Von Oliver Stenzel
Einen straffen Körper - das wünschen sich viele, wenn die Freibad- und Strandsaison ansteht und jede schlaffe Partie am Körper gnadenlos enthüllt. Aber mit welcher Trainingsmethode kommt man möglichst schnell zum ersehnten Ziel?
Ein Blick in Internet-Foren zeigt: Beim Wunsch nach einem straffen Körper herrscht mittlerweile Emanzipation, Männer scheinen kaum weniger um ihre Konturen besorgt zu sein als Frauen. Der Begriff «straff» ist dabei freilich subjektiv - für manche bedeutet er messerscharf definierte Muskeln, für andere schlicht keine hängenden Körperpartien.
So unterschiedlich darüber hinaus die individuellen Ausgangspositionen sein können - geschlechtstypische Problemzonen, die Beschaffenheit des Bindegewebes, die Frage, ob und wenn wie viel Fett abgebaut werden soll: Der Weg zu mehr Straffheit führt stets über eine Stärkung der Muskeln. «Bei Diäten empfehlen wir immer begleitend Krafttraining», betont Professor Wolfgang Buskies vom Institut für Sportwissenschaft der Universität Bayreuth. Ansonsten baue der Körper neben Fett auch Muskelmasse ab.
Aber was eignet sich am besten? «Im Grunde ist egal, für was man sich entscheidet, solange man die entsprechenden Muskelgruppen trainiert und dabei bleibt», sagt Professor Klaus-Michael Braumann, Leiter der Abteilung Sport- und Bewegungsmedizin an der Universität Hamburg. «Es sollte aber idealerweise ein Ganzkörpertraining sein.»
Er rät zu einem «klassischen Standard-Fitness-Programm», wie es die meisten Fitness-Einrichtungen anbieten. Dieses lässt sich anhand von Problemzonen individuell definieren, beispielsweise mit Bauch-Beine-Po-Übungen. Die Unterschiede seien im Effekt eher gering. «Es gibt eine breite Palette von Programmen, mit vielen verschiedenen Namen, aber vom Prinzip ist es weitgehend das gleiche: Es werden bestimmte Muskelgruppen trainiert, die Muskeln werden dadurch praller und auf diese Weise bekommt man eine bessere Kontur.»
Wer wenig Zeit oder Geduld hat, kann sich zum Muskeltraining auch moderner Technik bedienen, zum Beispiel der aus dem Astronautentraining stammenden Vibrationstechnologie. Das einzige System, dessen Wirksamkeit wissenschaftlich nachgewiesen wurde, ist Galileo. Das Prinzip dabei: Der Sportler steht auf einem Brett, das mit hoher Frequenz - bis zu 27 Mal pro Sekunde - abwechselnd den rechten und linken Fuß nach oben stößt.
«Dabei versuchen Sie automatisch, wieder in die Balance zu kommen, kontrahieren und entspannen die Muskulatur in ständigem Wechsel», erklärt Professor Dieter Felsenberg vom Zentrum für Muskel- und Knochenforschung der Universitätsmedizin Charité in Berlin, der die Studien geleitet hat. Auf diese Weise werden viele Muskeln im ganzen Körper erreicht. «Die Effizienz ist erheblich höher als bei klassischem Krafttraining.»
Eine andere Möglichkeit, die Trainingseffizienz zu steigern, ist Strom. Je nach System zieht der Sportler einen Anzug oder eine Korsage mit daran befestigten Elektroden an. Mittels leichter Stromstöße werden lokale Muskelgruppen aktiviert.
Wer trotz Diät und Sport mit Problemzonen hadert, wird früher oder später auf die These vom «lokalen Fettabbau» stoßen - die Behauptung also, dass das Fett bestimmter Problemzonen gezielt durch intensives Training der darunter liegenden Muskeln zum Schmelzen gebracht werden könne. Belegt sei eine solche These allerdings nicht, sagt der Sportwissenschaftler Buskies. «Der Forschungsstand ist nach wie vor, dass der Fettabbau nur zentral gesteuert erfolgt.» Werden bestimmte Zonen allerdings spezifisch trainiert, haben die Muskeln eine bessere Form - und wirken straffer.
car/ruk