Von Maria Hilt
Der Schwiegermuttersitz ist ein Kaktus mit besonders langen Stacheln. Er ist das deutlichste Symbol dafür, wie gespannt das Verhältnis von Schwiegerkindern und Schwiegereltern oft ist. Dabei wünschen sich beide Seiten nur ein gutes Miteinander.
Familien- und Beziehungscoach Andreas Himmelstoß hat die Erfahrung gemacht, dass alle Beteiligten unter dem Spannungsfeld zwischen Eltern und den Partnern ihrer Kinder leiden. Und trotzdem scheinen Schwiegerverwandte seit Generationen immer wieder auf die gleichen Konflikte zu stoßen: Die Jungen fühlen sich überwacht und nicht für voll genommen, die Alten fühlen sich zurückgewiesen.
«Zurückhaltung» ist das Zauberwort, mit dem sich viele Streitereien zwischen den Generationen vermeiden ließen. «Eltern sollten das junge Paar als eigenes System respektieren. Man kann sich vorstellen, dass um die beiden eine Art Ring liegt, in den die Eltern nicht eindringen dürfen», sagt Himmelstoß. «Schwiegereltern haben ein Recht auf eine innere Zugehörigkeit. Aber das bedeutet nicht, dass man sich jeden Tag mit dem jungen Paar zum Kaffeetrinken treffen muss», sagt Himmelstoß.
Viele Schwiegereltern machten von Anfang an den Fehler, den Partner ihres Kindes nicht als ebenbürtigen Erwachsenen zu betrachten. «Für viele Eltern bleibt das eigene Kind immer Kind. Dessen Partner wird oft automatisch wie ein weiteres Kind aufgenommen und ebenso behandelt», erklärt er. Das Schwiegerkind hingegen begegne den Schwiegereltern wie ebenbürtigen Erwachsenen.
Auch die oft verschiedenen familiären Hintergründe sorgen im Verhältnis von Schwiegereltern und Schwiegerkindern für Irritationen. «Das Schwiegerkind kommt aus einer fremden Familie, in der möglicherweise völlig andere Werte gelten als in der eigenen», erklärt der Expert. «Dies wirkt für Eltern oft bedrohlich, weil sie ihr gesamtes Lebenskonzept in Frage stellen.». Der Versuch, das Schwiegerkind einfach umzuerziehen, könne von diesem hingegen als Kritik aufgefasst werden.
Viele Eltern fühlten sich insgeheim noch schuldig, weil sie ihrem Kind vielleicht keine ideale Kindheit bieten konnten. Daher mischen sie sich immer wieder in das Leben ihrer erwachsenen Kinder ein, legen beispielsweise im Haushalt und bei der Gartenarbeit Hand an. Dem jungen Paar werde dieser Aktionismus schnell zu viel, warnt Himmelstoß. «Es ist wichtig, dass man sich von seinen Schuldgefühlen freispricht.
Besonderes Konfliktpotenzial wird der Verbindung von Schwiegermüttern mit Schwiegertöchtern nachgesagt. «Wenn eine junge Frau in die Familie kommt, sind die Probleme mit der Schwiegermutter vorprogrammiert», ist sich die Österreicherin Gerda Themel, Autorin des Satire-Ratgebers «Der Schwiegermutter-Knigge», sicher. Schon allein die Tatsache, dass die neue Frau an der Seite des eigenen Sohns jünger, schöner und faltenfreier ist, sei für alternde Mütter oft unbewusst problematisch.
Auch die Haushaltsführung der Schwiegertochter führe zu Auseinandersetzungen. «Die Schwiegermutter hat natürlich mehr Erfahrung und weiß vielleicht tatsächlich manche Dinge besser. Aber auch die Schwiegertochter hat ein Recht darauf, es auf ihre Art zu lernen», betont Themel. Für den Sohn und Ehemann sei die angespannte Situation zwischen den Frauen besonders schwierig. «Egal, wie er sich verhält - er macht alles falsch.»
Weiterführende Links:
Ostern bei den Schwiegereltern: So klappt das Eiersuchen ohne Streitereien
kat/news.de/ddp
Warum hat sich denn noch keiner dazu geäußert?Mein Mann ist für seine Schwiegermutter durchs Feuer gegangen. Lieber hätte er mich stehen lassen. Ja, auch das gibt es. Das Wort !Schqw._Mut. ist so negativ belastet, dabei kommt es doch immer wieder auf den Menschen selbst an. Gebt Euch Mühe Ihr Schwiegerkinder !!!!
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