Von Geräuschprinzessinnen und Papierfaltern
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Von news.de-Redakteurin Claudia Arthen
Artikel vom 18.11.2008Wir sitzen täglich drauf, wissen aber reichlich wenig über sie: Toiletten. Dabei ist der 19. November Welttoilettentag. Zeit also, über die tägliche Notdurft zu sinnieren. Denn zum Nachdenken eignen sich stille Örtchen bekanntlich besonders gut.
Dass es einen Welttoilettentag gibt, ist nur auf den ersten Blick abwegig. Denn rund 2,6 Milliarden Menschen weltweit haben keine Möglichkeit, ihr Geschäft auch nur auf der einfachsten Latrine zu verrichten. Das hat fatale gesundheitliche Folgen. Mediziner gehen davon aus, dass täglich 6000 Kinder allein an Durchfallerkrankungen sterben. Häufig werden diese durch mangelnde Hygiene und unsaubere Abwässer verursacht.
Auch können viele gefährliche Krankheiten wie die oft tödlich verlaufende Lungenkrankheit SARS durch unsaubere Toiletten übertragen werden. Viele Toiletten sind zudem wegen der unzureichenden Kanalisation ein Umweltproblem. Fäkalien verunreinigen dann Flüsse, Grundwasser und den Boden. Dadurch stecken sich wiederum zahlreiche Menschen mit Krankheiten an.
Diese Fakten führten dazu, dass die Welttoilettenorganisation (WTO), übrigens nicht zu verwechseln mit der identisch abgekürzten Welthandelsorganisation, im Jahr 2001 erstmals den Welttoilettentag ins Leben rief. Die Idee dazu hatte Jack Sim in Singapur, der sich für saubere Toiletten in seiner Heimat stark machen wollte und noch heute Vorsitzender der World Toilet Organisation ist.
Ein Mensch geht statistisch gesehen sechs Mal am Tag auf Toilette. Wie viel Zeit er darauf durchschnittlich verbringt, gibt die Statistik nicht her. Aber die Realität zeigt, dass daraus schon einmal zwei Jahre werden können.
Wie im Fall der 35 Jahre alten Pam Babcock aus Kansas. Die US-Amerikanerin hatte eine krankhafte Angst, die von Schlägen in ihrer Kindheit herrührt. Und so zog sie sich immer mehr auf das stille Örtchen zurück, was ihren Freund anscheinend gar nicht wunderte. Er alarmierte erst dann die Polizei, als die Haut seiner Freundin um den Sitz gewachsen war. Feuerwehr und Chirurgen mussten die 35-Jährige mit Brecheisen von der Schüssel befreien. Den Rest ihres Lebens muss die Frau im Rollstuhl verbringen, ihr Freund wurde zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.