Von news.de-Redakteurin Claudia Arthen
Endlich Urlaub - und plötzlich kratzt der Hals oder läuft die Nase. Der Körper macht schlapp. Dabei sind die Ferien doch zur Erholung da. Ärzte nennen dieses Phänomen Leisure Sickness - Freizeit- oder Urlaubskrankheit.
Mehr als eine viertel Million Deutsche bekommen pünktlich zum Wochenende Kopfschmerzen und werden ausgerechnet dann krank, wenn sie sich im Urlaub eigentlich für ein paar Tage vom Berufsstress erholen wollen. So die Zahlen der Krankenkasse BKK exklusiv.
Vor allem gestresste Berufstätige erkranken häufig ausgerechnet zu Beginn des langersehnten Urlaubs. «Viele Menschen investieren im Alltag sehr viel Kraft in ihre Berufstätigkeit und die Erfüllung von Erwartungen im privaten Bereich, oftmals angetrieben von der Aussicht, im Urlaub diese Energie zurück zu gewinnen», erklärt der Vorsitzende des Berufsverbandes Deutscher Internisten, Wolfgang Wesiack. In der stressigen Arbeitssituation werde die körperliche und psychische Überforderung oft nicht bemerkt. Erst wenn im Urlaub der äußere Stress abfalle, trete die Überlastung der vergangenen Wochen zutage.
«Aufgrund der Schwächung des Immunsystems bekommt man zu Beginn des Urlaubs leicht einen Infekt», erklärt Wesiack. Zudem habe ein hohes Maß an Stress im Alltag häufig auch eine besonders hohe Erwartungshaltung an den Urlaub zur Folge: «Einige Menschen setzen sich geradezu unter Druck, innerhalb dieser Zeit bestimmte Dinge erleben zu müssen und eine gründliche Erholung zu erreichen.» Diese Erwartung resultiere nicht selten in einer Enttäuschung, so dass sich der Betroffene nach dem Urlaub gestresster fühle als vorher.
Adrian Vingerhoets kennt das Phänomen aus eigener Erfahrung: «Wenn ich krank werde, dann am Wochenende oder zu Weihnachten», sagt der Psychologe aus den Niederlanden. Er hat die Urlaubskrankheit in einer Studie untersucht und befragte dazu rund 800 Frauen und 1100 Männer im Alter von 16 bis 87 Jahren, wie es ihnen in ihrer Freizeit geht. Das Ergebnis: Drei Prozent litten regelmäßig am Wochenende und im Urlaub, hatten ohne Arbeit mit Kopfschmerzen zu kämpfen, bekamen grippale Infekte und sogar Depressionen.
Bei den Betroffenen zeigte sich eine Gemeinsamkeit: Allesamt waren es Menschen, die im Beruf viel Stress hatten oder gerade anstrengende Lebensphasen durchmachten wie Heirat, Geburt eines Kindes oder Beziehungsprobleme. Überrascht waren die Forscher um Vingerhoets, dass sich alle Freizeitkranken gesünder ernährten und mehr Sport trieben als andere. Und die typischen Stressbegleiter wie Alkohol, Zigaretten und Kaffee mieden sie meistens.
Außerdem ergab die Studie, dass alle Betroffenen in der Freizeit Schwierigkeiten hatten, das Wochenende oder den Urlaub zu genießen, sie kamen kaum von der Arbeit los. Die Forscher erklären sich das so: Die Menschen leben ständig in Dauerspannung und der Körper gewöhnt sich an den Zustand. Ungewohnte Ruhe dagegen erzeugt Stress und Unwohlsein und macht krank.
Der Rat von Experten scheint einfach: Zeit zur Entspannung nehmen. Nur gerade Menschen, die eben nicht leicht abschalten können, haben genau das Problem, dass die vermeintliche Lösung auch die Ursache für das Symptom ist. Eine Verhaltensänderung wird damit doppelt schwer.
Mediziner meinen daher, die sinnvollste Lösung ist, das Entspannen selbst wieder zu lernen. Autogenes Training oder Yoga können dabei hilfreich sein. Vingerhoets fand heraus, dass Menschen, die das regelmäßige Auftreten der Krankheit überwunden haben, zumeist ihre Einstellung zur Arbeit geändert hatten und ihren Arbeitseifer bremsen konnten.
Internist Wesiack empfiehlt, sich im Alltag kontinuierlich Erholungspausen zu verschaffen: «Es ist für die körperliche und psychische Gesundheit sehr wichtig, im Alltag tatsächlich zu erspüren, wie man sich gerade fühlt, um auf eine Überlastung rechtzeitig reagieren zu können, und sich jeden Tag die Zeit für kleine Urlaubsmomente zu nehmen», so der Mediziner.
So könne das Einnehmen der Mahlzeiten als bewusste Auszeit gestaltet werden, bei der nicht die Arbeit oder die nächsten Termine thematisiert würden. Geschaffene Freiräume, die man dazu nutze, ein Restaurant zu besuchen, in schöner Umgebung spazieren zu gehen oder einem Hobby nachzugehen, könnten zudem besser genossen werden, wenn mögliche Störfaktoren verringert würden: «Schalten Sie doch einfach öfters Ihr Handy ab und machen Sie sich kein schlechtes Gewissen, wenn mal etwas im Haushalt liegenbleibt», empfiehlt Wesiack.
Urlaub verlange Ehrlichkeit, sagt der Mediziner. Da müsse man zugeben, wer man ist. Und man müsse es auch vom anderen wissen, sich mit ihm abstimmen und darauf einstellen. Es gehe um die Besinnung auf das, was einem wirklich am meisten behagt. Wichtig sei auch, sich darüber klar zu werden, was in der Zeit, die zur Verfügung steht, tatsächlich verwirklichbar ist.
Weiterführende Links:
Umfrage: Deutsche leiden unter Dauerstress
Berufskrankheit: Krach im Büro schadet der Gesundheit
Zivilisatosen: Wenn der Luxus krank macht
Wenn sich die Ärtzteschaft endlich mit der Enddeckung des DR.Hamer vor 29 Jahren auseinandersetzen würden, müßten sie fetsstellen, dass es tatsächlich nur mit der Psyche zusammenhängt. Die Menschen die im Urlaub "krank" werden sind nämlich in der Heilungsphase, d.h.weg von dem Problem der Daueranspannung = Aktivphase, sie haben ihr "Problem" gelöst durch den Urlaub, weg vom "Problem". Der Körper reagiert dementsprechend. Das ganze ist nicht schlimm, sondern ein "Sinnvolles Biologisches Sonderprogramm" das gesteuert vom Gehirn ausgelÖst von der Psyche in den Organen abläuft. Um das richtig zu verstehen braucht man nicht einmal "Studierter" sein, etwas Logik und zwar "Bio-Logik" reicht schon aus.
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