Die vielerorts noch recht winterlichen Temperaturen lassen es zwar noch nicht vermuten. Aber der Frühling ist da. Wer jetzt einen langen Spaziergang genießen will, der sollte sich mit Sonnencreme einschmieren. Denn die Frühlingssonne ist nicht zu unterschätzen.
Besonders viele Eltern nehmen nach Angaben von Kinderärzten die Intensität der Frühlingssonne auf die leichte Schulter. Kinderhaut sei dünner und empfindlicher als Erwachsenenhaut, und die Pigmentierung sei noch unzureichend, warnt Monika Niehaus vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte. Zudem besitze die Haut nach dem Winter nur noch geringen Eigenschutz und müsse deshalb im Frühling unbedingt geschützt sein.
«Insbesondere die sogenannten Sonnenterrassen wie Ohrmuscheln, Nasenrücken, Wangen und Unterarme erhalten im Frühling häufig zu viel Sonne», sagt die Medizinerin. Kinder sollten deshalb eine Kopfbedeckung mit Krempe tragen und mit einer Sonnenschutzcreme mit hohem Lichtschutzfaktor eingecremt sein, wenn sie im Freien unterwegs sind. Besonders gefährdet seien Kinder mit heller Haut, mit Sommersprossen, mit roten Haaren und vielen Muttermalen.
Ein effektiver Sonnenschutz könne das Risiko für Hautkrebs im Erwachsenenalter um mehr als 75 Prozent reduzieren, schätzt Niehaus. Allerdings sollten sich Eltern und Kinder nicht durch Sonnenschutzcremes mit hohem Lichtschutzfaktor in Sicherheit wiegen. Denn diese könnten nicht alle UV-Strahlen - wie etwa sehr langwelliges Licht - abhalten. In der Mittagssonne sei deshalb ein textiler Sonnenschutz zusätzlich zur Sonnencreme unentbehrlich.
Sind Kinder immer wieder starker Sonnenbestrahlung ausgesetzt, steigt laut Niehaus die lebenslange Produktion von Pigmentmalen. Nach jedem Sonnenbrand entwickelten sich rund 40 Pigmentmale. «Mehr als 50 Muttermale gelten bereits als Risikofaktor, der das lebenslange Erkrankungsrisiko für schwarzen Hautkrebs um den Faktor 15 erhöht», sagt die Ärztin. Die Haut vergesse nichts, es summieren sich die Lichtschäden im Laufe des Lebens.
kat/ruk/news.de/dpa