Nikotinsucht Endlich Schluss mit dem Rauchen

Ein Leben ohne Qualm? Vielen fällt es sehr schwer, auf Zigaretten zu verzichten. (Foto)
Ein Leben ohne Qualm? Vielen fällt es sehr schwer, auf Zigaretten zu verzichten. Bild: dpa

Von Sabine Maurer
Dass Rauchen ungesund ist, weiß jedes Kind. Trotzdem raucht nach Angaben der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen in Hamm etwa jeder vierte Erwachsene in Deutschland. Mit dem Qualmen aufzuhören, ist aber viel leichter gesagt als getan.

Vor allem Männer im Alter zwischen 35 und 45 Jahren greifen regelmäßig zum Glimmstängel. Im Durchschnitt rauchen Jugendliche im Alter von 13 Jahren zum ersten Mal. Die Zahl der jugendlichen Raucher nimmt jedoch ab. «2001 haben fast ein Drittel aller 12- bis 17-Jährigen geraucht. 2008 waren es noch 15 Prozent», sagt Marita Völker-Albert von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in Köln.

«Wer mit dem Rauchen aufhören will, unterschätzt das Vorhaben häufig», sagt Rainer Mathias Dunkel, Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie in Wiesbaden. Die Rückfallgefahr sei sehr hoch.

Erfolgversprechend ist die Nikotinentwöhnung bei Menschen, die einen hohen Leidensdruck haben. Sie bekommen zum Beispiel nur noch schwer Luft, haben eine Lungenentzündung oder sind ständig krank. Sinnvoll ist, sich für den Weg zum Nichtraucher Hilfe zu suchen. Etliche Bücher zu dem Thema sind auf dem Markt, es gibt Selbsthilfegruppen und Telefon-Hotlines, zum Beispiel von der BZgA.

Fündig werden Ratsuchende auch im Internet. Das nach eigenen Angaben größte Internetportal im deutschsprachigen Raum zu diesem Thema ist «nichtraucher.de» mit etwa 60.000 Mitgliedern. Seit 2004 gibt es die Seite des Berliner Geschäftsmanns Sven Lubek. In einem lebhaften Forum werden unter anderem Mitstreiter gesucht und Erfahrungen ausgetauscht. Das helfe, sagt Lubek, der selbst vor fünf Jahren mit dem Rauchen aufgehört hat. «Es gibt immer Seilschaften von vier oder fünf Leuten, die zusammen aufhören und sich dann gegenseitig zum Durchhalten animieren.»

Die schlimmste Phase dauert meist zwei bis vier Wochen, das Nikotin selbst wird bereits in wenigen Tagen abgebaut. Einfacher machen diese Zeit unter anderem eine gesunde Ernährung, ein stressfreier Alltag und vor allem Sport.

Bewegung hat gleich mehrere Vorteile: Wie das Nikotin in der Zigarette sorgt Sport für eine bessere Stimmung, er stärkt außerdem das Selbstbewusstsein, und Kalorien werden verbrannt. Denn die Umstellung zum Nichtrauchen ist oft gleichbedeutend mit einer Gewichtszunahme. «Wer mit dem Rauchen aufhört, bekommt oft erheblichen Appetit, vor allem auf Süßigkeiten», hat Dunkel beobachtet. Schokolade, Chips & Co. werden mangels Zigarette gerne als neue Stimmungsaufheller genommen.

Mögliche Begleiterscheinungen der Entwöhnung sind Schlafstörungen, Verdauungsbeschwerden, Nervosität und Husten. Bei vielen Ex-Rauchern wird vor allem während der ersten Wochen die Gier nach der Zigarette scheinbar übermächtig.

«So eine akute Phase dauert maximal fünf Minuten», sagt Dunkel. In dieser Zeit sollte man sich zum Beispiel mit einem kurzen Spaziergang oder Teetrinken ablenken. Auch generell sollten sich Menschen während der Entwöhnung viel Gutes tun, zum Beispiel mit einem Wellnessurlaub oder einem Saunabesuch.

Sinnvoll ist es auch, möglichst vielen vom neuen Leben als Nichtraucher zu erzählen. Dies vermindert die Gefahr, rückfällig zu werden. Mit einem Rückfall muss auch noch nach Jahren gerechnet werden. «Einmal ein süchtiger Raucher, immer ein süchtiger Raucher», urteilt Dunkel.

Lesehinweis: Anil Batra: Nichtrauchen! Erfolgreich aussteigen in sechs Schritten, Kohlhammer, 17,80 Euro; Rainer Mathias Dunkel: Nichtraucher werden - und bleiben: Warum Sie rauchen und wie sie dauerhaft aufhören können, Kreuz, 14,95 Euro.


Weiterführende Links:

Tabakatlas 2009: Der Norden qualmt mehr als der Süden
Rauchen: Glimmstängel bringt immer mehr Frauen den Tod
Langzeitstudie: Raucher sterben noch früher als gedacht
Rauchen: Immer mehr Frauen erkranken an Lungenkrebs

Aus dem Netz:

Mit «focus.de» in zehn Schritten mit dem Rauchen aufhören

car/news.de/dpa

Leserkommentare (6) Jetzt Artikel kommentieren
  • Kommentar 6
  • 10.08.2009 14:10

Wenn du nicht mehr liebst Rauch, Wein, Weib und Gesang, dann jehst de besser nom Doktor, denn dann häs de nit mie lang.

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  • Kommentar 5
  • 10.08.2009 01:20

Hi, Raucher. Nicht Nikotin noch Teer macht süchtig. Hauptursächlich ist anzunehmen daß Rauchen eine Ersatzhandlung für Ludeln (Nuckeln an der Brust) ist. Also - geht zu einem guten Psychologen. Wenn Ihr Euer Problem kennt das zum Rauchen / Ludeln führte werdet Ihr mit ziemlicher Sicherheit kein Sucht - Verlangen mehr haben. Einen sichereren Weg nicht mehr zu rauchen gibt es nicht. Ist Rauchen Sucht und diese Sucht Krankheit ?? Sprecht mit Eurer Krankenkasse darüber, bei einem Psychologen können Euch Kosten entstehen !!!

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  • Kommentar 4
  • 10.08.2009 01:06

Hi. Wichtig. Feinstaubaktivisten, die Wüsten stauben. Was denkt Frau BK Dr.Merkel dagegen zu unternehmen? EILT !! Es besteht dringendster Handlungsbedarf. Wir können wieder investieren ! Ohne unsere bewährte Entwicklungshilfe können Kriesen auftreten. Dagegen kann man nicht impfen, dagegen muß man mit Gießkannen antreten - nicht kleckern - klotzen !

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