Krankmacher oder Allheilmittel?
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Von news.de-Redakteurin Katharina Peter
Artikel vom 17.04.2009Trotz aller bisherigen Warnungen, Kaffee sei ungesund, haben sich die Deutschen ihr Lieblingsgetränk nicht vermiesen lassen. Neuste Studien geben den Kaffeefans recht. Denn das Getränk enthält viele Wirkstoffe, die positiv wirken.
Wer seinen Lebenswandel gesünder gestalten will, dem wird meist geraten, Alkoholkonsum auf ein Minimum zu reduzieren, viel Obst und Gemüse zu essen, mit dem Rauchen aufzuhören – und nur wenig oder sogar gar keinen Kaffee zu trinken. Immer wieder wurde das beliebteste Getränk der Deutschen als Krankmacher verteufelt, der den Herzinfarkt zur Folge habe, bei Diabetes doch eher hinderlich sei, zu Fehlgeburten führe und sogar Krebs hervorrufen könne. Außerdem sei das braune Gebräu ein Wasserräuber und trockne den Kaffeetrinker ganz langsam aus.
Doch seit ein paar Jahren macht sich eine Trendwende mit zahlreichen Studien an der Kaffeefront breit. So wird angepriesen, das Bohnengetränk könne Diabetes sogar vorbeugen, Alzheimer vermindern, Hautkrebs stoppen, Gicht heilen und außerdem das Asthmarisiko senken.
Antje Gahl, Sprecherin der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), steht dieser Umkehr aber sehr gespalten gegenüber. «Die Dosis macht das Gift», warnt die Expertin. So sei es zwar erfreulich, dass immer mehr Studien sich mit Kaffee beschäftigen. Schließlich hätten durch die Verteufelung und das Generalverbot des Getränks in der Vergangenheit disziplinierte Kaffeeabstinenzler unnötig an Lebensqualität eingebüßt. Doch die bisherigen Ergebnisse der zahlreichen Positivstudien seien mit Vorsicht zu genießen. Sie würden zwar einige Vorurteile relativieren, aber nicht zwangsläufig und vor allem nicht für jeden widerlegen.
Die Wirkung des Getränks sei individuell für die Konsumenten völlig verschieden, sodass pauschal kein Freifahrtschein für unbekümmerten Kaffeegenuss ausgegeben werden könne. Ein normal gesunder Mensch könne aber durchschnittlich ruhig drei bis vier Tassen üblichen Filterkaffee trinken, so Gahl.
Entscheidend sei der Koffein-Gehalt, der von Kaffeesorte, Stärke und Brühart abhänge. Gerechnet werden etwa 80 Milligramm Koffein pro Filterkaffeetasse. Ein Espresso habe dagegen rund 50 Milligramm. Genießt man die Koffeinbombe mit viel Milch, schwächt das zwar die Wirkung nicht ab, macht das Getränk aber wegen seiner positiven Auswirkung auf den Kalzium-Haushalt etwa gesünder.
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