Von Claudia Arthen
Wer Vorsorge hört, denkt vermutlich zuerst an eine Rentenversicherung oder einen Bausparvertrag, um später einen schönen Lebensabend zu haben. Doch um tatsächlich auch mit fortschreitendem Alter das Leben genießen zu können, ist Vorsorge auch für die eigene Gesundheit notwendig. Beispielsweise mit Früherkennungsuntersuchungen.
«Die Untersuchungen können Krankheiten zwar nicht verhindern, aber sie können helfen, sie frühzeitig zu entdecken», sagt Professor Nikolaus Becker. Wie sinnvoll Früherkennungsuntersuchungen sind, erklärt der Früherkennungsspezialist vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg am Beispiel des Gebärmutterhalskrebses.
Seit 1971 fahnden Frauenärzte nach dieser Krebsart – mit dem Ergebnis, dass seitdem zwei Drittel weniger Frauen daran erkranken. Durch regelmäßige Früherkennungsuntersuchungen können Frauenärzte sogar Krebsvorstufen erkennen. Werden Veränderungen am Gebärmutterhals rechtzeitig behandelt, kann eine sich entwickelnde Krebserkrankung sogar gestoppt werden.
Die Individuellen Gesundheitsleistungen – kurz IGeL – können sich Versicherte dagegen ersparen. Gemeint sind zum Beispiel vorbeugende Impfungen für Auslandsreisen, fachbezogene Gesundheitsuntersuchungen auf Wunsch des Patienten (Facharzt-Checks) sowie Einstellungs- und Sporttauglichkeitsuntersuchungen (www.igel-verzeichnis.de).
«Die wirklich wichtigen Untersuchungen bezahlt die Kasse», sagt Becker und meint damit Untersuchungen zur Früherkennung von Krebs, Schwangerschaftsvorsorge oder den Gesundheits-Check-up. Dafür sei noch nicht einmal eine Praxisgebühr fällig. Was die wenigsten Patienten wissen: Die Praxisgebühr entfällt auch bei den IGeL.