Mo., 13.02.12

Koloskopie Die beste Waffe gegen Darmkrebs

Von news.de-Redakteurin Claudia Arthen

Artikel vom 04.03.2010

Vorsorgeuntersuchungen können Darmkrebs vermeiden. Doch immer noch scheuen zu viele Menschen davor zurück. News.de spricht mit dem Darmkrebs-Spezialisten Professor  Wolff Schmiegel aus Bochum über Ängste der Patienten.

Herr Schmiegel, warum ist der Darmkrebs so heimtückisch?

Schmiegel: Weil Darmkrebs sich häufig schon in einem fortgeschrittenen Stadium befindet, wenn er Beschwerden beim Patienten verursacht, und die Heilungschancen dann sehr gering sind.

Mit welchen Symptomen macht sich Darmkrebs bemerkbar?

Schmiegel: Durch Veränderungen der Stuhlgewohnheiten, zum Beispiel durch einen Wechsel zwischen Verstopfung und Durchfall. Wenn das anhält, ist das verdächtig. Alarmstufe Rot gilt aber bei jeder Form von sichtbarem Blut im Stuhl. Zwar kann dies auch triviale Ursachen wie Hämorrhoiden haben, aber es kann sich auch ein Krebs dahinter verbergen.

Gibt es Menschen, die besonders anfällig sind für Darmkrebs?

Schmiegel: Anfällig sind alle, in deren Familien direkte Verwandte - Geschwister, Eltern, Großeltern - an Darmkrebs erkrankt sind. Denn mit jedem Betroffenen in der Familie erhöht sich das Risiko für die noch nicht betroffenen Mitglieder deutlich. Es verdoppelt sich, es vervierfacht sich. In solchen Fällen rate ich Betroffenen, eher zur Darmkrebs-Früherkennung zu gehen. Normalerweise wird sie Menschen ab 55 empfohlen.

Weiß man inzwischen mehr über die Ursachen von Darmkrebs?

Schmiegel: Darmkrebs ist eine genetische Erkrankung, wie alle Krebserkrankungen. Wie ich vorhin schon schilderte, gibt es Familien, in denen besonders viele Fälle von Darmkrebs auftreten - über mehrere Generationen hinweg. Man muss sich also immer erkundigen, ob es in der Familie eine solche Risikosituation gibt. Darmkrebs wird zusätzlich über Lebensgewohnheiten mit beeinflusst. Fett- und fleischreiche Kost kann Darmkrebs möglicherweise fördern. Ebenso zu wenig Bewegung, zu viel Körpergewicht, Alkohol und Nikotin.

Seit dem Jahr 2002 wird alljährlich im März ein Darmkrebsmonat ausgerichtet, zahlreiche Prominente unterstützen die Aktionen und geben Bekenntnisse ab für eine Darmkrebs-Früherkennung. Zeigt dies alles Wirkung?

Schmiegel: Es zeigt Wirkung. Und an dieser Stelle muss man allen, die daran aktiv mitarbeiten, großen Dank aussprechen. Leider ist die Wirkung noch nicht ideal. Wir haben bislang erst etwa 2 Millionen von 22 Millionen Menschen erreicht, die einen Anspruch auf eine VorsorgekoloskopieBei einer Darmspiegelung wird ein etwa 1,4 Zentimeter dicker Schlauch mit einer Kamera in den Dickdarm geschoben. Das Endoskop ist mit einem optischen System ausgestattet, so dass der Arzt die Darmwand genau betrachten kann. Entdeckt er eine Veränderung, entnimmt er eine Gewebeprobe oder entfernt Polypen, die zu einem Tumor entarten können. Für alle gesetzlichen Versicherten ab 55 Jahren ist sie kostenfrei. Die Krankenkassen erstatten die Kosten auch Jüngeren, wenn etwa Blut im Stuhl gefunden wird. , also eine Spiegelung des Dickdarms, haben. Gemeint sind alle, die über 55 Jahre sind. Bei ihnen besteht erfahrungsgemäß ein erhöhtes Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. Wir würden uns freuen, wenn auch die restlichen 20 Millionen daran teilnähmen. Denn Früherkennung bedeutet Schutz vor Darmkrebs.

Woran liegt es, dass die Deutschen solche Vorsorgemuffel sind?

Schmiegel: Die Deutschen sind deswegen Vorsorgemuffel, weil sie Angst vor der Untersuchung haben. Weil sie meinen, eine Darmspiegelung sei eine sehr persönliche Sache. Weil der Darm ein Tabuthema ist. Ich gebe ja zu, dass die Vorbereitung auf die Untersuchung - die Reinigung des Darms - unangenehm ist. Es ist nicht jedermanns Sache, den Darm mit Hilfe von Abführmitteln zu spülen. Die Spiegelung selbst ist aber völlig unproblematisch und schmerzlos, zumal vorher eine Schlafschlummerspritze verabreicht wird. Von der großen Mehrheit der Patienten wird sie jedenfalls als sehr problemlos beschrieben.

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Leserkommentare (2)
  • Kommentar: 2
  • 04.03.2010 09:11
von
Famtom

Vorsorge ist besser als heilen . Ist zwar etwas unangenem,aber doch für den Patienten gut .

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  • Kommentar: 1
  • 11.03.2009 12:58
von

dhatte schon darmspiegelung keine unanehmlichkeiten dabei ausser einen tag fasten

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