Von news.de-Redakteurin Mandy Hannemann
Seit fast fünf Jahren müssen Deutschlands Kranke für ihre Besuche beim Mediziner zahlen. Die 10 Euro Praxisgebühr haben viele auf die Palme gebracht – und mancher weigert sich, den Beitrag zu entrichten.
Doch das könnte künftig richtig teuer werden. Zumindest sehen so die Pläne der Bundesregierung aus, die das Vertragsarztrecht novellieren will. Geht es nach den Politikern, werden jene, die die medizinische Zeche prellen, künftig richtig zur Kasse gebeten. Bleibt die Gebühr, die bis zu viermal jährlich anfallen kann, trotz Zahlungsaufforderung aus, sollen die Patienten Gerichtsgebühren in Höhe von 150 Euro zahlen.
Dem Bundesrat, dem der Gesetzesentwurf ebenfalls vorliegt, reicht das bei weitem nicht. Der will die Sanktionen noch verschärfen. Wer seine Praxisgebühr nicht zahlt, dem sollen zusätzlich noch die Mahn- und Verwaltungsgebühren plus Zinsen aufgedrückt werden. Für einmal nicht bezahlte 10 Euro ist das ein richtig teures Nachspiel.
Die Befreiung von der Praxisgebühr bleibt jedoch weiterhin möglich. Für Vorsorgeuntersuchungen sowie Schutzimpfungen fallen die 10 Euro nicht an, dies gilt auch für die zahnärztliche Vorsorge. Die Behandlung von Arbeits- und Schulunfällen sowie die Behandlung von Berufskrankheiten ist ebenfalls nicht gebührenpflichtig.