Von news.de-Redakteurin Claudia Arthen
Einst, so heißt es im Märchen, verriet ein Spieglein an der Wand einer neidvollen Königin, wer weit und breit die schönste Frau im ganzen Land ist. Heute schauen Frauen in Hochglanzillustrierte, um sich ein Bild von den Schönen zu machen. Doch was ist Schönheit eigentlich?
«Schön», schrieb einst Christian Morgenstern, «ist eigentlich alles, was man mit Liebe betrachtet.» Andere sagen, Schönheit sei Geschmackssache. Doch leider geht die Faszination des Schönen oft von ganz anderen Kriterien aus. Denn das Schönheitsempfinden des Menschen ist eng und unlösbar mit seinen Genen verbunden - sagen die Verhaltensbiologen.
Die Verhaltensbiologie kennt nämlich den praktischen Nutzen der Schönheit. Das Verlangen nach einem makellosen Körper, so die Wissenschaftler, ist vor allem ein Drang, den optimalen Fortpflanzungspartner zu finden. Schönheit versichert Gesundheit, Kraft und somit das Vorhandensein guter Gene.
Lange Beine zum Beispiel gelten in allen Kulturen als attraktiv. Schon den Vorläufern des Homo sapiens hätten sie das Überleben gesichert. Wer lange Beine hatte, konnte schneller flüchten, weiter wandern und besser überleben. Heute wird man damit reich wie Heidi Klum.
Auch was das Alter angeht, gibt es ein klares Schönheitsideal. In Umfragen wurde das ideale Alter einer schönen Frau bei 24,8 Jahren ermittelt. Ein Alter, in dem Frauen am meisten Östrogen ausschütten, die vollsten Lippen und gereiftesten Brüste haben - also bestens für die Fortpflanzung gerüstet sind.
Forschungen aus Mexiko, Japan und den USA belegen, dass ein Frauengesicht, das Männer besonders attraktiv finden, von einer höheren Stirn, geschwungenen Augenbrauen und einem kleineren Kinn geprägt ist. Für Biologen ist das nur logisch, denn die Form des Kinns hänge mit der Ausschüttung geschlechtsspezifischer Sexualhormone in der Pubertät zusammen. Frauen mit hohem Östrogenspiegel hätten ein zierliches Kinn - und ein voller Östrogentank signalisiert gute Gesundheit und hohe Fruchtbarkeit.
Frauen dagegen sind in ihren Vorlieben differenzierter. Während des Eisprungs haben jene Männer bessere Chancen, deren kantiges Profil und kräftige Muskeln einen hohen Testosteronspiegel verraten. Ansonsten, so die Verhaltensforscher, sind auch softere Typen gefragt. Der Grund: Männer mit niedrigerem Testosteronwert gehen seltener fremd und kümmern sich mehr um den Nachwuchs.
Auch in der Vergangenheit gab es Schönheitsforschungen: Leonardo da Vinci, Zeitzeugen zufolge selbst mit ebenmäßiger Schönheit ausgestattet, studierte das Wesen der Schönheit an Tausenden von menschlichen Gesichtern und kombinierte dann die unterschiedlichen Element, um auf diese Art und Weise vollkommene Gesichter in seinen Gemälden zu schaffen. Das beste Beispiel dafür stellt die Mona Lisa dar.
Sechs Jahrhunderte später starten Wissenschaftler der Universität Regensburg eine großangelegte Studie. Darin beschäftigen sie sich intensiv mit der Frage, was ein Gesicht attraktiv macht und welche sozialen Konsequenzen diese Attraktivität hat. Sie zeigten Testpersonen die Fotos von Frauengesichtern.
Das Resultat: Die Frauen, welche die Betrachter am attraktivsten fanden, existierten überhaupt nicht. Die Porträts waren am Computer so verändert worden, dass Fältchen, Hautunreinheiten und Unregelmäßigkeiten verschwanden. Fazit der Forscher: «Aufgrund unserer Ergebnisse müssen wir bezweifeln, dass gegenwärtig die Attraktivität von Menschen noch mit Maßstäben bemessen wird, die sich an realen Gesichtern herausbilden.» Schon jetzt strahlten von den Titelseiten der Magazine technisch bearbeitete Schönheiten. Selbst sehr attraktive Originalgesichter haben gegen sie keinerlei Chance.
Bisher galt: Je durchschnittlicher, desto schöner empfinden wir ein Gesicht. Die Regensburger stellten fest, dass ein Kunstgesicht umso anziehender wirkt, je mehr Originalgesichter in ihm enthalten sind. Allerdings: Je attraktiver die in einem gemorphten Gesicht enthaltenen Originale sind, desto attraktiver wird auch das Kunstgesicht. Dies widerspreche der Durchschnittshypothese, betonen die Forscher.
