Sa., 26.05.12

Gute Vorsätze 29.12.2008 So wird morgen auch wirklich alles anders

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Mehr Sport treiben im neuen Jahr: Meist bleibt es bei dem guten Vorsatz. Bild: dpa

Von news.de-Redakteurin Mara Schneider

Fünf Kilo abnehmen? Mit dem Rauchen aufhören? Für viele ist der Jahreswechsel Anlass,lange Aufgeschobenes endlich in die Tat umzusetzen. Doch wer die guten Vorsätze falsch angeht, ist von vornherein zum Scheitern verurteilt.

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Einer Umfrage des Allensbach-Instituts zufolge liegen gute Vorsätze für das neue Jahr weiter im Trend. Während sich 2005 lediglich 34 Prozent der Deutschen vorgenommen hatten, ihr Leben ab dem 1. Januar zu ändern, waren es 2006 schon 38 Prozent und im vergangenen Jahr gar 40 Prozent der Bevölkerung.

Den inneren Schweinehund auf Dauer überwunden haben die wenigsten von ihnen. Acht Prozent aller Befragten gaben an, die guten Vorsätze schon nach wenigen Tagen über Bord geworfen zu haben. Mehr als ein Viertel (27 Prozent) der Teilnehmer wusste bereits Mitte Januar, dass es mit der Umsetzung schwierig werde und das Vorgenommene vermutlich nur mit Einschränkungen umgesetzt werden könne. Für ein weiteres Viertel (27 Prozent) war noch nicht klar, ob die Vorsätze einzuhalten wären und nicht einmal jeder Zweite (38 Prozent) konnte Mitte Januar noch mit gutem Gewissen sagen, sich tatsächlich an die guten Vorsätze zu halten.

Für die Mehrheit der Deutschen bleibt ein guter Vorsatz also das, was er ist – ein guter Vorsatz. Zu oft werden die Ziele viel zu hoch gesteckt, sind unrealistisch oder nicht mit den bisherigen Gewohnheiten vereinbar. Was bleibt, ist das schlechte Gewissen – und der Vorsatz «nächstes Jahr wird alles besser, bestimmt».

Der Schlüssel zum Erfolg ist eine Einheit aus Vorsatz, Maß und Disziplin, sagt Diplom-Psychologe Fritz Propach vom Verein pro psychotherapie. «Wenn Sie das Neue Jahr mit guten Vorsätzen beginnen wollen, setzen Sie sich lieber wenige und erreichbare Ziele, als zu viele, vage und utopische Vorhaben zu verfolgen.»

Auch Diplom-Kaufmann Mathias Petri, der für das Internetportal www.therapie.de in Zusammenarbeit mit dem Verein pro psychotherapie ein Dossier rund um das Thema gute Vorsätze erstellt hat, rät: «Konzentrieren Sie sich auf ein bis zwei Dinge, die ihnen persönlich am wichtigsten sind. Machen Sie sich dabei nicht von äußeren Einflüssen abhängig.» Heißt, wer abnehmen will, sollte das aus eigenem Antrieb tun und nicht, weil dieser Wunsch von Freunden und Familie immer wieder geäußert wird.

Lesen Sie auf Seite 2 welche Ziele realistisch sind

Außerdem sollten die Erwartungen nicht zu hoch geschraubt, kleine Ziele gesteckt und Rückschläge nicht zu ernst genommen werden. Wenn sich ein Schocoholic vornimmt, ab morgen gar keine Schokolade mehr zu essen, wird ihm das wesentlich schlechter gelingen als wenn er nach und nach die Menge reduziert. «Zur dauerhaften Veränderung von Gewohnheiten ist im Voraus ein Zeitplan mit konkreten Schritten wichtig. Außerdem ist es gut, sich Hürden bewusst zu machen sowie über Motivationsmöglichkeiten nachzudenken», sagt Propach.

Wer jahrelang keinen Sport gemacht, nun aber damit anfangen möchte, sollte es ebenfalls langsam angehen und nicht gleich an einem Marathon teilnehmen wollen. «Suchen Sie sich eine Sportart aus, die wirklich zu ihnen passt, an der Sie Spaß haben», sagt Mathias Petri. Wer sich gern an der frischen Luft bewegt, sollte sich also fragen, ob das Fitnessstudio tatsächlich das Richtige ist. Wer lieber allein Sport macht, für den ist eine Mannschaftssportart eher ungeeignet. Auch sei es wenig realistisch, als Neuling gleich zu Beginn dreimal pro Woche oder gar öfter durchstarten zu wollen. Dabei geht schnell die Lust verloren.

