Mobbing ist Schulalltag
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Doch Wegsehen ist genau der falsche Weg. Mitschüler sollten aktiv werden und zum Klassen- oder Vertrauenslehrer oder sogar dem Schulleiter gehen. Das rät auch Willi Wieland, Mediator im Verband Freier Psychotherapeuten aus Kassel. «Nur im Verbund mit Vorgesetzten und mit Unterstützung der Klassengemeinschaft kann es gelingen, das Opfer zu schützen.» Bei Mobbing gehe es immer um Macht und Schwäche. Da die Mobber in der Regel als Gruppe auftreten, sollte man ihnen zum eigenen Schutz auch als Gruppe entgegentreten. «So hat man eine realistische Chance, die Mobber einzuschüchtern», sagt Wieland.
Alexander Hemker aus Hamburg wurde selbst jahrelang gemobbt, bis er der Situation durch einen Schulwechsel ein Ende setzte. Der 17-Jährige hat mit Freunden unter www.schueler-gegen-mobbing.de ein Netzwerk für Betroffene im Internet aufgebaut. Auch er rät Mitschülern, unbedingt den Kontakt zu Lehrern zu suchen. Denn als Betroffener hat er die Erfahrung gemacht, dass Lehrer eine gemobbte Einzelperson weniger ernst nehmen. «Wenn Mitschüler was sagen, hat das mehr Wirkung.»
Neben dem Schritt in die Öffentlichkeit gibt es noch einen weiteren Weg, gemobbten Mitschülern zu helfen: «Ein persönliches Gespräch mit dem Betroffenen ist wichtig», sagt Torsten Gottschall. Denn ein Gemobbter steht meist alleine da und fühlt sich hilflos. «Da ist es wichtig zu spüren, dass es Menschen gibt, die für einen da sind», sagt er. Um sich selbst nicht in Gefahr zu bringen, empfehle es sich, das Gespräch so zu legen, dass die Täter nichts davon mitbekommen. Ein Telefonat sei dafür genauso gut wie ein Gespräch nach der Schule.
Netzwerk für Betroffene: www.schueler-gegen-mobbing.de Mobbing als Unterrichtsthema fordernMobbing findet oft unterschwellig statt. Es wird häufig kaum von der Umwelt wahrgenommen oder ignoriert. Willi Wieland, Mediator aus Kassel, rät deshalb, Mobbing generell mehr zu thematisieren. «In Schulen und Jugendgruppen sollte viel mehr über Mobbing gesprochen werden», sagt er. Dadurch würden die Schüler für Anzeichen sensibilisiert. Außerdem sinke die Hemmschwelle, selbst einzugreifen. «Schüler sollten das Thema selbst beim Lehrer anbringen.»
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