Sa., 26.05.12

Studie 10.04.2009 Neue Methode erkennt Herzinfarkt-Gefahr besser

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind nach wie vor die Todesursache Nummer eins in der westlichen Welt - vor allem, weil es kaum Warnzeichen gibt. Eine neue Methode soll jetzt die Vorhersage von Herzinfarkten verbessern.

Immerhin 30 Prozent der Bevölkerung haben ein mittleres Herzinfarkt-Risiko - oft ohne es zu wissen. Mit Hilfe der Untersuchung, bei der die Verkalkung der Herzgefäße gemessen wird, sollen diese Menschen künftig schneller behandelt werden. Essener Mediziner haben sie im Rahmen einer Langzeitstudie mit 4800 Teilnehmern erfolgreich erprobt.

Bei der Methode werden mit Hilfe eines Elektronenstrahl-Tomographen (EBCT) Verkalkungen von Herz-Gefäßwänden mit hoher Genauigkeit gemessen, wie die Universitätsklinik Essen mitteilte. Zusammen mit den herkömmlichen Kriterien bei einer Vorsorgeuntersuchung konnte die Einstufung in eine Risikogruppe bei den Studienteilnehmern nun sehr viel genauer erfolgen.

«Diese zusätzliche Untersuchung der Koronarverkalkung kommt vor allem Patienten in der mittleren Risikogruppe zugute, denn ein hoher Verkalkungsgrad kann anzeigen, dass ein akutes Ereignis droht», sagte der Direktor des Westdeutschen Herzzentrums an der Klinik, Professor Raimund Erbel, laut der Mitteilung. Personen mit einer starken Verkalkung könnten dann mit entsprechenden Medikamenten versorgt werden, während man Menschen mit einem niedrigen Verkalkungsgrad eine Änderung ihres Lebensstils nahe lege.

Eine Ausweitung der Vorsorgeuntersuchung mit dem EBCT könne künftig sehr vielen Menschen das Leben retten, betonte Erbel. Eine Verkalkung der Herzkranzgefäße lasse sich sehr viel früher nachweisen als andere Symptome, die auf ein erhöhtes Herzinfarktrisiko hindeuten.

Die «Heinz Nixdorf Recall Studie» läuft seit dem Jahr 2000. An ihr nehmen 4814 zufällig ausgewählte Männer und Frauen im Alter zwischen 45 und 75 Jahren aus Essen, Mülheim an der Ruhr und Bochum teil. Seit fast zehn Jahren werden sie regelmäßig medizinisch untersucht, um Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Krankheiten zu erforschen.

Herzinfarkt ist kein unentrinnbares Schicksal. Bluthochdruck, hohe Cholesterinwerte, Zigarettenkonsum und Diabetes gehören zu den vermeidbaren Risikofaktoren. Herzspezialisten betonen immer wieder, dass die richtige Einschätzung des individuellen Herzinfarktrisikos einer Person entscheidend sei, um erfolgreich vorzubeugen. Wer über 45 Jahre ist und mindestens einen Risikofaktor mitbringt, also zum Beispiel übergewichtig ist, sollte sein Risiko beim Arzt erfassen lassen´, lautet der gängige Rat.

car/jek
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