«Wenn Sie erst einmal angefangen haben, genießen Sie jeden Erfolgsmoment bewusst und belohnen Sie sich auch dafür», gibt Petri Motivationstipps. Wer seinem guten Vorsatz drei Monate lang durchgehalten hat, könne sich beispielsweise mit einem Paar neuer Schuhe oder einer neuen CD belohnen.

Auch das Risiko etwaiger Rückschläge oder Scheitern sollte einkalkuliert werden. Wer zum Beispiel seine sportliche Aktivität unterbrechen muss, weil er krank ist, sollte sich deswegen nicht zu sehr grämen. «Wichtig ist, dass Sie auch danach am Ball bleiben», sagt Petri. Wer mehr Zeit mit seiner Familie verbringen möchte, dass aber aufgrund von kurzfristigen Terminen oder wichtigen Projekten nicht so regelmäßig umsetzen kann wie erhofft, sollte ebenfalls nicht zu streng mit sich sein. «Wenn Sie etwas ausfallen lassen müssen, holen Sie es eben nach, wenn es zeitlich besser passt.»

Generell haben gute Vorsätze höhere Chancen, auch tatsächlich umgesetzt zu werden, wenn sie nicht an ein bestimmtes Datum gebunden sind. Statt also immer erst am Ende eines Jahres Bilanz zu ziehen und sich fragen, was man in seinem Leben ändern sollte, raten Psychologen, Gewohnheiten immer dann zu ändern, wenn man merkt, dass sie nicht gut sind. «Zum Jahresende entsteht immer eine Art Herdentrieb, jeder will etwas besser machen und es bricht eine Welle der Euphorie herein», erklärt Petri. «Wenn Sie etwas zum Gelingen Ihrer Vorhaben beitragen wollen, nehmen Sie es sofort in Angriff und schieben Sie es nicht bis Ende Dezember vor sich her.»

Lesen Sie auf Seite 3, welche Tipps Psychologen für das Gelingen guter Vorsätze geben

Auf seiner Internetseite hat der Verein pro psychotherapie zehn Tipps zusammengetragen, die dabei helfen sollen, Misserfolge zu vermeiden. Wer diese Ratschläge beherzigt, dem wird es künftig leichter fallen, gute Vorsätze langfristig in die Tat umzusetzen:

Fassen Sie keine guten Vorsätze, nur weil es zum Jahresende alle tun. Nehmen Sie sich nur vor, was Sie selbst wirklich wollen. Setzen Sie sich ausschließlich individuelle Ziele: Sie können Ziele eher erreichen, wenn diese auch wirklich mit Ihren eigenen Interessen und Werten übereinstimmen.

Nehmen Sie sich nicht gleich mehrere Veränderungen vor. Immer eins nach dem anderen.

Setzen Sie sich für jedes Vorhaben realistische Ziele. Planen Sie von vornherein kleine Schritte zur Umsetzung Ihrer Vorsätze ein und nähern Sie sich Ihrem Ziel Stück für Stück. Wer den Weg zum Ziel schrittweise umsetzt, hat die größten Aussichten auf Erfolg. Erreichte Teilziele geben Kraft, weiterzumachen.

Setzen Sie sich konkrete Ziele. Formulieren Sie Ihren guten Vorsatz ganz klar aus und legen Sie bereits vorab nicht nur einen Weg für die Umsetzung fest, sondern machen Sie sich auch realistische Zeitvorgaben.

Benennen Sie die Vorteile, die Sie sich von der Veränderung erhoffen. Schreiben Sie sich diese auf, dann haben Sie sie immer im Blick.

Nehmen Sie sich ausreichend Zeit, um herauszufinden, was Sie wirklich ändern wollen. Was passt zu Ihnen? Was können Sie schaffen? Und vor allem muss man sich sicher sein, dass man eine Veränderung tatsächlich will.

Überlegen Sie sich vorher, wie Sie mit Versuchungen und Krisensituationen umgehen wollen.

Suchen Sie sich Sparrings-Partner. Zu zweit oder in der Gruppe sind je nach Vorhaben die Motivation und der Spaßfaktor oft höher.

Belohnen Sie sich, wenn Sie erste Erfolge erzielt haben. Mit jedem errungenen Teilziel steigt Ihr Selbstvertrauen und Ihre Motivation bleibt erhalten.

Geben Sie nicht auf, wenn Ihre Pläne kurzfristig nicht gelingen sollten. Ausrutscher sind erlaubt. Lassen Sie sich ausreichend Zeit, werden Sie sehen, dass sich das neue Verhalten mit der Zeit mehr oder weniger automatisch einstellt.

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