Deutsches Fußnetz kämpft gegen Amputationen
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Die Gründe, warum andernorts häufiger zur Säge gegriffen wird, sind vielseitig. «Oft werden die vorhandenen Möglichkeiten nicht ausgeschöpft», bedauert Engels. Nur, wenn wirklich keine andere Alternative mehr besteht, kommt ein Patient im Netzwerk unters Messer. Denn ist das Bein erst mal ab, wird die Hälfte aller Betroffenen akut pflegebedürftig, kann nicht mehr allein gehen. Dadurch entstehen jährlich Kosten von mehr als 2,5 Millionen Euro.
Engels und seine Kollegen planen mittlerweile noch einen Schritt weiter. Die derzeit entstehende Initiative Köln und Rheinland gegen Amputationen fordert, dass künftig vor jeder geplanten Amputation die Meinung mehrerer Gefäßchirurgen und Diabetologen eingeholt werden muss. Das geschehe heute nur selten.
Generell plädiert Engels dafür, dass ähnlich wie im Raum Köln bereits geschehen alle Hausärzte für das Problem Diabetisches Fußsyndrom geschult werden. «Sorgen Sie dafür, dass sich Ihr Hausarzt Ihrer Füße annimmt», rät der Mediziner Diabetikern. Wenn diese Risikogruppe bekannt ist, sei schon viel erreicht.
Doch es gibt auch etwas, was Diabetiker selbst tun können, um Komplikationen zu vermeiden. So sollten Füße regelmäßig auf kleine Wunden untersucht werden. Auch Druckstellen, Nagelprobleme oder Blasen müssen ernst genommen werden. «Bei jeder noch so kleinen Blessur sollte ein Arzt aufgesucht werden», rät Engels. «Diabetiker spüren oft nicht, wenn der Fuß weh tut, weil die Nerven geschädigt sind.»
Und selbst dann, wenn von ärztlicher Seite eine Amputation empfohlen wird, muss diese nicht unbedingt notwendig sein. «Manchmal reicht es schon, wenn man etwas für eine bessere Durchblutung macht», erklärt Engels. Mittlerweile gibt es bundesweite Netzwerke für Diabetische Füße, die Betroffene in die richtigen Hände von Experten vermitteln.
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