Von news.de-Redakteurin Claudia Arthen - 16.08.2009, 11.30 Uhr

Männerfreundschaften: Ohne Worte vertraut

Frauen beäugen Männerfreundschaften gerne etwas skeptisch, weil ihnen ziemlich schleierhaft ist, wie sie funktionieren. Männer sitzen vor dem Fernseher, schauen Fußball und trinken Bier. Aber reden sie auch miteinander?

Wir sind Showbiz-Freunde, wir sind keine wirklichen Freunde, sagen Brad Pitt und George Clooney. Bild: dpa

Männerfreundschaften gelten als etwas ganz Besonderes – und sind für viele Frauen ein Mysterium. Warum? Wahrscheinlich weil es keine andere Beziehung aushalten würde, wenn man nur einmal im Jahr miteinander redet. Denn weil Männer Freundschaften bevorzugen, die anspruchsvoll sind, aber keine Ansprüche stellen, geht Mann gerne getrennte Wege, um den alten Freund alljährlich einmal zum Bier zu treffen.

Mit dem Telefon, mit dem Frauen gerne solche lange Trennungsperioden überbrücken, hat der Mann wenig im Sinn. Es mag zwar angeblich von ihm erfunden worden sein, aber sicherlich nicht für ihn. Echte Männerfreunde brauchen wenig Worte, konzentrieren sich beim ersten Anruf seit Jahren statt der weichen weiblichen eher auf die männlich-harten Fakten: «Bin in der Stadt, habe nur heute Abend Zeit. Wo treffen wir uns? Bis später.»

FOTOS: Männerfreundschaften Auch Promis brauchen wahre Kumpel

Was danach passiert, verrät uns eine Studie des Instituts für Rationelle Psychologie in München: Die Zeit, die gute Kumpels gemeinsam verbringen, wird demnach zu 54 Prozent gemeinsamen Unternehmungen gewidmet, zu 24 Prozent Gesprächen über Arbeit, Karriere und Politik und nur zu 19 Prozent dem Austausch über sich selbst.

Das war schon bei Asterix und Obelix so, das haben Winnetou und Old Shatterhand nicht anders gemacht, und selbst bei modernen Männerfreunden nach dem Typus Schröder/Putin, Pitt/Clooney und Poldi/Schweini ist der Austausch von Persönlichem («Mein Haus, mein Auto, mein Boot») weniger als Gespräch als vielmehr als archaisches Imponiergehabe zu verstehen.

Eine Ausnahme bilden Dieter Bohlen und Thomas Anders, die sich bekanntlich oft gezofft und auf immer und ewig verkracht haben. Oder Ernie und Bert, die die männliche Kunst des gemeinsamen Schweigens in der Sesamstraße nur selten demonstrieren. Aber Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel.

Das klingt, als würden Männer untereinander nur oberflächlichen Smalltalk absondern. Aber da liegt ein Irrtum vor, meint Videoblog: Ein kompliziertes Beziehungsgeflecht Männermodetrends: Feminin und versnobt intellektuell Sex-Appeal: Wann ist ein Mann ein attraktiver Mann? Machos haben ausgedient: «In jedem Mann steckt eine Memme» Promi-Freundschaften: In guten wie in schlechten ZeitenUmfrage: Mann und Frau können Freunde sein

kat/news.de

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