Wenn im Schlaf plötzlich der Atem stockt
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Von Claudia Hilbert
Artikel vom 10.11.2008Drei bis vier Prozent aller Deutschen leiden am Schlafapnoe-Syndrom. Dabei setzt bei den Betroffenen mitten in der Nacht der Atem aus. Die Folgen reichen von Leistungsschwäche am Tag bis hin zu gefährlichen Herzerkrankungen.
Erst kommt das Schnarchen, laut wie eine Säge. Dann ist plötzlich Ruhe, kein Geräusch, keine Regung. Der Atem steht still, einige Sekunden, eine Minute, immer länger, bis der Körper kurz aufwacht, durch Röcheln und Keuchen um Luft ringt und wieder schnarchend weiterschläft. Immer wieder wird der Schlaf von Schlafapnoe-Patienten auf diese Weise gestört und der Körper unter Stress gesetzt. Etwa 5- bis 100-mal pro Stunde können diese Atempausen auftreten, wobei Aussetzer von mindestens zehn Sekunden Dauer als krankhaft gelten.
«Während des Atemstillstands erhält der Körper keinen Sauerstoff mehr, der Kohlendioxidgehalt im Blut erhöht sich, das Gehirn reagiert auf die Unterversorgung durch steigende Frequenz der Hirnströme und der Körper leitet so eine Weckreaktion ein, um nicht zu ersticken», beschreibt Joachim Glockner, Schlafmediziner am Stuttgarter Marienhospital, die Symptome.
Meist können sich die Betroffenen an die kurzen Wachphasen am nächsten Morgen nicht mehr erinnern, doch die ständige Unterbrechung der Nachtruhe verhindert den erholsamen Tiefschlaf. Ausgedehnte Tagesschläfrigkeit und Einschlafattacken bei monotonen Tätigkeiten wie etwa beim Autofahren oder Lesen sind die Folge.
Zudem wird die Krankheit häufig begleitet von Bluthochdruck, Konzentrations- und Leistungsschwäche, depressiven Verstimmungen oder auch Potenzverlust. Der ständige Drang einzuschlafen beeinträchtigt nicht nur die Lebensqualität. «Besonders im Straßenverkehr ist dies eine nicht zu unterschätzende Gefahr», weist Reinhard Müller, Bundessprecher des VdK-Fachverbandes für Schlafapnoe und Chronische Schlafstörungen in Bonn, auf das erhöhte Unfallrisiko von Schlafapnoikern durch Sekundenschlaf hin.
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