Von news.de-Redakteurin Claudia Arthen
Hademar Bankhofer war Gesundheitsexperte für das ARD-Frühstücksfernsehen. Im Sommer 2008 verschwand er vom Bildschirm. Jetzt hat er ein Buch geschrieben. Mit news.de sprach er über Intrigen, Jungmacher und Unterhaltungsmedizin.
news.de: Viele halten Sie für einen studierten Mediziner. Dabei haben Sie als rasender Reporter bei einer Lokalzeitung angefangen – ein ziemlich ungesunder Job, oder?
Bankhofer: Das kann man wohl sagen. Ich habe als junger Journalist viele Ernährungssünden begangen: Ich aß Wurstbrote, trank statt Wasser zuckerreiche Getränke aus dem Automaten, die damals ganz neu auf dem Markt waren. Da hat man Geld eingeworfen, und dann kam ein Getränk eiskalt aus diesem Kasten – das war damals eine Sensation. Ich bewegte mich wenig, brauste lieber mit meinen Motorroller von Termin zu Termin. Ich hatte ein Doppelkinn und wog 80 Kilo. Und eines Tages brach ich zusammen und wurde in eine Klinik gebracht, wo man mir fünf Nierensteine entfernte. Das war eine sehr schmerzvolle Erfahrung. Ich war erst 23 Jahre alt und kam mir vor wie 100.
news.de: Im April werden Sie 68, was man Ihnen nicht ansieht. Welches sind denn Ihre ganz persönlichen Jungmacher?
Bankhofer: Vor allem Bewegung. Ich mache sehr viel Gymnastik, jeden Morgen. Das bin ich mir schuldig und meiner Umwelt. Denn ich bin als Gesundheitsexperte nur glaubhaft, so lange ich selbst fit bin. Außerdem bin ich ein leidenschaftlicher Radfahrer, schwimme sehr viel und mache im Winter Langlauf. Ich bin eisern, was meine Ernährung angeht. Das heißt, ich nehme spätabends keine Kohlenhydrate mehr zu mir, esse Sojaprodukte, viel Fisch und Gemüse und halte mich an die Regel: Frühstücke wie ein Kaiser, esse zu Mittag wie ein Bürger und abends wie ein Bettler.
news.de: Nun quillt der Büchermarkt derzeit über vor Gesundheitsratgebern. Wieso sollte man ihr neues Buch kaufen?
Bankhofer: In dem Buch finden Sie ein Foto. Es zeigt mich mit dem Dichter und Schriftsteller Friedrich Torberg, der in Wien gelebt hat und bekannt wurde durch seinen Roman Der Schüler Gerber und seine Anekdotensammlung Tante Jolesch. Ich hatte als junger Journalist Gelegenheit, Torberg kennenzulernen. Er sagte damals zu mir: ‹Junger Mann, wenn Sie eine Botschaft haben und Sie wollen Sie einem breiten Publikum weitergeben, dann tun Sie dies unterhaltsam, leichtfüßig und nicht mit dem erhobenen Zeigefinger. Dann wird man Ihnen gerne zuhören.› Diesen Satz habe ich mir zu Herzen genommen, als ich später damit begann, als erster im deutschsprachigen Raum Themen der Gesundheit salopp und leicht verständlich weiterzugeben, ob im Fernsehen oder beim Schreiben meiner Bücher. Die Leute wollen keine schwere Fachliteratur, sie wollen auf leicht lesbare Weise lernen, was sie für ihre Gesundheit tun können.
news.de: Kritiker werfen Ihnen aber vor, allzu salopp zu sein und vor Laien nicht als Medizinjournalist, sondern als Wissenschaftler und Arzt aufzutreten.
Bankhofer: Ich kann diese Kritiker sogar verstehen - die Professoren, die hinter ihren Büchern und Studien sitzen, mich im Fernsehen sehen und denken: Mein Gott, was der für Sachen sagt. Denn wenn es sein muss, lasse ich auch mal ein kompliziertes Detail aus, das die breite Öffentlichkeit eh nicht verstehen kann. Ein Mediziner, mit dem ich zusammen arbeite, hat das einmal so ausgedrückt: Es gibt in der Musik die E- und die U-Musik, also die ernste Musik und die Unterhaltungsmusik. Und in der Medizin gibt es die U-Medizin. Die hat der Bankhofer erfunden.
news.de: Die breite Öffentlichkeit in Deutschland kennt Sie als Gesundheitsexperte aus dem ARD-Frühstücksfernsehen. Dort treten Sie aber seit dem Sommer 2008 nicht mehr auf, weil sich der WDR als Produzent von Ihnen getrennt hat.
Bankhofer: Das war eine Intrige.
news.de: Dass Sie rausgeworfen wurden?
Bankhofer: Ja, und diese Intrige war drei Jahre vorbereitet worden - von Medizinjournalisten, von Wissenschaftlern, und es dürften auch ein oder zwei Pharmaunternehmen beteiligt gewesen sein.
news.de: Das klingt, als wären Sie sehr verbittert.
Bankhofer: Ja, denn es war eine so wunderschöne Zeit – schließlich waren es zwölf Jahre. Umso mehr hat es mich getroffen, dass der WDR mich vorverurteilt hat.
news.de: Was war denn nun dran an den Vorwürfen, Sie hätten Schleichwerbung für den Konzern Klosterfrau Healthcare Group gemacht?
Bankhofer: Gar nichts. Die Clearingstelle der ARD hat alle meine Auftritte untersucht und ist zu dem Schluss gekommen, dass keine Schleichwerbung nachzuweisen ist. Es ist nichts gefunden worden. Aber das hat kaum ein Medium gemeldet. Und der WDR hat sich nicht entschuldigt, obwohl er doch inzwischen gemerkt haben muss, dass er das Werkzeug einer Intrige gewesen ist.
news.de: Da Sie derzeit nur in Österreich und Bayern mit Ihren Gesundheitstipps im Fernsehen zu sehen sind, haben Sie jetzt die Möglichkeit, allen anderen Menschen über news.de ein paar Ratschläge zu geben. Zum Beispiel anlässlich des Darmkrebsmonats März, wie man seinen Darm fit hält.
Bankhofer: Gerne. Essen Sie mehr Sauerkraut und Kohlgemüse - Weißkohl zum Beispiel, Rotkohl oder Wirsing. Das Kohlgemüse bildet einen zähen langsamen Brei und zieht die ganzen Gifte aus dem Darm heraus.
news.de: Und was macht man bei Verstopfung?
Bankhofer: Auf keinen Fall sollte man ein Abführmittel nehmen, denn das macht den Darm mit der Zeit kaputt. Besser ist es, ein ganz banales Hausmittel auszuprobieren: Trinken Sie morgens ein Glas abgestandenes Wasser auf nüchternen Magen. Meist stellt sich nach einer Stunde der gewünschte Erfolg ein. Oder Sie nehmen eine Schale mit lauwarmem Wasser und legen fünf Dörrpflaumen hinein oder fünf getrocknete Feigen, lassen sie über Nacht aufquellen, essen sie am nächsten Morgen und trinken hinterher das Fruchtwasser. Wandern, flott gehen, Rad fahren – auch das hilft, um den Darm in Bewegung zu halten.
news.de: Dumm nur, wenn man gerade unter Frühjahrsmüdigkeit leidet und keine Lust auf Bewegung hat.
Bankhofer: Dann sollte man reichlich Vitamin C zu sich nehmen. Zitrusfrüchte, Sauerkraut, Paprikaschoten, Hagebuttentee und Sanddornsaft machen munter. Auch sollte man auf eine Vitamin-E-reiche Ernährung achten, sprich: Milch- und Vollkornprodukte essen. Und schauen, dass man genug Eisen zu sich nimmt. Das steckt zum Beispiel in Rote Beete, Sojaprodukten und Hühnerfleisch. Wer voller Vitalität in den Tag starten möchte, sollte ein Vollkornbrot mit Quark bestreichen und dick mit frischem Schnittlauch bestreuen.
news.de: Ihr Buch Ihre Gesundheit liegt mir am Herzen ist abgeschlossen. Gibt es ein neues Projekt?
Bankhofer: Es gibt sogar mehrere neue Projekte. Im Mai erscheint ein Buch, das ich gemeinsam mit Peter Großmann, dem Sportmoderator des ARD-Morgenmagazins, geschrieben habe. Es heißt Naturdoping, und darin erklären wir Freizeitsportlern, dass Dopen zwar schlecht ist, aber dass die Natur uns viele Kraftmittel zur Verfügung stellt, die wir nutzen sollten. Außerdem plane ich ein Buch über das Tote Meer. Und wer weiß, vielleicht kommt der WDR wieder auf mich zu. Frau Kiewel durfte ja auch wieder, obwohl sie nachweislich Schleichwerbung gemacht hat.
Hademar Bankhofer, Jahrgang 1941, ist ein österreichischer Medizinjournalist und Autor zahlreicher Gesundheitsbücher. In Deutschland wurde er vor allem als Gesundheitsexperte im ARD-Frühstücksfernsehen bekannt. Derzeit gibt er Erhährungs- und Gesundheitstipps im österreichischen Fersehen und im RTL-Bayernjournal Spektrum Gesundheit, das vom 5. April an bundesweit zu sehen ist. Sein neues Buch heißt Ihre Gesundheit liegt mir am Herzen und erscheint im Südwest-Verlag.
kat
Einfach klar logisch, ich habe als Fernseh-Verweigerer noch nie von dem Herrn gehört, muß aber sagen, daß seine einfachen Botschaften extrem viel Geld im "Gesundheitsunwesen" einsparen helfen würden, wenn Sie nur zur Hälfte befolgt werden würden. Merke: Um gesund zu bleiben, braucht man keine (Schul-)Medizin, sondern gesunde Ernährung (und Bewegung), ist man erkrankt und gerät in die "Fänge" der Schulmedizin, wird man langfristig noch kranker und eine "Cash-Cow" für die Pharmaindustrie - das betrifft ganz klar zahlreiche Krankheiten wie Krebs, Herz-Kreislauf-Gelenkerkrankungen etc.
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