Sa., 25.05.13

Killer im Netz Mörder mit Facebook-Profil

Kriminelle im Netz
Mörder bei Facebook & Co.

Jan GrundmannVon news.de-Redakteur
Anders Behring Breivik, Porno-Killer Luka Magnotta oder David H., der mutmaßliche Mörder der kleinen Lena aus Emden: Viele Killer haben heute Profile bei sozialen Netzwerken wie Facebook. Sie posten Fotos, Wirres, Alltägliches – und bieten so einen Einblick in ihre mörderische Seele.

Früher hatten Mörder nur wenige Möglichkeiten, ihre Sicht der Dinge darzustellen. Eigentlich beschränkte es sich auf Abschieds- und Bekennerbriefe sowie Gerichtsverhandlungen, in denen sie Erklärungen, Entschuldigungen und Rechtfertigungen vorbringen konnten. Doch viele Mörder der vergangenen Jahre haben ihre Spuren im Netz hinterlassen – genauso so, wie wir (fast) alle in Datenbanken, Freundschaftssuchdiensten oder Profilen bei sozialen Netzwerken registriert sind.

Anders Behring Breivik etwa, der norwegische Massenmörder, der im Juli vergangenen Jahres bei einem Bombenanschlag in Oslo und einem Massaker auf der Ferieninsel Utøya insgesamt 77 Menschen tötete, richtete sich seine Internet-Präsenz strategisch ein. Er wollte in der digitalen Welt seine Spuren hinterlassen. So meldete er sich am 17. Juli 2011 bei Facebook an, veröffentlichte auf dem neuen Profil Teile seines kruden 1000-Seiten-Manifests, in dem er eine islamistische Verschwörung für einen Niedergang des Westens verantwortlich machte. Nach dem folgenschwersten Amoklauf der Geschichte suchten Menschen aus der ganzen Welt nach Erklärungen – und fanden sie auch in Breiviks verrückten Einträgen und wirren Manifest-Auszügen auf seinem Facebook-Profil.

Henkersmahlzeit
Die letzten Gelüste der Mörder

Fotos der Einsamkeit und Grusel-Einträge

Luka Magnotta, der mutmaßliche Pornokiller aus Kanada, der einen chinesischen Studenten getötet, die Tat gefilmt und die Leichenteile teilweise per Post an Parteien und Schulen geschickt haben soll, ist – für einen 29-Jährigen typisch – auf mehreren Kanälen im Netz zu finden. Magnotta hat etwa ein Facebook-Profil, angelegt im Jahr 2009. Dort lud Magnotta mehr als hundert Bilder hoch. Mittlerweile haben Facebook-Nutzer fast bei jedem Foto Kommentare hinterlassen, die Magnotta verunglimpfen. Viele Fotos strahlen eine Einsamkeit aus, die frösteln lässt. Magnotta allein vor dem Weihnachtsbaum, Magnotta allein am Paradiesstrand, Magnotta allein in Paris. «Luka verdient viel Fröhlichkeit», ist der einzige Satz, den er selbst gepostet hat.

Ausführlicher, aber nicht unbedingt gehaltvoller, sind seine Twitter-Meldungen: «Was andere über mich denken, interessiert mich nicht», ist etwa zu lesen. Längere Schrift-Passagen veröffentlicht er auf seinem Blog. Hier beschwert er sich über Cyber-Mobbing und Homophobie, über das Justizsystem und Medienpropaganda in langen, kruden Abhandlungen, die stilistisch recht unterschiedlich sind. Ob er alles selbst geschrieben hat, ist deshalb zu bezweifeln – in einer Abhandlung weist er ja darauf hin, wie schwer wahre Urheberschaft im Internet festzustellen sei.

Auch David H., der verdächtige Mörder der kleinen Lena aus Emden, hatte ein Facebook-Profil – genauso wie Jan O., der Ende 2010 zwei Teenager aus dem niedersächsischen Bodenfelde tötete. Bei Jan O. waren es gar die Profile in sozialen Netzwerken, die zum schnellen Fahndungserfolg der Ermittler führte. Welche Fotos und Infos die modernen Killer in sozialen Netzwerken posten, sehen Sie in unserer Fotostrecke.

iwi/news.de

Leserkommentare (8) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • heinrichIV
  • Kommentar 8
  • 16.07.2012 11:05
 

Seid froh dass es noch freies Internet gibt. Oder wollt Ihr, dass jeder Nutzer ein Formular ausfüllen muss, indem er sein Innerstes nach Außen kehren muss, um mitzumachen? Da würden aber viele von Euch keinen Netzanschluss erhalten, dessen bin ich mir sicher. Das Internet bietet Lösung bei Regelungswut bei Staats- u. Parteienkontrolle..und somit gewisse Freiheit. Oder wollt Ihr den totalitäten Weltstaat der Euch ggf. noch verschreibt, welche Unterhosen Ihr während der Woche tragen dürft? Internet nur für Biedermänner u. Gehirnbeschränkte möchte ich jedenfalls nicht. Es lebe die Freiheit!!!

