Wie seriös ist der Cyberdoc?
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Von news.de-Redakteurin Claudia Arthen
Artikel vom 27.10.2008Gesundheitsportale im Internet erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Der Klick zum Cyberdoc ist zwar gratis, aber nicht immer ohne Risiko.
Das stundenlange Sitzen im Wartezimmer entfällt, Patienten können die dümmsten Fragen stellen und haben zugleich Zugriff auf aktuelle Fachinformationen: Internet-Gesundheitsportale bieten zahlreiche Medizininformationen über Krankheiten von Alzheimer bis Zöliakie, doch sind seriöse Seiten nicht immer von unseriösen zu unterscheiden. Der Berufsverband der Allgemeinärzte Deutschlands in Köln spricht gar von «sehr viel Schrott im Netz» und warnt vor kommerziellen Anbietern, die vor allem Arzneimittel verkaufen wollen, vor Ärzten, die Ferndiagnosen erstellen, und vor Esoterikern, die mitunter gefährliche Therapien empfehlen.
Was die Internetangebote häufig gemeinsam haben, ist die mangelhafte Qualität ihrer Inhalte. Was Patienten da im World Wide Web zu lesen bekommen, darüber sei sie «sehr unglücklich», sagt Maria Eberlein-Gonska, Vorsitzende der Gesellschaft für Qualitätsmanagement in der Gesundheitsversorgung in Hamburg: «Nur in den seltensten Fällen werden die Bedürfnisse der Patienten erfüllt.»
Zu diesen Bedürfnissen gehören vor allem leicht verständliche und verlässliche Informationen, mit denen Rat suchende kranke Menschen etwas anfangen können. Meistens aber würden diese mit unzähligen Ratschlägen und Hinweisen geradezu «erschlagen», bemängelt Eberlein-Gonska. Oder aber die Informationen seien so stark vereinfacht und verallgemeinert, dass ein Patient mit seinem persönlichen, womöglich sehr spezifischen Leiden kaum noch einen Mehrwert davon habe.
Auch die Stiftung Warentest rät allen, die gesundheitlichen Rat im Internet suchen, zur Vorsicht. Die Verbraucherschutzorganisation hat im Frühjahr 14 Gesundheitsportale, die Patienten bei der Suche nach dem geeigneten Krankenhaus helfen, unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Nur drei Portale haben den Test mit «gut» bestanden: der Klinikführer der Techniker Krankenkasse (tk-online.de), der Klinik-Lotse des Verbands der Angestellten-Krankenkassen (klinik-lotse.de) und der AOK-Klinikführer (aok-klinik-konsil.de).