Lebensmittelallergiker müssen in der Adventszeit besonders vorsichtig sein. Hauptverursacher von allergischen Reaktionen sind in den Wochen vor Weihnachten vor allem Nüsse, Äpfel und typische Weihnachtsgewürze wie Anis, Zimt und Kardamom.
Problematisch sei für die Betroffenen vor allem die oft unzureichende Kennzeichnung der weihnachtlichen Leckereien, berichtet Sonja Lämmel vom Deutschen Allergie- und Asthmabund in Mönchengladbach. In Deutschland reagieren Schätzungen zufolge rund acht Prozent der Kinder und vier Prozent der Erwachsenen auf Lebensmittel allergisch, wie Sonja Lämmel vom Deutschen Allergie- und Asthmabund in Mönchengladbach berichtet.
«In jedem Zimtstern und in jedem Schoko-Weihnachtsmann können allergieauslösende Bestandteile enthalten sein, die für den Allergiker nicht immer ersichtlich sind», sagt die Ernährungsexpertin. Ein umfangreiches Zutatenverzeichnis sei nur für verpackte Lebensmittel vorgeschrieben. Die Inhaltsstoffe des Glühweins oder der Leckereien auf dem Weihnachtsmarkt blieben für den Allergiker so im Verborgenen.
Für Patienten, denen lebensbedrohliche anaphylaktische Reaktionen drohen, seien Schokoweihnachtsmänner, fertiges Weihnachtsgebäck und andere verpackte Leckereien tabu, betont Lämmel. Zwar seien diese mit den Inhaltsstoffen gekennzeichnet, allerdings gebe es in Deutschland noch keine einheitliche Lösung für die Spuren, die durch die Produktion ungewollt in ein Lebensmittel gelangen könnten.
Manche Hersteller verzichteten auf entsprechende Hinweise, obwohl Spuren nicht ausgeschlossen werden könnten. Andere Hersteller könnten Spuren ausschließen und vermerkten dies nicht, kritisiert die Expertin. Der Allergiker, der auf diese Spuren heftig reagiere, müsse also das Weihnachtsgebäck im Regal stehenlassen, da kein Lebensmittel für ihn sicher sei.
Der Allergie- und Asthmabund gibt Allergikern für die Adventszeit folgende Tipps:
- Reagieren Sie hochgradig auf kleine Mengen Nüsse oder Erdnüsse verzichten Sie auf abgepackte Leckereien und bereiten Ihre Schokolade oder Gebäck selber zu.
- Haselnüsse und Erdnüsse können durch Mandeln, Haferflocken, Kokosraspeln oder Amaranth ersetzt werden.
- Viele Plätzchen schmecken auch ohne Milch. Als Ersatz bieten sich Soja-, Reis- oder Haferdrink an.
- Als Ersatz für Eier eignet sich eine Mischung aus zwei Esslöffeln Wasser, einem Esslöffel Pflanzenöl und einem halben Teelöffel Backpulver. Einige Firmen bieten extra Ei-Ersatz an.
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