Sa., 26.05.12

Erste Hilfe 22.10.2008 Was in die Hausapotheke gehört

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Die Hausapotheke sollte gut bestückt sein. Bild: dpa

Bei kleinen und größeren Wehwehchen ist sie der Retter in der Not: die Hausapotheke. Allerdings nur, wenn sie richtig bestückt ist und gut gelagert wird.

Die gute Nachricht: Vier von fünf Deutschen haben eine Apotheke zu Hause. Das zeigt eine repräsentative Umfrage der Apotheken-Umschau. Die schlechte Nachrricht: Nur in etwa einem Drittel davon wird der Medikamentenbestand alle zwei Jahre überprüft, meistens sogar noch seltener. Mindestens ein Mal im Jahr jedoch sollte der Inhalt einer Hausapotheke gründlich kontrolliert und aufgefüllt werden.

«Die meisten Menschen haben in ihrer Hausapotheke nicht nur zu viele Medikamente», sagt Wolfgang Wesiack, Präsident des Berufsverbands Deutscher Internisten. «Die wenigsten kontrollieren sie auch regelmäßig.» Eine Hausapotheke enthält nach Angaben Wesiaks am besten Mittel für eine ganze Reihe von Beschwerden. «Man sollte etwas gegen Kopf- und Magenschmerzen und Verdauungsprobleme darin finden», sagt Wesiack.

Auch ein Fieberthermometer und Mittel gegen Erkältungen müssen auf jeden Fall Bestandteile sein. Außerdem gehören ein Brand- und Wundgel, eine Jodtinktur zur Wunddesinfektion und unter Umständen fiebersenkende Zäpfchen hinein, sofern Kinder im Haushalt leben.

Eine Checkliste des Deutschen Apotheker-Verlages in Stuttgart fügt der Zusammenstellung noch einiges hinzu: Darin werden unter anderem auch krampflösende Zäpfchen, Gurgel- und Kreislaufmittel sowie Gel gegen Sonnenbrand empfohlen. Für den Fall, dass man gestochen wird, sollten zudem eine Pinzette und eine Salbe gegen Insektenstiche im Inventar zu finden sein. Sinnvoll ist auch, einen Zettel mit den wichtigsten Telefonnummern für Notfälle beizulegen.

Die Medikamente sollten stets in der Originalverpackung samt Beipackzettel aufbewahrt werden - auch, damit man sich über mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten informieren kann. «Der Inhalt der Hausapotheke muss auf jeden Fall auf die persönlichen Zipperlein und die Medikamente, die man dauerhaft einnehmen muss, abgestimmt werden», sagt Helga Fritsch, Sprecherin des Bundesverbandes Deutscher Apotheker in Frankfurt am Main.

Lesen Sie auf Seite 2, wie wichtig regelmäßige Kontrolle ist

Damit etwa bei Schnittwunden oder einem verknacksten Knöchel erste Hilfe geleistet werden kann, gehören auch noch Pflaster und Verbandsmaterial sowie eine Verbandsschere in die Hausapotheke. «Bei Kindern ist durchaus auch ein Sprühpflaster sinnvoll, das noch einmal zusätzlich desinfiziert», sagt Fritsch.
Doch nicht nur ein Medikament, auch Verbandszeug kann unbrauchbar werden, wenn es zu alt ist. «Alte Pflaster werden spröde und kleben nicht mehr so gut», sagt Wesiack. Und bei Mull sollte man sicher gehen können, dass er noch steril ist. Deshalb ist es unerlässlich, darauf zu achten, ob das Verfallsdatum überschritten ist und gegebenenfalls das Material erneuert werden muss.

Auch der restliche Inhalt der Hausapotheke sollte regelmäßig kontrolliert werden. «Am besten sieht man alle sechs Monate nach, ob das Haltbarkeitsdatum von Medikamenten und Verbandsstoffen nicht abgelaufen ist», sagt Marianne Franzwa, Apothekerin am Vivantes Klinikum Berlin-Neukölln. Finden sich abgelaufene Medikamente, sollten sie - anders als etwa Pflaster und Verbandszeug - nicht in den normalen Hausmüll, sondern bei einer Apotheke entsorgt werden.

Wichtig ist zudem, dass die Hausapotheke an einem kühlen, dunklen und trockenen Ort aufgehoben wird. «Auf keinen Fall sollte man sie in der Küche oder im Bad aufbewahren», warnt BVDA-Sprecherin Fritsch. Auch direkte Sonneneinstrahlung und Nähe zur Heizung seien schlecht. Aufgrund von Feuchtigkeit und Wärme können Salben und Cremes leichter austrocknen, während sich Dragees und Kapseln zersetzen oder verfärben können. «Deshalb sollte die Hausapotheke am besten im Wohnzimmer- oder im Schlafzimmerschrank aufbewahrt werden», empfiehlt Franzwa. Dafür gibt es spezielle Boxen, durch die auch die Feuchtigkeit nicht so schnell durchgehe.

Nichts zu suchen haben in einer Hausapotheke verschreibungspflichtige Medikamente. «Da sollte man nur auf Mittel zurückgreifen, die frei verkäuflich sind», sagt Wolfgang Wesiack vom Berufsverband Deutscher Internisten. Antibiotika und starke Schmerzmittel wie Opiate gehören dementsprechend also nicht hinein. Auch alte Medikamente sollten nicht aufgehoben werden, sagt Helga Fritsch vom Bundesverband Deutscher Apotheker: «Nicht, dass man dem zehnjährigen Mädchen bei Beschwerden die alten Kreislauftabletten vom Opa gibt.»

car
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