Von news.de-Redakteurin Claudia Arthen
Sport löst Hochgefühle aus, macht glücklich und lässt die Pfunde purzeln. Das sind gleich drei gute Gründe, die Winterträgheit abzuschütteln und mit einem Fitnessprogramm anzufangen.
Im Winter läuft alles auf Sparflamme. Schuld daran ist das Schlafhormon Melatonin, das der Körper in der dunklen Jahreszeit vermehrt produziert. Jetzt im Frühjahr aber kommt durch mehr Tageslicht wieder die Produktion des Glücks- und Wohlfühlhormons Serotonin in Schwung. Es aktiviert den ganzen Körper, löst Zufriedenheit und Ausgeglichenheit aus. Eigentlich klasse. Nur konkurrieren die beiden Hormone in der Übergangszeit, weswegen Körper und Seele oft etwas mürrisch reagieren. Wir sind verstimmt, fühlen uns schlapp, gereizt und antriebslos. Mit einem Wort: frühjahrsmüde.
Da hilft nur eins: runter von der Couch, rein ins sportliche Dress und raus ins Freie. Denn je schneller der Körper damit beginnt, durch Sonnenlichtimpulse mehr Serotonin zu produzieren, desto leichter findet er seine Balance wieder. Doch nicht nur Serotonin wird bei sportlicher Aktivität gebildet. Der Organismus schüttet auch Dopamin und Endorphin aus. Alle drei NeurotransmitterEin Neurotransmitter ist ein Botenstoff, der dafür sorgt, dass die Verbindung zwischen Gehirnzellen entweder beschleunigt oder verlangsamt wird. Neurotransmitter im Zusammenhang mit Glücksempfinden sind Serotonin, Endorphin und Dopamin. Im Volksmund werden diese Neurotransmitter daher Glückshormone genannt. sind echte Glückshormone, die für gute Laune sorgen, sogar Schmerzen lindern und Sportler in der Nacht gut schlafen lassen.
Doch welcher Sport passt zu mir? «Der Spaßfaktor sollte bei der Auswahl eine entscheidende Rolle spielen», sagt Sportwissenschaftler Uwe-Folker Haase von der Techniker Krankenkasse (TK). «So bleibt man regelmäßig am Ball und hat lange Freude an der Bewegung.»
In einer Testphase sollte zwischen der einen oder anderen Sportart gewechselt werden, bevor die endgültige Entscheidung getroffen wird. Im Zweifelsfall sollte der Hausarzt aus medizinischer Sicht entscheiden, welche Sportarten in Frage kommen. «Jede Sportart stellt unterschiedliche Ansprüche an das Leistungsvermögen», sagt Haase. Manche Sportarten lassen sich auch nur im Team betreiben.
«Wer beispielsweise vor allem seine Rückenmuskulatur stärken möchte, kann durch ein gezieltes Krafttraining ein besseres Trainingsergebnis erreichen als durch Walking», erläutert Haase. Dagegen fördere das sportliche Gehen die Ausdauer und stärke das Herz-Kreislauf-System.
Damit die guten Vorsätze jedoch nicht gleich wieder verworfen werden, müssen einige Grundregeln beachtet werden. TK-Sportexperte Haase rät, das Trainingsprogramm fest in den Tages- oder Wochenablauf einzuplanen. Egal, ob der morgendliche Jogginglauf vor der Arbeit oder der Squashabend mit einem Partner am Abend – der Sporttermin muss im Kalender einen festen Platz haben.
Entsprechend des Biorhythmuses gibt es laut Haase Tageszeiten, in denen sich unser Körper besonders gut auf Sport einstimmen kann. Ein erstes Leistungshoch liegt zwischen 10 und 12 Uhr, ein zweites zwischen 17 und 20 Uhr. «Natürlich gibt es auch begnadete Frühaufsteher, die der Gedanke an ein 30-minütiges Läufchen aus dem Bett lockt», sagt Haase.
Allen, die noch gar keine Erfahrung im Sport oder lange nicht trainiert haben, rät Gesundheitsjournalistin und Buchautorin Susanne WalslebenSusanne Walsleben ist Journalistin und freie Autorin. Sie hat unter anderem die Ratgeber «Warum Frauen immer auf der Suche und Männer immer auf der Flucht sind» und «Warum nehme ich nicht ab?» (beide im Südwest-Verlag erschienen) geschrieben. zu sanften Trainingsmethoden. Diese bieten zum Beispiel das Walken – laut Walsleben «die einfachste und bequemste Art, um wieder in Schwung zu kommen». Man benötigt keine besondere Ausrüstung, lediglich bequeme Sportschuhe und leichte Kleidung. «Wenn Sie flott walken, kommen Sie ordentlich ins Schwitzen, der Kreislauf wird angekurbelt, der Stoffwechsel kommt in Schwung. Ihr Körper verbraucht Kalorien. Und sie genießen einen Ausflug an die frische Luft - das entspannt und macht den Kopf frei von trüben Gedanken», zählt Walsleben alle Vorteile auf.
Auch Schwimmen ist nach Ansicht der Autorin «eine tolle Möglichkeit, den Körper auf sanfte Art in Form zu bringen“» Gleiches gilt für das Radfahren: Es sei für jeden geeignet, auch für ältere Menschen. Es belaste die Gelenke nicht wie zum Beispiel beim Laufen, forme aber auf sanfte Art die Beine. Wer es noch gemütlicher mag, der sollte wandern: «Wandern ist geruhsamer als Walken, fördert dennoch Ausdauer und Fitness», erklärt Walsleben, die eine weitere Sportart für Anfänger nennt: Nordic Walking:
«Der Unterschied zum Walken besteht darin, dass man mit zwei Stöcken unterwegs ist», erklärt Walsleben. Im Vergleich zum Walken sei Nordic Walking wesentlich effektiver, da der Körper bis zu 40 Prozent mehr Kalorien verbrenne. Durch die Stöcke werde der Bewegungsapparat entlastet; der Sport sei also ideal für alle, die Probleme mit den Kniegelenken haben. Außerdem könne Nordic Walking Verspannungen im Nacken lösen.
Walslebens Tipps für ein erfolgreiches Training: «Nehmen Sie sich am Anfang nicht zu viel vor. Denn wer die Messlatte zu hoch legt, verliert schnell die Lust.» Sie rät, das Tempo allmählich zu steigern und die Trainingszeit nach und nach zu verlängern. Wer trainiert, sollte sich dafür auch belohnen, meint Walsleben. Etwa mit einem Blumenstrauß oder einem Kinobesuch – nicht aber mit einer Sahnetorte. Die größte Motivation sei natürlich ein neuer Rock oder eine neue Hose – eine Nummer kleiner als früher.
Die Techniker Krankenkasse bietet auf ihrer Homepage www.tk-online.de einen Test «Welcher Sport passt zu mir?» an.
kat
Dem stimme ich voll und ganz zu .Sport ist wirklich sehr schön , solange man ihn betreiben kann . Sehr schön .
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