Do., 23.02.12
Wir fasten uns ran

Sieben Wochen ohne Fastfood Nieder mit der Tütensuppe!

Von news.de-Redakteur Michael Heinrich

Artikel vom 25.02.2009

Endlich, mit der Fastenzeit ist die Gelegenheit da, schlechten, ungesunden Essgewohnheiten zu begegnen. Außerdem liebe ich gutes und vor allem frisch zubereitetes Essen. Doch schon am zweiten Tag gibt es das erste Problem.

Wissen Sie eigentlich, wie viel unserer täglichen Nahrung wir als Fastfood zu uns nehmen? Nicht nur Burger und Döner zählen dazu, sondern auch Sandwiches, Bagels, Wraps, Fish and Chips, abgepackter Salat mit Dressing aus der Tube oder Fertiggerichte aus der Tiefkühltruhe des Supermarkts. All diese Sachen gibt es nur aus einem Grund: Damit Menschen weniger Zeit mit Essen verbringen und folglich mehr Zeit haben produktiv zu sein.

Für mich ist Essen keineswegs nötiger Aufwand, sondern willkommener Genuss. Leider bin ich auch Journalist und damit Sklave der Geschwindigkeit. Gerade, wenn man von Wettkämpfen vor Ort berichtet, diktiert der Terminplan der Veranstaltung den Rhythmus. Zwischendurch schaufelt man Kohlenhydrate wie ein Radsportler, um einen Hungerast und die damit einhergehende Schreibblockade zu vermeiden.

Doch von jetzt an und für (mindestens) sieben Wochen wird dem Essen der Stellenwert eingeräumt, den es haben sollte. Ich schließe mich der Widerstandsbewegung gegen alle Formen von «To Go»-Nahrung an. Die Pizzahotline ist für die Fastfood-Résistence ebenso tabu wie chinesische, thailändische oder sonstländische Schnellgarküchen. Ich hoffe, meine Chefredaktion versteht, dass die Zubereitung jedes Gerichts seine Zeit braucht und eine Mittagspause von einer halben Stunde daher nicht ausreicht. Eine gute Boullion ist nicht in zehn Minuten gemacht. Nieder mit der Tütensuppe!

Während in der Redaktion bereits die ersten Kollegen angefangen, die Regeln zu beugen, gilt für mich eiserne Disziplin. Da ich in der Mikrowelle Aufgewärmtes als degeneriertes Essen ansehe, bleiben nur wenige Möglichkeiten. Die Billigste ist selbst kochen. Und sollte es doch einmal zeitlich eng werden, muss eben etwas auf den Tisch, das schnell gekocht werden kann. Dabei gilt, eine gute Pasta kann nichts ersetzen. Mein Gericht heute: Farfalle tonno e pomodori.

fme
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