Sa., 26.05.12

Polizeistreik in Rio 10.02.2012 Samba-Karneval in Gefahr

Karneval (Foto)
Attraktion: Der Karneval lockt jährlich Hunderttausende nach Rio. Bild: dpa

Die Polizei in Rio hat ausgerechnet eine Woche vor Beginn des Karnevals einen Streik beschlossen. Damit der weltberühmte Samba-Karneval an der Copacabana nicht ins Wasser fällt sollen jetzt Soldaten für die Sicherheit sorgen.

Beim Karneval von Rio de Janeiro müssen in diesem Jahr womöglich Soldaten statt Polizisten für Ordnung sorgen: Kurz vor dem Auftakt des weltberühmten Spektakels traten am Freitag Polizisten der Region in den Streik. Damit wollen sie ihrer Forderung nach deutlich besserer Bezahlung Nachdruck verleihen. Ohne eine baldige Lösung müssen die Behörden nun tausende Soldaten auf die Straßen schicken, um das in einer Woche beginnende närrische Treiben in der Sechs-Millionen-Stadt zu sichern.

Die Polizisten des Staates Rio votierten am Donnerstagabend für den Streik, obwohl das Regionalparlament ihnen sowie Gefängnispersonal und Feuerwehrleuten eine 39-prozentige Lohnerhöhung zugesprochen und eine weitere Steigerung für 2014 zugesichert hat. Die Sicherheitskräfte fordern jedoch das Doppelte und machen geltend, dass ihre Gehälter seit Jahrzehnten nicht mit den steigenden Preisen Schritt gehalten hätten. In kaum einem brasilianischen Staat werden Polizisten schlechter bezahlt.

Appell an Verantwortung der Sicherheitskräfte

Gemeinsam mit den anderen betroffenen Berufsgruppen traten die Polizisten am Freitag in den Ausstand. «Wir wollten nicht streiken», sagte ein Feuerwehrmann. «Wir machen Gouverneur Sergio Cabral dafür verantwortlich.» Dieser appellierte an die Sicherheitskräfte, ihre Verantwortung wahrzunehmen. «Man kann nicht in so lebenswichtigen Bereichen wir der öffentlichen Sicherheit streiken», sagte er. «Rio de Janeiro hat dies nicht verdient.»

Mit dem Arbeitsboykott der Gesetzeshüter steht der geregelte Ablauf des am 17. Februar beginnenden Karnevals auf der Kippe. Jedes Jahr kommen rund 800.000 Touristen in die Metropole, das bunte Treiben spült rund 500 Millionen Dollar (380 Millionen Euro) in die Kassen.

In Salvador, wo das zweitgrößte Karnevalsspektakel Brasiliens über die Bühne geht, hat ein Streik von Polizisten bereits zu einer Zunahme der Gewalt geführt. Viele Touristen haben ihren Besuch abgesagt.

wam/news.de/dapd
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