Welt-Diabetestag Monumente erstrahlen im Glanz der Aufklärung

Oper in blau (Foto)
Im vergangenen Jahr beteiligte sich auch das Opernhaus von Sydney an der Kampagne zur Diabetes-Aufklärung. Bild: news.de

Von news.de-Redakteurin Mara Schneider
Am Welt-Diabetestag sollen rund um den Globus mehr als 500 Monumente und Sehenswürdigkeiten in hellem Blau erleuchten - der Farbe des Diabeteskreises. Mehr als 250 Millionen Menschen leiden weltweit an der Zuckerkrankheit.

Sechs Millionen Menschen in Deutschland sind von Diabetes betroffen. Die gute Nachricht zum morgigen Welt-Diabetestag: Im vergangenen Jahr starben hierzulande weniger Menschen an der Zuckerkrankheit als 2006. Die Zahl der Toten sank um zwei Prozent auf 21.871, teilte das Statistische Bundesamt heute in Wiesbaden mit.

Über einen längeren Zeitraum betrachtet ist die Zahl jedoch angestiegen: Während 1987 von je 100.000 Menschen rund 22 Personen an Diabetes starben, waren es 2007 schon knapp 27. Diabetes mellitus ist damit inzwischen für 2,6 Prozent aller Sterbefälle (1987: 1,9 Prozent) in Deutschland ursächlich verantwortlich. 94 Prozent aller Diabetiker-Opfer waren 60 Jahre und älter. Das durchschnittliche Sterbealter der an Diabetes verstorbenen Menschen lag 2007 bei 79,5 Jahren.

Im Ländervergleich ist die Zahl der an Diabetes Gestorbenen in Thüringen und Sachsen-Anhalt am höchsten. In diesen beiden Bundesländern starben im vergangenen Jahr jeweils rund 60 Menschen je 100.000 Einwohner. Bayern und Hamburg hatten anteilig die niedrigste Sterblichkeit mit jeweils knapp 16 Diabetes-Toten je 100.000 Einwohnern.

Da die Krankheit auch weltweit seit Jahren auf dem Vormarsch und der Aufklärungsbedarf entsprechend hoch ist, hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor mehr als 15 Jahren den Welt-Diabetestag eingeführt. Es ist einer der Handvoll von den Vereinten Nationen offiziell anerkannten Tage, der jedes Jahr am 14. November begangen wird - am Geburtstag von Frederick Banting, der 1921 das Insulin entdeckte.

Rund um den Globus finden morgen zahlreiche Aktionen statt, um die Öffentlichkeit über Diabetes zu informieren. Schwerpunktthema in diesem Jahr ist die Kinder- und Jugenddiabetes. Der International Diabetes Federation (IDF) zufolge erkranken täglich mehr als 200 Kinder an Typ-1-Diabetes, einer Autoimmunkrankheit, die nicht geheilt werden kann. Und selbst Typ-2-Diabetes, der gewöhnlich mit Übergewicht und Bewegungsmangel einhergeht und bisher als Erwachsenenkrankheit galt, betrifft mittlerweile eine steigende Anzahl von Kindern auf der ganzen Welt.

Lesen Sie auf Seite 2, was die IDF mit ihrer Kampagne erreichen will

Ein Grund dafür ist, dass die Krankheit bei jungen Menschen oft nicht erkannt wird. Daher müssen Familienmitglieder, Lehrer und Hausärzte über die wichtigsten Symptome - ständiges Wasserlassen, rapide Gewichtsabnahme, Abgeschlagenheit und extremer Durst - ausreichend informiert sein, fordert die IDF. Das sei Ziel der diesjährigen Kampagne.

«Wir wollen die Leute auf Diabetes aufmerksam machen. Wir ermutigen sie dazu, dass sie mit der Familie, Freunden und Kollegen Dinge unternehmen, die Spaß machen. Wir wollen, dass die Menschen, die an Diabetes erkrankt sind wissen, dass sie weltweit mit einer globalen Gemeinschaft verbunden sind», sagt Kampagnenleiter Phil Riley von der IDF.

Auch Martin Silink, Präsident der International Diabetes Federation, unterstrich die Ernsthaftigkeit der Thematik: «Viele Menschen, auch Kinder, müssen in den Entwicklungsländern sterben, weil sie sich die Medikamente, die Überwachung und die Aufklärung nicht leisten können, die sie bräuchten, um zu überleben. Es sind 87 Jahre vergangen, seit Banting, Macleod und ihr Team in Toronto das Insulin entdeckten, aber viele der schwächsten Mitglieder in der globalen Gemeinschaft haben immer noch keinen Zugang dazu.»

Um global ein Zeichen zu setzen, sollen morgen ähnlich wie im vergangenen Jahr weltweit berühmte Denkmäler, Monumente und Sehenswürdigkeiten in blauem Licht erstrahlen. Blau ist die Farbe des Diabetikerkreises. Beteiligt sind IDF-Meldungen zufolge auch die ägyptischen Pyramiden, die Niagarafälle, den Tower of London in Großbritannnien, die Christusstatue in Brasilien, das Hauptquartier der Vereinten Nationen in den USA und der Tokio Tower in Japan.

Leserkommentare (0) Jetzt Artikel kommentieren
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig