Das ganze Leben ist ein Flirt
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Von news.de-Redakteurin Claudia Arthen
Artikel vom 13.02.2009
Singles haben am Valentinstag kein leichtes Dasein: Überall fröhliche Verliebte, Herzen und Blumen. Da hilft nur eines: Flirten. Aber wie? Dumme Frage. Es ist uns doch in die Wiege gelegt - sagen Evolutionsforscher.
Flirten kann jeder, sagt auch Phillip von Senftleben. Er flirtet schon seit seinem achten Lebensjahr. Dabei sieht der inzwischen 47 Jahre alte studierte Jurist nicht gerade wie George Clooney aus. Klein ist er, geschätzte 1,70 Meter, hat blaue Augen, dunkle Haare und eine beginnende Glatze, weshalb er oft mit einer Baskenmütze unterwegs ist.
Seit vier Jahren flirtet er professionell. Angefangen hat das bei verschiedenen Radiosendern, für die von Senftleben als «Der Flirter» oder auch als «Womanizer» wildfremde Frauen in Büros anruft und sie so lange umgarnt, bis sie ihm ihre Privatnummer geben. Das klingt dann in etwa so: «Du hast eine zartbitterschokoladenmäßige Stimme». Oder: «Merken Sie das Knistern in der Leitung?» Inzwischen gibt von Senftleben auch Flirtseminare, und er hat ein Buch über die Geheimnisse des Flirtens geschrieben.
Mit Flirthilfen für Frau und Mann lässt sich Geld machen. Das hat nicht nur von Senftleben erkannt. Wer das Wort Flirttipps in eine bekannte Internetsuchmaschine eingibt, der erhält 440.000 Treffer mit den Links zu den unterschiedlichsten Flirtportalen und -schulen. Da erfahren schüchterne Männer, wie sie eine Frau «richtig anmachen», werden «todsichere Erfolgsrezepte» verraten, und plaudert ein «zertifizierter Herzenskrieger» seine Geheimnisse aus.
Natürlich haben sich auch Forscher mit dem Flirt beschäftigt – rein wissenschaftlich. John Rempel von der St. Jeromes Universität in Waterloo definiert erst einmal, wovon überhaupt die Rede ist: «Auf den Punkt gebracht ist Flirten Interesse ausdrücken», sagt der Psychologe. Oder jemandem Aufmerksamkeit schenken. Dass wir uns dabei manchmal ungeschickt anstellen, führt der Forscher auf die Angst vor Zurückweisung zurück. Deshalb sein Rat: Die Flirtangel ganz subtil auswerfen. Umso geringer ist die Gefahr des Scheiterns.
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