Kommentar melden
  • Benny
  • Kommentar 7
  • 16.07.2012 02:25
 

tja von mir aus können die ein account bei facebook haben desto schneller findet mann die Leute ist wie ein daumen abdruck.und teilweise verplappern sie ihren vorhaben.ist ja nicht das erstemal das täter gestellt werden bei facebook auch wen mann immer wieder hört wie böse facebook sei.aber es gibt auch genug posetive vorteile auch wen es keiner sehen mag.

Kommentar melden
  • woody
  • Kommentar 6
  • 15.07.2012 21:06
 Antwort auf Kommentar 4

Ja, das Video meine ich. Mich erschreckt, daß ein Deutscher die Videos auf Youtube hochgeladen hat, um damit auf Luka Magnotta aufmerksam zu machen und am 04.06. wird er in Berlin geschnappt. Er kommt aus Deutschland sieht das Snuffvideo Ende Mai auf einer kanadischen Website, weiß wer der Täter ist, informiert die Medien, keiner nimmt ihn ernst und dann wird Luka Magnotta auch noch in Deutschland gefasst. Den sollten die mal vor die Fernsehkameras holen und interviewen. Der weiß bestimmt noch mehr. Der Kadir hat ihn doch nur erkannt und die Polizei geholt, weiß aber nichts über Luka Magnotta

Kommentar melden
  • Hünne 85
  • Kommentar 5
  • 15.07.2012 19:58
 

Meinst Du das: www.youtube.com/watch?v=mzduPUA65TY Hab mit dem dem von Youtube geredet. Er meinte zu mir, daß er das Video wo der Chinese umgebracht wird wenige Stunden nach der Veröffentlichung fand und sich schnell sicher war, daß es sich um Luka Magnotta handelt. Er hatte dann die deutschen Medien informiert, aber die nahmen ihn nicht ernst. Deswegen machte er das Video auf englisch und einen Tag später auf deutsch. Mehrere Stunden, nachdem er das deutsche Video hochgeladen hatte, ließ sich Luka Magnotta freiwillig in Berlin fassen.

Kommentar melden
  • Hünne85
  • Kommentar 4
  • 15.07.2012 19:52
 Antwort auf Kommentar 3

Meinst Du das Video: http://www.youtube.com/watch?v=mzduPUA65TY Der Typ hat das Video auch auf englisch hochgeladen. Ich habe mich mit ihm unterhalten und er schrieb mir, daß er das Video wo der Chinese getötet wird, kurz nachdem es veröffentlicht wurde, auf der Seite fand, wo Luka Magnotta es hochgeladen hatte. Das war am 25. Mai. Angeblich wusste er schon so viel über Luka Magnotta, daß er sich sicher war, daß er nach Europa und vielleicht auch nach Deutschland kommen will und informierte die deutschen Medien, die ihn aber nicht ernst nahmen.

Kommentar melden
  • woody
  • Kommentar 3
  • 15.07.2012 19:37
 

Bei Youtube hat ein Deutscher ein Video mit dem Song von New Order und vielen Bildern und Infos von Luka Magnotta, die ich noch nirgendwo anders gelesen habe, hochgeladen. Der hat schon über 21000 Klicks. Das Lied geht mir nicht mehr aus dem Kopf.

Kommentar melden
  • lolita10
  • Kommentar 2
  • 15.07.2012 15:55
 Antwort auf Kommentar 1

mit dergleichen meinst Du sicherlich unsere altbekannte Post (mit der er angeblich die Leichenteile verschickt hatte.).Wie kann man nur das facebook für die taten Anderer verantwortlich machen!!!! Schlißlich veurteilt ja auch keiner die Post.Lachhaft!!!!!

Kommentar melden
  • love669
  • Kommentar 1
  • 15.07.2012 13:44
 

da sieht man, dass diese killer auch kein hirn haben! denn, wenn ich sooo was vor habe, dann geschied es ohne den großen applaus der menschen. ich halte sowieso nichts vom facebook und dergleichen.

Kommentar melden
Kommentar schreiben Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig
Kommentar  
Ihr Name
Ihre Emailadresse
Bitte übertragen Sie die Zeichen in das Eingabe-Feld.
CAPTCHA Image Neuladen
Anzeige
Wir empfehlen
Facebook
Twitterbox
Follow Us!
Anzeige