Babybrei Selber kochen oder fertig kaufen?

Supermärkte und Drogerien sind voll damit: Babybreie in dutzenden Sorten. Ein Glas kostet ungefähr einen Euro. Selber kochen ist demnach meistens günstiger. Aber ist selbst zubereitet auch besser?

Die Stiftung Warentest hat im September 15 Babymenüs genauer unter die Lupe genommen. Das Erfreuliche: Es wurden keine größeren Schadstoffe gefunden. Allerdings gibt es einen Mangel an Nährstoffen. So enthielten alle getesteten Produkte zu wenig Fett und Vitamin C. Daher bekamen 13 Produkte nur ein «befriedigend», zweimal verteilten die Tester ein «ausreichend».

Dennoch muss nach Meinung von Ernährungsexpertin Karin Riemann-Lorenz von der Verbraucherzentrale Hamburg nicht komplett aufs Gläschen verzichtet werden. «Eltern sollten selbst einen Teelöffel Rapsöl unterrühren, wenn der Fettgehalt unter acht Gramm pro Mahlzeit liegt. Vielen Breien fehlte es auch an Vitamin C – da hilft ein wenig Saft oder Obstpüree.»

Sich selbst an den Herd zu stellen, ist eine gute Alternative zum Gläschenkauf. Dabei gibt es allerdings nach Ansicht von Karin Riemann-Lorenz etwas zu beachten: «Wichtig beim Selbstkochen ist, Produkte aus biologischem Anbau zu verwenden. Diese bekommt man heutzutage fast überall problemlos.» Nur so können Mütter und Väter sicherstellen, dass die selbst gekochten Breie genauso wenig Pestizidrückstände enthalten wie die Fertigkost.

Egal ob gekauft oder selbst gekocht: Auf die richtige Reihenfolge kommt es an. Die Menge an Brei sollte während des Stillens nach und nach gesteigert werden. Dann können die Eltern wochenweise neue Zutaten hinzuführen, den das Kind muss erst lernen, die einzelnen Komponenten zu erschmecken. Zudem merken Eltern anhand der einzelnen Sorten besser, ob ihr Spross an Allergien leidet.

Natürlich müssen kochfreudige Mütter und Väter auch auf die richtigen Zutaten achten. Als absolute Tabus nennt Karin Riemann-Lorenz Salz, Zucker, Gewürze und Aromastoffe. «Das Kind lernt nach der Muttermilchernährung im ersten Lebenshalbjahr gerade erst neue Geschmackseindrücke kennen. Zudem kann Salz in der Beikost die Nieren des Kindes überlasten, Gewürze stellen eine zusätzliche, unnötige Allergienquelle dar und Zucker prägt den Geschmack der Kleinen unnötigerweise auf süß.»

Unabhängig davon, ob nun selbst gezaubert besser oder schlechter ist als die fertige Glaskost: Jeder muss für sich die richtige Alternative finden. Die Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale findet Gläschen für unterwegs «unschlagbar praktisch», rät aber dennoch dazu, die Etiketten genau zu lesen: «Gerade Fertigbreie für größere Kinder enthalten oft unnötige und ungesunde Zutaten. Manche Milchbreie sind wahre Zuckerverstecke.» 

Lesen Sie auf Seite 2: Die besten Tricks, wie Sie einfach Babymenüs selber kochen

Selbst kochen ist oft günstiger und der Brei aromatischer als die Gläschenkost. Kaufen Sie für ein babygerechtes Mahl am besten Biogemüse und Biofleisch.

Kochen und Einfrieren. Kochen Sie größere Mengen. Frieren Sie portionsweise ein. Dafür können Sie leere Breigläschen verwenden. Vorgekochter Brei hält sich in der Gefriertruhe bis zu zwei Monate, im Kühlschrank nur einen Tag.

Fleisch. Rindfleisch enthält besonders viel Eisen. Auch Pute, Schwein oder Lamm sind in Ordnung.

Rezept mit Fleisch. Basiszutaten für den fünften bis siebten Monat: 20 Gramm Fleisch, 8 Gramm Rapsöl (zwei Teelöffel), 40 Gramm Kartoffeln, Reis oder gekochte Vollkornnudeln, 30 Gramm Vitamin-C-reicher Orangensaft und 90 Gramm Gemüse.

Gemüse. Starten Sie mit Karotten. Variieren Sie später mit Zucchini, Blumenkohl und Broccoli. Verzichten Sie auf Gemüse mit viel Nitrat, wie zum Beispiel Spinat oder Fenchel.

Rezept ohne Fleisch. Ersetzen Sie die Fleischportion durch 10 Gramm Haferflocken plus 20 Gramm Wasser zum Quellen. Haferflocken liefern Eisen.

Würzen. Verzichten Sie auf Kräuter, Salz und Zucker. Gewürze sind für Kinder überflüssig. Viel Salz kann sogar schaden. Vorteil der vermeintlich faden Küche: Ohne die Zusätze lernt Ihr Kind den Eigengeschmack der Lebensmittel kennen.

Baukasten. Frieren Sie auch einzelne Menükomponenten ein. Eine Portion püriertes Fleisch kommt dann direkt aus der Gefriertruhe in den frisch gekochten Kartoffel-Gemüse-Brei.

Aufwärmen. Wärmen Sie den tiefgefrorenen Brei kurz vor dem Füttern im Wasserbad oder in der Mikrowelle auf. Wichtig: Nur einmal erwärmen.

Anlässlich des 70. Geburtstages von Claus Hipp widmet sich news.de in dieser Woche Themen rund um Schwangerschaft und Baby. Lesen Sie in den nächsten Tagen folgende Artikel: 

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