Von news.de-Redakteurin Claudia Arthen
Darmkrebs ist eine tückische Krankheit: Die Tumoren können wuchern, ohne dass sie eindeutige Beschwerden verursachen. Pro Jahr erkranken in Deutschland 73.000 Menschen daran, 28.000 sterben. Dabei ist Darmkrebs heilbar - wenn er rechtzeitig erkannt wird.
Felix Burda ist im Alter von 33 Jahren an Darmkrebs gestorben. Er wusste nicht, dass er ein erbliches Risiko besitzt und eine Früherkennungsuntersuchung
sein Leben hätte retten können. Die Bedeutung der Früherkennung in das Bewusstsein der Menschen zu bringen, ist deshalb die Hauptaufgabe der Felix-Burda-Stiftung.
Deren Präsidentin Christa Maar, die Mutter von Felix, ruft seit 2002 Jahr für Jahr den März zum «Darmkrebsmonat» aus und versucht mit Aktionen und Kampagnen, TV-Werbespots mit Prominenten sowie einer Darmkrebs-Gala das Bewusstsein der Menschen dafür zu schärfen, dass Darmkrebs heilbar ist, wenn man denn rechtzeitig zur Vorsorgeuntersuchung geht. Denn wenn bereits Beschwerden wie Blut im Stuhl oder Verhärtungen im Bauchraum auftreten, kann es für eine Heilung zu spät sein.
Dem Engagement von Christa Maar ist es auch zu verdanken, dass die Vorsorgekoloskopie von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt wird. Seit 2003 können gesetzlich Versicherte ab dem 55. Lebensjahr alle zehn Jahre ihren Darm spiegeln lassen. Wenn ein familiäres Risiko bekannt ist, übernehmen die Kassen auch die Kosten einer Darmspiegelung im jüngeren Alter. Nach Berechungen des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung hatten zwischen 2003 und 2007 16,8 Millionen gesetzlich Versicherte einen Anspruch auf eine Vorsorgekoloskopie. Von ihnen gingen jedoch nur 13,4 Prozent der Männer und 15,1 Prozent der Frauen hin.
«Bis zu 15.000 Menschen könnten jedes Jahr gerettet werden, wenn die kostenlose Darmkrebs-Früherkennung stärker genutzt würde», betont Professor Dr. Wolff Schmiegel, Darmkrebs-Experte und Mitglied des Fachausschusses Forschung der Deutschen Krebshilfe. Werden dabei Polypen, also Vorstufen von Darmkrebs, gefunden, können sie im Zuge dieser Untersuchung sofort entfernt werden. Auch Frühformen von Darmkrebs lassen sich während der Koloskopie beseitigen.
«In der Hand eines erfahrenen Arztes ist die Darmspiegelung eine sichere und schmerzfreie Untersuchungsmethode», sagt Schmiegel, der die Vorbehalte gegen die Untersuchungsmethode kennt. Es gibt auch eine Alternative: Wer sich gegen die Darmspiegelung entscheidet, hat ab dem 55. Lebensjahr alle zwei Jahre Anspruch auf den Stuhlblut-Test. Die Kosten für diesen sogenannten Okkulttest übernehmen die Kassen auch jährlich für Menschen zwischen dem 50. und 55. Lebensjahr.
Die Darmspiegelung bleibt aber nach Einschätzung von Medizinern weiterhin die beste Waffe im Kampf gegen den Darmkrebs. Allerdings müsse der untersuchende Mediziner über eine gesetzlich genau festgelegte Qualifikation verfügen und sich für die Darmspiegelung auch genügend Zeit nehmen. Dies betont der Chefarzt der Medizinischen Klinik am Evangelischen Krankenhaus Düsseldorf, Professor Horst Neuhaus.
Es gebe keine Zweifel, dass Polypen im rechtsseitigen Dickdarm häufiger übersehen würden als auf der linken Seite, sagt Neuhaus mit Blick auf eine Studie. Hier verblieben eher Stuhlreste, die die Sicht bei der Darmspiegelung erschwerten. Eine sorgfältige Vorbereitung der Patienten sei deswegen unerlässlich, betont der Experte: «Der Darm muss blitzblank sein.»
Einen Darm von innen zu sehen, ermöglicht ein mehr als 20 Meter langes und knapp drei Meter hohes Darmmodell in Rosa, das derzeit in verschiedenen Städten aufgestellt wird. Darin können Besucher die Entwicklung von Darmkrebs erkunden. Das Darmmodell gehört der Felix-Burda-Stiftung und zeigt den gesunden Darm, die Entwicklung von Vorstufen zu Darmkrebs und chronisch entzündliche Darmerkrankungen.
Christa Maar hofft, dass das begehbare Darmmodell und die anschaulich dargestellten Risiken und Interventionschancen mit dazu beitragen, dass sich immer mehr Menschen zu einer konsequenten Darmkrebsvorsorge entschließen. Die Promis machen es vor: Schauspielerin und Ärztin Maria Furtwängler hat sich schon untersuchen lassen. Der Tatort-Kommissarin liegt viel daran, dass eien Darmspiegelung kein Tabuthema mehr ist. Eine Darmspiegelung sei «etwas ganz Normales», sagt sie.
Ähnlich sieht es ihr Kollege Axel Milberg: Er verstehe nicht, warum immer noch so viele Berechtigte ab dem 55. Lebensjahr das Vorsorgeangebot der Kassen zur koloskopischen Darmkrebsvorsorge ignorieren. Er habe sich einer Darmspiegelung unterzogen, dabei seien zwei verdächtige Polypen entdeckt und entfernt worden. Koloskopie sei etwas Gutes: «Entweder man hat einen unauffälligen Befund und damit die Beruhigung, für die nächsten Jahre vor Darmkrebs gefeit zu sein. Oder aber man entdeckt etwas und gewinnt damit die Chance zur Frühintervention.»
Zum Thema Darmkrebs hält die Deutsche Krebshilfe umfangreiches kostenloses Informationsmaterial bereit: Ratgeber, Präventionsfaltblätter und Plakate sowie ein neuer Patienten-Informationsfilm auf DVD können kostenlos bei der Deutschen Krebshilfe, Postfach 1467, 53004 Bonn, oder im Internet unter www.krebshilfe.de bestellt werden. Infos gibt es auch unter www.dem-darmkrebs-auf-der-spur.de und unter www.felix-burda-stiftung.de. In diesen Städten macht das Darmmodell Station: www.faszination-darm.de. Darmspezialisten sind zu finden unter www.darmspezialisten.de.
Mit diesem Text startet news.de eine kleine Reihe zum Darmkrebsmonat März. Lesen Sie in den nächsten Tagen ein Interview mit dem Darmspezialisten Professor Dr. Wolff Schmiegel.
pek/news.de
anstatt irgend ne these aufzustellen wieviel sterben und wieviel nicht sollte man sich erstmal nen plan machen wie ich die menschen zur frühuntersuchung bewege denn wie jeder weiß ignoriert man unwohlkeiten solange bis sie nicht mehr erträglich sind ;) außerdem würde man durch staatlich angeordenete frühuntersuchungen auch eine menge an kosten sparen wenn man sich überlegt das jedes jahr 28 tausend menschen daran sterben die ja "angeblich" geheilt werden könnten
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