Sie sind klein, aber sie terrorisieren zurzeit weite Teile Österreichs und Bayerns. Die Rede ist von Stechmücken, die einem den Spaß am Aufenthalt im Freien verderben können. News.de erklärt, welche Hausmittel gegen die Stiche der Plagegeister helfen.
In Österreich herrscht die größte Stechmückenplage seit Jahren. Überall das gleiche Bild: Erst ein leises Summen, dann ein wildes Fuchteln und Klatschen. Auch der bayerische Chiemsee ist derzeit ein Paradies für Stanzen, Schnaken, Gelsen oder wie sie alle heißen. Regenmassen, Hochwasser und Schwüle bieten den Quälgeistern optimale Bedingungen.
Methoden gegen die Mücken gibt es reichlich: Ein Pop-Sender strahlt beispielsweise mit seinem Programm einen hochfrequenten Piepton aus, der Mücken abschrecken und Hörer im Umkreis von fünf Metern ums Radio vor Stichen schützen soll. Häufiger duschen, weniger Parfüm und Moskitonetze als Schutz für die Wohnung, empfahl ein Wiener Apotheker im Gespräch mit der österreichischen Nachrichtenagentur APA.
Lavendel an einem gekippten Fenster, Vitamin-B-Präparate, Duftstoffe am Kinderwagen, auch eine mit Gewürznelken gespickte Zitrone im Zimmer sollen Abhilfe schaffen. Zu der Liste der Hausmittel gegen Mückenstiche zählen auch Teebaumöl, Tigerbalm und Franzbranntwein, die allesamt kühlend wirken. Eine weitere Geheimwaffe ist Spitzwegerich, der sich an jedem Straßenrand finden lässt. Man muss einfach ein Blatt zwischen den Fingern zerreiben und die Flüssigkeit auf den Stich reiben.
«Am besten ist es, einen Tropfen Zitronensaft auf den Stich zu träufeln oder eine Zitronenscheibe aufzudrücken, das neutralisiert den Juckreiz hervorragend», rät Klaus Fritz vom Berufsverband der Deutschen Dermatologen. Die Wirkung der in Apotheken angebotenen Antihistamingele sei hingegen oft nicht ausreichend stark: «Hier empfiehlt es sich, die Tuben im Kühlfach zu lagern, damit der Effekt durch die Kühlwirkung verstärkt wird.»
Ist der Juckreiz sehr stark, sollte man durchaus auch einmal auf cortisonhaltige Präparate zurückgreifen. Besonders geeignet sind hier alkoholische Lösungen oder Arzneien in Schaumform, die nicht eingerieben werden müssen. «Von Salben ist eher abzuraten, sie versiegeln die Haut zu stark, so dass die Gefahr eines Hitzestaus besteht», sagt Fritz. Die freiverkäuflichen Cremes und Salben eignen sich übrigens nicht - hier ist das Cortison so niedrig dosiert, dass es praktisch kaum eine Wirkung hat.
Wenn der Stich allerdings partout nicht verschwinden will, sich verhärtet oder stark anschwillt, ist der Gang zum Arzt angeraten. «Meist hat man sich dann durch das Aufkratzen Bakterien eingefangen. In solchen Fällen müssen dann Antibiotika oder auch Cortisontabletten eingenommen werden - sonst besteht die Gefahr einer Blutvergiftung», betont Experte Fritz.
Auch der weitverbreitete Rat: «Mach doch Spucke drauf!», hat tatsächlich einen wissenschaftlichen Hintergrund: Speichel kühlt und enthält schwache Schmerzstiller und Antihistamine, die gegen allergische Reaktionen wirken.
Verantwortlich für den lästigen Juckreiz sind Substanzen, die mit dem Mückenspeichel in die Wunde gelangen. Sie hindern das Blut am Gerinnen und sorgen für eine Art Entzündung, die das Gewebshormon Histamin aktiv werden lässt. Dieses lässt das Gewebe rund um den Stich anschwellen und erröten. Dabei werden die umliegenden Nerven gereizt - was sie dann schließlich in Form von Juckreiz anzeigen.
Doch warum stechen Mücken überhaupt? Während die Männchen nur von Nektar leben, gehen einem die Weibchen sprichwörtlich unter die Haut. Für die Entwicklung ihrer Eier benötigen sie nämlich Proteine aus dem Blut und stechen aus mütterlichem Instinkt gnadenlos zu. Ihr mit dem Saugrüssel eingebrachtes Gift basiert auf Eiweißproteinen. Diese kann man durch Temperaturen von über 45 Grad Celsius neutralisieren, da dann die Eiweißbaussteine gerinnen und zerstört werden. Man kann dafür einen Metallgegenstand, zum Beispiel einen Löffel grade so weit erwärmen, wie man es noch aushält und ihn auf den Stich halten. Oder einfach einen Wattebausch mit heißem Wasser tränken.
Weiterführende Links:
Chronischer Juckreiz: Die neue Volkskrankheit
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