Von Geräuschprinzessinnen und Papierfaltern
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Der Erfindungsgeist treibt weitere skurrile Blüten: Wer schon immer einmal Curryreis oder Eiscreme aus einer Toiletten-Schüssel essen wollte, ist im taiwanesischen Kaoh-siung richtig. Dort gibt es ein Restaurant, das nach dem Thema Toilette eingerichtet ist. Die Gäste sitzen auf Toiletten mit durchsichtigen Klobrillen. Ihre Gerichte werden in Minitatur-Kloschüsseln serviert. Ein gewöhnungsbedürftiges Konzept, wie ein Besucher bestätigt: «Das Essen schmeckt sehr gut. Aber es widert mich schon noch an, wenn ich es ansehe.»
Hierzulande macht man sich ganz andere Sorgen. Nämlich darüber, ob die Deutschen Falter oder Knüller sind. Laut Marktforschungsstudien von Toilettenpapierherstellern legen 90 Prozent der Deutschen das Klopapier ordentlich zusammen, bevor sie es benutzen. Sechs Prozent knüllen es zusammen, und der Rest entfällt auf die Wickler oder die Ein-Blatt-Abreißer.
Kaum jemand kann dagegen die Frage beantworten, woher der Begriff Toilette überhaupt kommt. Toilette ist die Verniedlichung des französischen Begriffs toile und bedeutet wörtlich übersetzt Tüchlein. Dieses Tuch wurde ursprünglich dazu benutzt, um Kosmetika darauf auszubreiten. Daraus entstanden die Wörter Abendtoilette oder Toilettenartikel, die auch heute noch geläufig sind.
Das Wort Toilette als Bezeichnung für das stille Örtchen diente quasi als Verhüllung für den eher derben Begriff Abort. Die erste öffentliche Toilette oder - wie es damals hieß - Bedürfnisanstalt wurde übrigens im Februar 1852 in der Londoner Fleet Street eröffnet.
Neben dem Begriff WC - übrigens die Abkürzung für water closet ist auch die Bezeichnung 00 heute international gültig. Und die wiederum hat ihren Ursprung im Hotelgewerbe: Im 19. Jahrhundert wurden die ersten großen Intercontinental-Hotels gebaut. Damals begann man damit, die einzelnen Zimmer mit Nummern auszustatten. Allerdings ist eine Toilette nun kein Zimmer – ergo erhielt dieser Raum in allen Hotels die Bezeichnung 00.
Dabei ist es bis heute geblieben. Was - geht es nach dem Willen der WTO – für die katastrophalen hygienischen Zustände in vielen Ländern dieser Erde nicht so sein sollte. Für Europäer schlicht undenkbar: In Indien müssen etwa 700 Millionen Menschen täglich ihre Notdurft im Freien verrichten.