Sa., 26.05.12

So essen die Deutschen 17.12.2008 Zu fett, zu süß, zu salzig

Deutsche ernähren sich weiter zu ungesund (Foto)
Seit Jahren steigt der Konsum von frittierten und damit kalorienreichen Kartoffelerzeugnissen wie Pommes frites. Bild: dpa

Die gute Nachricht: Die Deutschen trinken weniger Alkohol, die schlechte: Sie ernähren sich immer noch zu ungesund. Das sagt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Die Folge sind Übergewicht in allen Altersgruppen und gesundheitliche Risiken.

Der Zuckerverbrauch hat laut dem Bericht der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) seit 1995 signifikant um 400 Gramm pro Kopf und Jahr zugenommen. Zucker gilt als «leerer» Energieträger, der keine Vitamine und Mineralstoffe enthält. Der gesteigerte Zuckerverbrauch sei unter anderem auf einen Anstieg beim Verzehr von Gummibonbons oder Gelee sowie zuckergesüßten Erfrischungsgetränken zurückzuführen.

Ungesund sei auch der seit Jahren steigende Konsum von frittierten und damit kalorienreichen Kartoffelerzeugnissen wie Pommes frites. Während der Kartoffelverbrauch seit 1995 um durchschnittlich 1,2 Kilogramm pro Kopf und Jahr abgenommen habe, sei der Verbrauch von Kartoffelerzeugnissen im selben Zeitraum durchschnittlich um 600 Gramm pro Kopf und Jahr gestiegen und mit ihm auch die Zufuhr von ernährungsphysiologisch problematischen gesättigten FettsäurenGesättigte Fettsäuren liefern zwar schnell Energie, können aber das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten erhöhen. Sie kommen vor in Fleisch, Eiern, Käse und Wurst sowie in Butter und Schmalz. .

Der Getreideverbrauch stieg zwar in den vergangenen Jahren wieder an, langfristig nehme der Konsum an Getreide und Kartoffeln allerdings ab. Dies dürfte zu einer Abnahme der Ballaststoff-Aufnahme in der deutschen Bevölkerung führen. Das sei negativ zu bewerten, weil eine hohe Ballaststoffzufuhr sättige und damit eine übermäßige Energiezufuhr verhindern könne.

Positiv sei der Trend zu mehr Obst und Gemüse sowie zu Fisch und Geflügel und der rückläufige Verbrauch von Alkohol, Eiern, tierischen FettenTierische Fette werden aus Milch in Form von Butter, Butterschmalz, Sahne und Käse gewonnen und von Schlachttieren wie Speck, Schmalz und Talg. Die Fettsäure von tierischen Fetten zeichnet sich durch einen hohen Gehalt an gesättigten Fettsäuren und Cholesterin aus. und Margarine. Obwohl der Verbrauch von Gemüse und Obst in den letzten Jahren gestiegen sei, verlangsame sich der Anstieg insgesamt. In Zukunft seien weitere Anstrengungen notwendig, um die Ziele der «5 am Tag-Kampagne» von 650 Gramm Obst und Gemüse am Tag zu erreichen.

Der Fleischverbrauch in Deutschland ist laut DGE immer noch hoch. Zwar sei Fleisch reich an zahlreichen Vitaminen und Spurenelementen, enthalte aber auch unerwünschte gesättigte Fettsäuren und Cholesterin. Ein hoher Fleischverzehr könne je nach Zubereitungsform wie mit fettreichen Soßen oder Panaden auch eine erhöhte Fettzufuhr bedingen.

Positiv zu bewerten sei die Abnahme des Verzehrs tierischer Fette. Europaweite Vergleiche hätten gezeigt, dass die Verdrängung tierischer Fette durch Pflanzenöle zu einer deutlichen Senkung des Herzinfarktrisikos geführt habe. Zu begrüßen sei, dass der Fettkonsum insgesamt sinke.

Bei Getränken ist laut DGE-Bericht eine starke Zunahme des Verbrauchs von Mineralwasser seit 1995 um 4,4 Liter pro Kopf und Jahr zu beobachten. Außerdem habe sich die in den Ernährungsberichten 2000 und 2004 bereits aufgezeigte Tendenz eines rückläufigen Alkoholkonsums fortgesetzt. Der Bierkonsum nahm seit 1995 um 1,9 Liter pro Kopf und Jahr ab.

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