgestellt. Jungen schnitten bei den Tests schlechter ab als Mädchen, wie die Behörde erklärte.
Einen besonderen Schwerpunkt legte die Untersuchung auf den Gebrauch von MP3-Playern, die unter Kindern und Jugendlichen sehr beliebt sind. Nach Angaben des Umweltbundesamtes hören 70,3 Prozent der 11- bis 14-Jährigen durchschnittlich eine halbe Stunde täglich Musik über Kopfhörer, jeder Fünfte drehe dabei gern laut auf.
Eine weitere Ursache der Hördefizite von Kindern könnte der Studie zufolge die Lärmbelästigung zu Hause sein. Etwa 16,5 Prozent der Kinder wohnen an stark befahrenen Straßen; bei Familien mit niedrigem Sozialstatus liege die Zahl noch höher. Zudem sei das Kinderzimmer bei fast jedem zweiten Kind zur Straße hin ausgerichtet.
car/kat
Ich war mal eine Zeit lang krank,durch einen Schicksalschlag ,Tod des Vaters . Hatte dadurch eine Auszeit für die Arbeit . Was meinen Sie ,wie froh ich dann wieder war ,das Stimmengeschwirr und auch lautes Reden wieder zu hören ,auf einem Schulhof ist dies so . Aber ich habe mich gefreut ,daß ich dies wieder höre ,es fehlte mir eben .So ist das Leben .
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