Von Christian Jung
Knapp 187.000 Ehen sind 2007 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes geschieden worden. Manche Scheidungskriege hätten sich vermeiden lassen können, wenn die Paare einfache Spielregeln der Liebe beachtet - viel miteinander gelacht hätten.
«Männer und Frauen passen eigentlich nicht zusammen», bestätigt der Arzt und Psychotherapeut Arnold Retzer eine alte Weisheit. Dies sei aber kein Grund zum resignieren, sondern könne auch als Chance jeder Beziehung begriffen werden. Vorausgesetzt, dass akzeptiert wird, dass eine gute Ehe oder Partnerschaft nicht aus völliger Harmonie besteht, sondern auch aus Widerspruch und Unterschieden. So gebe es zum Beispiel Paare, die völlig unterschiedlich seien und dennoch ein erfülltes Eheleben führten. «Weil sie sich nicht gegenseitig ändern wollen, sich dafür aber respektieren und auch zum Lachen bringen», sagt Retzer, der zahlreiche Bücher zum Thema geschrieben hat.
«Beim ersten Kontakt frage ich Paare, wann sie zuletzt übereinander gelacht haben, da sichtbarer Humor implizit ein Beleg von Milde ist», erzählt Retzer. Gegenseitige Liebe und Respekt entstünden auch dann, wenn ein Paar Informationen über Erlebtes, den Beruf oder das Privatleben miteinander teilen.
«Mit jeder Hochzeit heiratet man ein paar unlösbare Probleme. Wenn ein Partner diese lösen möchte, hat die Partnerschaft schon einen Knacks», erklärt der 56 Jahre alte Privatdozent der Universität Heidelberg. Nüchtern analysiert er meist zu Beginn von Sitzungen zur Paartherapie, dass sich Streitereien oft wegen banaler Dinge wie falsch ausgedrückten Zahnpastatuben entzünden und kriegsähnliche Zustände auslösen. Dabei wird jede Macke gegeneinander ausgespielt.
Problematisch können für jede Beziehung jedoch Verletzungen, Kränkungen, Untreue und Affären sein, bei denen betroffene Paare immer wieder der überbewerteten Idee der Gerechtigkeit und dem Ausgleich nachhingen. «Aber wie soll beispielsweise der Seitensprung eines Partners wieder gutgemacht werden? Darf ein gehörnter Ehemann seine Frau nun einmal oder gar mit fünf Frauen betrügen, damit wieder Gleichstand herrscht? Oder ist eine hohe Geldsumme oder ein Geschenk zu leisten, damit man wieder zueinander findet?», fragt Retzer und hat sofort eine Antwort: Gerechtigkeit sei eine Konstruktion der Mathematik und damit für das Paarleben unbrauchbar, da ein übertriebener Gerechtigkeitsanspruch eher zu Rachefeldzügen als zu einer Intensivierung des Liebesglücks führten.
Die Alternative seien altbewährte Methoden von erfahrenen Ehepaaren, die einander ihre Fehler unausgesprochen verzeihen und Ansprüche aufgeben, die man an den anderen hat. So könne es von Vorteil sein, wenn die Partner die Gnade des Vergessens praktizierten und auf unnötige Ratgeberbücher verzichteten, da beide sonst verzweifeln, wenn sie alle dort aufgeführten Dinge im Leben umsetzen wollten. Deshalb ist Retzer auch nach unzähligen Paargesprächen und Studien sicher, dass sich Paare auf Gemeinsamkeiten konzentrieren und trotzdem Widersprüche zulassen müssten. «Es kommt letztlich nicht darauf an, sich zu vertragen, sondern sich zu ertragen. Ein Arrangement, das auch als resignative Reife bezeichnet werden kann.»
Deshalb spricht Retzer auch gerne vom «Wunder der Ehe», das es weiter wissenschaftlich zu untersuchen gelte. Denn trotz der bekannten Scheidungszahlen habe es in der Menschheitsgeschichte noch nie so viele Menschen gegeben, die so lange ein und denselben Partner hatten. Dabei spielten immer wieder positive Illusionen eine besondere Rolle für glücklich eingeschätzte, lang andauernde Ehen. Am besten werde dies im Statement einer Studienteilnehmerin deutlich: «Als ich zugenommen hatte, hat er gesagt, er mag dicke Frauen. Als ich wieder abgenommen habe, hat er gesagt, er mag schlanke Frauen. Irgendwann habe ich dann begriffen, dass er mich liebt.»
car/gua
wer recht hat hat recht...... selbts millionäre müssen erkennen..... liebe kann man mit geld nicht kaufen.... mit der liebe spielt man nicht ++ wenn aus LIEBE HASS wird.... die neue ehrliche diskussion++ astrowolf hannover jetzt mitmachen ++ viel glück ++ jetzt weiß ich vorher wer zu mir passt +++ liebe ist gefährlich lebensgefährlich Millionen Tote... jetzt weiß ich warum +++
jetzt antwortenKommentar meldenDer Aspekt "Sex" kommt oftmals zu kurz in den "Analysen". Wenn nach 30 Jahren ein Partner erklärt, jetzt sei es genug, setzt das eine Spirale nach unten in Bewegung.
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