Sa., 26.05.12

Kratzen im Hals 22.10.2008 Schnaps gehört nicht in die Hausapotheke

Forscher finden krebserregenden Stoff in Alkohol (Foto)
Schnaps ist kein Wundermittel. Bild: dpa

Von wegen Schnaps hilft bei Halsschmerzen und tötet die Keime: Mediziner raten dringend davon ab und empfehlen stattdessen Salbei- und Kamillentee - auch wenn der vielleicht nicht so gut schmeckt.

Entzündungen im Rachenraum können sehr schmerzhaft sein. Das Gurgeln mit hochprozentigem Schnaps halten manche Leute für ein geeignetes Hausmittel, um der Infektion schnell den Garaus zu machen. Doch diese Rosskur verfehlt ihre Wirkung. «Der Desinfektionseffekt von Alkohol wird verkannt. Selbst ein 40-prozentiger Schnaps ist nicht stark genug, um Bakterien auf diese Weise abzutöten», erläutert Michael Deeg vom Berufsverband der Hals-Nasen-Ohren-Ärzte.

Durch den Kontakt mit Alkohol würden die entzündeten Schleimhäute lediglich zusätzlich gereizt, was die Beschwerden verschlimmern könne. «Bei einer akuten Infektion im Rachenbereich sollte man lieber mit heilendem Salbei- oder Kamillentee gurgeln», rät der Mediziner. Auch Salzwasser könne einen Beitrag zur Entzündungsbekämpfung liefern.

Zudem sollten Betroffene sich bei leichtem Halsschmerz schmerzstillende Lutschpastillen aus der Apotheke besorgen. «Solche Bonbons erhält man auch ohne Rezept. Sie betäuben den Rachen ein wenig und sorgen gleichzeitig dafür, dass die Entzündung zurückgeht», sagt Deeg. Wer möchte, kann auch ein therapeutisches Schokoladeneis schlecken: «Wenn man Eis isst, wird dadurch der Halsschmerz ebenfalls ein wenig gelindert, außerdem schwellen die Schleimhäute ab.»

In vielen Fällen seien Halsschmerzen harmlos. «Halten die Beschwerden jedoch trotz Gegenmaßnahmen mehr als zwei bis höchstens drei Wochen an, sollte die Ursache dafür von einem Hals-Nasen-Ohren-Arzt abgeklärt werden», rät Deeg. So könne Komplikationen vorgebeugt werden.

Leserkommentare (1) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • prochoice
  • Kommentar 1
  • 27.09.2010 11:04
 

Oder gurgeln mit Chlorhexidin. Habe das vor Jahren während einer Paradontosebehandlung entdeckt, wurde letzte Woche von einer norwegischen Studie bestätigt. Einziger Nachteil: färbt Zähne noch übler dunkel als Kaffe und Schwarztee. UND Achtung Süchtige: 1 Flasche in der Erkältungssaison aufbrauchen, dann mindestens ein halbes Jahr nichts mehr. Sonst wird Mundflora resistent.

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