Wegen Hygienemängeln in der Arztpraxis haben sich Patienten eines Mediziners in Niedersachsen mit der gefährlichen Infektionskrankheit Hepatits C angesteckt. Gegen den Arzt wird wegen Körperverletzung ermittelt.
Die ersten drei Fälle waren dem Gesundheitsamt des Landkreises Goslar im Mai gemeldet worden. Bislang seien bei vier Patienten Infektionen nachgewiesen worden, weitere zwölf Patienten würden mit Verdacht auf Hepatitis C weiter untersucht, teilte ein Sprecher des Landkreises mit. Um zu klären, ob es noch weitere Fälle gibt, hat die Gesundheitsbehörde rund 2000 Patienten angeschrieben und dazu aufgerufen, sich vom Gesundheitsamt oder einem Hausarzt Blut abnehmen und dieses untersuchen zu lassen.
Hepatitis C ist meldepflichtig. Die Krankheit wird durch Viren hervorgerufen, die Ansteckung erfolgt den Angaben zufolge fast ausschließlich über direkten Blutkontakt. Bei Alltagskontakten bestehe keine Übertragungsgefahr, hieß es. Da die Symptome wie allgemeine Müdigkeit und Gliederschmerzen ähnlich denen einer Grippe seien, werde sie häufig nicht früh genug erkannt. Bei einer frühzeitigen Erkennung und Behandlung seien die Heilungschancen jedoch gut. Andernfalls könne die Infektion schwere Leberschäden hervorrufen. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat gegen den betroffenen Arzt ein Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung eingeleitet.