Von news.de-Redakteurin Claudia Arthen
Es gibt Menschen, die falten sich nach einem stressigen Arbeitstag in eine Yogastellung. Andere meditieren oder gehen an die frische Luft und walken. Hanka Sat Want Knaur macht alles auf einmal und nennt das Breathwalking. Sie hat den Trendsport in Deutschland eingeführt.
Die neue sanfte Kombipackung altbewährter Gesundheitspraktiken heißt auf Deutsch übersetzt «Atemgehen». «Atmen und Gehen sind die zwei natürlichsten Dinge, die wir tun», sagt Hanka Sat Want Knaur. Breathwalk sei eine Yogatechnik, bei der Atmen, Gehen, Aufmerksamkeitsübungen und Meditation miteinander verbunden werden.«Auf diese Weise werden Körper und Geist auf vielfältige Weise stimuliert», ergänzt die 32-jährige Hamburgerin.
Hanka Sat Want Knaur hat den Sport während eines Urlaubs im US-Bundesstaat New Mexico kennen gelernt und war verblüfft, dass sie als jahrelang geübter Yoga-Fan noch eine Menge dazu lernen konnte. Nach Hause zurückgekehrt, lud sie Gurucharan Singh Khalsa ein, die ersten Ausbildungen in Deutschland zu leiten. Der Psychologe, ein Amerikaner mit indischen Wurzeln, dessen Name so viel wie «weise Füße» bedeutet, unterrichtet Breathwalk seit 25 Jahren und hat den Trendsport zusammen mit Yogi Bhajan, dem Erfinder des Yogitees, in den 1970er Jahren entwickelt.
Gurucharan soll damals zu Bhajan gesagt haben: «Meister, ich gehe so gerne spazieren, doch die Luft in Los Angeles ist so schlecht und die Berge sind weit». Und Bhajan soll geantwortet haben: «Das macht nichts, mein Füßling, du hast immer einen Berg in deinem Herzen, komm mit, ich zeig' dir was.» Bhajan zeigte seinem Schüler «ein ultimatives Konditionierungsprogramm für Körper, Verstand und Geist», wie er es nannte. Der Breathwalk war geboren.
Nun kann man annehmen, Gehen und Atmen können wir sowieso, wozu also noch Breathwalk-Unterricht? Hanka Sat Want Knaur sieht das anders: «Wer falsch, also zu schnell, zu stark oder zu flach atmet, der verspannt sich», erklärt die Trainerin, die Breathwalk nun schon seit vier Jahren anbietet und als Ausbildern für diese Sportart durch ganz Deutschland reist. Wie beim Yoga sei beim Breathwalking vor allem die Atmung wichtig. Richtiges Atmen sei eine Wohltat für den Körper und für die Gesundheit, negative Stimmungen verwandelten sich in aufbauende Gedanken, die Konzentration steigere sich, der Kopf werde klar und verloren gegangene Energie kehre in den Körper zurück.
Bequeme, atmungsaktive Kleidung und Laufschuhe an den Füßen – und schon kann es losgehen. Nicht komplizierte Turnübungen prägen diese Yogarichtung; Breathwalking ist vielmehr eine Mischung aus Meditation, Gehen - und eben aus Atmen. Die auf Kundalini-YogaKundalini-Yoga ist ein Yogasystem, das neben Körper- und Meditationsübungen auch Heiltechniken wie yogische Massage, die Ernährungs- und Lebensführungslehren des Ayurveda und die yogische Lebensweise umfasst. basierenden Atemübungen erfordern jedoch einiges an Konzentration. Da bleibt im Hirn kein Platz mehr für die Sorgen und Probleme des Alltags.
Jeder Breathwalk besteht aus fünf Teilen: Zu Beginn wird der Körper mit Hilfe bestimmter Atemübungen aufgewärmt. Anschließend folgt die «Ausrichtung», das heißt, die Suche nach der eigenen Geschwindigkeit. Die Vitalisierungsphase kombiniert ein bestimmtes Atemmuster mit einer Schrittfolge. Doch so kompliziert wie es klingt, ist es nicht. Die Schritte geben den Rhythmus vor und verlaufen mit dem Atem synchron. Im Gleichtakt eingearbeitete Fingerübungen, die Mudras, stimulieren bestimmte Akupressurpunkte und sorgen so für einen Extra-Schub Energie. Um während des Laufens richtig abschalten zu können, helfen Mantras. Das sind Sprechsilben, die jeder Breathwalker in Gedanken vor sich her sagt – zum Beispiel «Sa-Ta-Na-Ma». Wer geübt ist, schafft es, alle Elemente gut zu koordinieren.
Hanka Sat Want Knaur hat insgesamt 16 Breathwalk-Programme für die unterschiedlichen Bedürfnisse entwickelt. So sollen einige Läufe für einen schnellen Energieschub und geistige Klarheit sorgen, andere für innere Gelassenheit oder für Kreativität. Der Sport kann in einer Gruppe oder alleine betrieben werden. Er eignet sich nicht nur für gelenkige Yogaturner, sondern auch für unsportliche Menschen.
Beim Gehen werden alle Muskeln des Körpers beansprucht, ohne ihn anschließend mit Muskelkater zu strafen. Auch gegen Zivilisationskrankheiten soll der Yogi-Spaziergang helfen: Er stabilisiert den Kreislauf, beugt Herzkrankheiten und Rückenschmerzen vor und soll sogar dazu beitragen, Diabetes und Übergewicht in den Griff zu bekommen. Zudem werde der Stoffwechsel angekurbelt und die Haltung verbessert. Damit nicht genug: Breathwalk-Anhänger reden sogar von einer «Frischzellenkur für das Hirn». So wollen amerikanische Wissenschaftler nach nur einer Trainingseinheit eine Steigerung der Hirnaktivität um bis zu 80 Prozent gemessen haben.
Hanka Sat Want Knaur rät, mindestens dreimal in der Woche eine Stunde lang zu trainieren. Doch schon ein kurzer Walk könne Blockaden lösen und entspannen. Ein Breathwalk helle die Stimmung auf und sei dreimal so effektiv wie normales Spazierengehen. Vor allem aber kann den Sport überall ausüben. Ob auf dem Weg zur Arbeit oder beim Einkaufen.
Buchtipp: Hanka Sat Want Knaur und Gurucharan Singh Khalsa: Breathwalk – Schritt für Schritt, 192 Seiten, VAK Verlag 2008, 19,95 Euro.
Weitere Informationen: www.breathwalk.de
Sat Nam, mich freut es endlich einen guten Artikel über Breathwalk bei den neuesten Nachrichten zu lesen. Selber mache ich Breathwalking seit über 4Jahren. Gelernt habe ich es in New York. In Deutschland ist es noch schwer dieses wunderbare Walking weiterzugeben, da nur von den Kassen nordic walking unterstützt wird und die Leute lieber ein Hilfsmittel in der Hand haben, wobei wir alle unsere Hilfsmittel in uns haben, denke an die wunderbaren Mudras während dem Walken. Würde gerne zus.arbeiten I.Karlstetter ingkar@t-online.de Wahe Guru
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