Montags geht's am liebsten zum Arzt
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18 Mal im Jahr sucht der Durchschnittsdeutsche medizinischen Rat. Besonders montags treibt es die Patienten zu den Ärzten, die zwar immer noch die Praxisgebühr einfordern, aber das scheint die Deutschen nicht mehr zu stören.
Seit 2004 gilt die Zuzahlungspflicht in Höhe von zehn Euro für die gesetzlichen Krankenkassen. Mit der Einführung gingen damals auch die Patientenzahlen in den Arztpraxen drastisch zurück. Doch seit drei Jahren ist ein Anstieg zu verzeichnen - um etwa zehn Prozent. Das steht in einer heute in Berlin veröffentlichten Studie Hannoveraner Forscher im Auftrag der Gmünder Ersatzkasse GEK.
Pro Arztbesuch bleiben deshalb oft nur wenige Minuten für die Behandlung. International liege Deutschland bei den Arztbesuchen wohl an der Spitze, sagte der GEK-Vorsitzende Rolf-Ulrich Schlenker unter Berufung auf Vergleichswerte.
Oft nur «flüchtige Behandlungen» könnten ein Grund für die vielen Arztbesuche sein, sagte Schlenker. «Es gibt Zweifel, ob bei jedem Kontakt das Richtige und ausreichend getan wird.» Positiv sei eine hohe Dichte und Akzeptanz der Versorgung. Studienautor Friedrich Wilhelm Schwartz sagte, es sei «ein Problem», dass für längere Gespräche beim Arzt die Zeit oft fehle. Vor allem für Patienten mit psychosomatischen Leiden wäre mehr Zeit oft wichtig.
Am Tag mit den meisten Arztbesuchen im Untersuchungsjahr 2007 - dem 1. Oktober - suchten allein 9,7 Millionen Menschen Rat in Praxen. Jeder Arzt musste rund 70 Patienten behandeln. Für den Einzelnen blieben nach Angaben von Schwartz im Schnitt sechs Minuten, wobei Hausärzte und Internisten gemessen an ihrem höheren Beratungsbedarf am wenigsten Zeit hätten. Im Langzeitschnitt seien es zwölf Minuten pro Arztbesuch.
Mehr als 92 Prozent der Menschen suchten binnen eines Jahres einen Arzt auf. Pro Werktag gebe es im Schnitt 5,2 Millionen Arztbesuche, so die Autoren. Jeder der 137.000 niedergelassenen Ärzte müsse im Schnitt normalerweise 38 Patienten behandeln. Knappe Beratungszeiten und steigende Arzneimittelverordnungen sind nach GEK-Einschätzung da «kaum verwunderlich».
Dabei ist der Montag wegen aufgeschobener Patientenanliegen vom Wochenende der geschäftigste Tag in den Praxen. Während im Schnitt täglich rund vier Prozent einen Arzt aufsuchen, so seien es an Montagen acht Prozent der Bevölkerung. Jeder zweite Bundesbürger nahm binnen eines Jahres zudem vier oder mehr Ärzte unterschiedlicher Fachrichtungen in Anspruch. Schlenker forderte deshalb eine stärkere Lotsenfunktion des Hausarztes, neue Bestimmungen über entsprechende Hausarztverträge seien aber zu streng.
Scharf kritisierte er den neuen Finanzausgleich zwischen den Kassen durch den Gesundheitsfonds je nach Krankheit der Versicherten: Milliarden würden per Gießkanne fehlgeleitet. Laut Studie erhalten die Kassen etwa für bis zu 80 Prozent der Menschen mit Depressionen leichterer Formen mehr Geld als nötig, für den Rest der Depressiven bekämen sie zu wenig Geld. Allein bei diesem Leiden gehe es insgesamt um vier Milliarden Euro.
Der «GEK-Report ambulant-ärztliche Versorgung 2008» stützt sich auf die Daten der 1,6 Millionen GEK-Versicherten und sei über diesen Kreis hinaus aussagekräftig.
car
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Eine stärkere Lotsenfunktion des Hausarztes? Und wenn der keine Peilung hat?
jetzt antwortenKommentar meldenIch ghe dann zum Arzt,wenn ich krank bin . Ansonsten nicht .
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