Auch in puncto Symmetrie differenzieren sie. Ihre Experimente zeigten, dass Symmetrie zwar die Attraktivität beeinflusse, jedoch bei weitem nicht in dem Ausmaß, wie es häufig angenommen wird. «Sehr symmetrische Gesichter sind noch lange nicht attraktiv und sehr attraktive Gesichter zeigen durchaus Abweichungen von der Symmetrie», urteilen die Experten. «Insgesamt scheint Symmetrie ein nur eher schwaches Kriterium für Attraktivität zu sein.» Denn nicht die Proportionen machen durchschnittliche Gesichter attraktiv, sondern die Oberflächen.
Das bedeutet im Klartext: Kindchenschema. So flog das Gros der Betrachter bei Frauen auf große, runde Augen, eine hohe gewölbte Stirn, eine kurze Nase und ein kleines Kinn. Die meisten bevorzugten Frauengesichter, denen ein Kindchenanteil von 10 bis 50 Prozent beigemischt war, berichten die Wissenschaftler: «Dies bedeutet: Selbst die attraktivsten Frauen werden noch schöner, wenn wir ihre Gesichtsproportionen kindlicher machen.»
Insgesamt besitzen schöne Frauen laut der Untersuchung eine braunere Haut, ein schmaleres Gesicht, vollere und gepflegtere Lippen. Sie haben einen weiteren Augenabstand, dunklere und schmalere Augenbrauen, höhere Wangenknochen und eine schmalere Nase. Ähnliches trifft auf attraktive Männer zu, jedoch sollten sie zusätzlich über markante Züge am Unterkiefer und Kinn verfügen.
Für beide Geschlechter gilt jedoch: Einen starken, positiven Einfluss auf die Attraktivität hat eine glatte, makellose Haut. Sie und alle anderen Schönheitsattribute haben sozialen Folgen: Denn je attraktiver ein Gesicht, umso positiver schätzen wir die Person ein. Schöne Menschen gelten als erfolgreicher, zufriedener, sympathischer, intelligenter, geselliger, aufregender, kreativer und fleißiger. Das macht sich auch im Beruf bemerkbar.
Der Ökonom Daniel Hamermesh von der Universität Texas hat beispielsweise herausgefunden, dass schöne Menschen mehr verdienen. Gutes Aussehen sei beim Gehalt so viel wert wie eineinhalb Jahre Berufserfahrung mehr, sagt er.
Und die amerikanische Soziologin Susan Sprecher sagt: «Schöne leben schöner.» Das beginnt, so der Verhaltensforscher Grammer, schon im Kreißsaal: Schöne Babys werden länger angelächelt, und sie spüren das. Schöne Kinder dürfen mehr spielen, man verzeiht ihnen Unsinn schneller. Sie kommen besser durch die Schule und haben bei gleicher Leistung oft die besseren Noten. Sie haben mehr Freunde, weil sich alle etwas vom Glanz ihrer Schönheit versprechen.
Kurzum: Wer gut aussieht, hat es im Leben leichter. Doch Schönheit allein reicht selten aus, es kommt auch auf die Ausstrahlung an. Die Leuchtkraft kommt von innen: So haben US-Wissenschafter festgestellt, dass hilfsbereite und ehrliche Menschen auf andere eine große Anziehung ausüben. Kommen dazu noch ein direkter Blick und ein strahlendes Lächeln, schlägt der Schönheitspegel weit nach rechts aus. Das zeige, dass Menschen ein Gesicht vorziehen, das sie mögen, folgern britische Experten. Attraktivität hat also nicht immer etwas mit Schönheit zu tun.
Schönheit ist gut ,aber da muß auch etwas Intelligenz dabei sein . Natürlich schaut man zu schönen Menschen gerne hin. Ich kann auch jungen Frauen zu ordnen , daß sie hübsch sind . Sage es dennen auch .Ich freue mich ,wenn sich junge Frauen modern und sauber präsentieren . Ich gucke sehr gerne da hin. Mode muß nicht immer teuer sein ,man kann auch mit wenig Geld sich modisch kleiden .
jetzt antwortenKommentar meldenIn den Spiegel schauen nicht nur junge Menschen, auch Menschen im Rentenalter schauen in den Spiegel. Ich tue es noch gerne , ich stehe zu meinem Alter.Make-up mag ich nicht , ist nicht gut für die Haut.Natürlichkeit ist doch besser . Elstermann
jetzt antwortenKommentar meldenWenn man sich jetzt noch mit Schönheit alles kaufen könnte, wär das Leben doch perfekt ;-)
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