Training geht auch mit Babybauch
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Von Eva Neumann
Artikel vom 02.04.2008Noch vor wenigen Jahren war Schonung das Credo für Schwangere. Mittlerweile ist bekannt: Bewegung in der Schwangerschaft verbessert die Gesamtkondition der werdenden Mutter, stärkt ihr Herz-Kreislauf-System und kurbelt die Durchblutung an.
«Wenn der Frauenarzt sein Einverständnis gibt, sollten Frauen auch in der Schwangerschaft Sport treiben», sagt Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF) in München. Wie aktiv werdende Mütter sein dürfen, hängt davon ab, wie die Schwangerschaft verläuft und wie sportlich ihr Alltag vorher war. Ausdauersportarten sind beinahe Allzweckwaffen und zudem eine gute Vorbereitung, um im Endspurt der Schwangerschaft nicht außer Puste zu kommen. «Joggen, Wandern, Nordic Walking, Radfahren, Tanzen oder Schwimmen bei einer Wassertemperatur über 20 Grad sind auch für Sportmuffel gut geeignet», sagt Albring.
Beim Schwimmen, Aquajogging oder Aquarobic kommt zum körperlichen Training noch ein weiterer positiver Effekt hinzu. «Das Wasser wird als besonders angenehm empfunden, weil es das Gewicht trägt und die Gelenke entlastet», erläutert Marion Sulprizio, Sportpsychologin in der Abteilung Gesundheitsforschung an der Deutschen Sporthochschule Köln. Außerdem belegten Studien, dass im Wasser höhere Belastungen möglich sind, ohne dass sich die Herzfrequenz erhöht. «Im Wasser kann man also auch mal richtig Gas geben», sagt Sulprizio.
Eine Alternative ist das Fitnessstudio: «Auf dem Laufband, Crosstrainer oder Ergometer wird die Trainingsintensität ganz individuell eingestellt und gleichzeitig die Belastung kontrolliert», erklärt die Sportpsychologin. Auch Krafttraining ist erlaubt - nicht für den Bauch, aber für Beine und Arme. Die Gewichte und Widerstände sollten dafür allerdings stark verringert werden.
Nur bedingt empfehlenswert sind Sportarten, die mit plötzlichem Springen oder Hüpfen verbunden sind. Auch solche, die wie Squash schnell einen hohen Kraftaufwand erfordern, eignen sich eher nicht. «Völlig tabu ist eigentlich nur Tiefseetauchen», sagt Edith Wolber vom Bund Deutscher Hebammen in Karlsruhe. Sie verweist darauf, dass Kinder, deren Mütter während der Schwangerschaft tauchen waren, ein deutlich erhöhtes Fehlbildungsrisiko haben.
Bei jedem Fitnesstraining gilt: extreme Belastungen meiden, einen Gang runter schalten, regelmäßig Pausen machen, viel trinken und auf den Körper hören. «Schwangere laufen außer Konkurrenz. Das heißt auch, dass man sich selbst erlauben darf, weniger Sport zu treiben als früher oder das Leistungsniveau zu reduzieren», sagt Wolber. Wer immer in Bewegung war, kann durchaus auch jetzt dreimal die Woche eine halbe Stunde trainieren. Wichtiger als die Dauer jeder Trainingseinheit ist allerdings die Regelmäßigkeit.
Mit dem Fortschreiten der Schwangerschaft werden die Einschränkungen größer. «Im letzten Drittel der Schwangerschaft sollte Rückenlage vermieden werden: Sie führt zu Durchblutungsstörungen im Uterus», warnt Wolber. Außerdem kann der dicke Bauch nun auch hinderlich sein - etwa beim Radeln oder Tanzen.
In jedem Stadium der Schwangerschaft ist das eigene Körpergefühl die wichtigste Messlatte. «Sobald Augenflimmern, Atemnot, Kopfweh, Schwindel, Unwohlsein oder Schmerzen auftreten, muss das Training sofort abgebrochen werden», sagt Gynäkologe Albring. Solche Beschwerden sollten dann umgehend mit dem betreuenden Arzt oder der Hebamme besprochen werden.
car
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