Von von Jovana Gec
Die eisige Kälte hat in Brandenburg eine 55-Jährige das Leben gekostet. Sie erfror in einem Wassergraben. In Osteuropa sind durch die Kältewelle fast 40 Menschen gestorben. Die meisten waren obdachlos. Und es wird noch kälter.
Die Kältewelle zieht von Sibirien gen Westen, vor allem für Menschen ohne Wohnung kann dieses Wetter tödlich sein. Die erste Kältetote Deutschlands allerdings kam durch einen Unfall ums Leben. In Leegebruch im Landkreis Oberhavel/Brandenburg stürzte eine 55-jährige Fußgängerin in der Nacht zum Sonntag in einen Wassergraben.
Offenbar kam sie auf dem Rückweg von einer Feier vom Weg ab. Sie konnte sich zwar noch aus eigener Kraft ans Ufer retten und etwa 150 Meter weit kriechen, starb dann aber im Schnee. Ein Jagdpächter fand die Leiche am Montagmorgen auf einem Feldweg.
In Osteuropa hat die Kältewelle bislang mindestens 36 Menschen das Leben gekostet, die meisten der Opfer waren Obdachlose. Allein in der Ukraine erfroren 18 Menschen, es herrscht Ausnahmezustand: Fast 500 Menschen mussten am Wochenende wegen Unterkühlung und Erfrierungen behandelt werden, wie das Katastrophenschutzministerium mitteilte. 17.000 Menschen suchten in Notunterkünften Schutz, Schulen und Kindergärten wurden geschlossen.
Kältewelle reicht bis in die Türkei
In Polen erfroren mindestens zehn Menschen bei Temperaturen von bis zu minus 26 Grad. Die Polizei sucht in leerstehenden Häusern nach Obdachlosen, um sie in Notunterkünfte zu bringen, in Warschau werden Heizpilze an Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs aufgestellt. Starke Schneefälle und eisige Temperaturen kosteten in Serbien drei Menschen das Leben. Die Behörden erklärten, in Zentralserbien sei eine Frau in einem Schneesturm erfroren, ein älterer Mann sei tot im Schnee vor seinem Haus gefunden worden. Ein 81-Jähriger starb in seinem Haus in derselben Region. In Rumänien erfroren vier Menschen. Häftlinge wurden von den Behörden zum Schneeschaufeln vor einem Tierheim abkommandiert. Kältenotstand herrscht auch in fast ganz Bulgarien, ein 57-Jähriger erfror.
Selbst in der Türkei herrscht sibirische Kälte. Eine Sporthalle in Istanbul wurde etwa 350 Obdachlosen als Notunterkunft zur Verfügung gestellt. Die Temperatur in der türkischen Provinz Kars an der Grenze zu Armenien sank in der Nacht zum Montag auf minus 25 Grad. Fast 200 Flüge der Turkish Airlines von und nach Istanbul wurden gestrichen.
Es wird noch kälter
Die Meteorologen rechnen nicht mit einer Wetterbesserung. Das Hoch Cooper lässt die Temperaturen in ganz Deutschland zum Ende der Woche weiter sinken - bis zu minus 17 Grad Celsius. «Dieser Wert wird spätestens in der Nacht zum Freitag erwartet», sagte Meteorologe Karsten Kürbis vom privaten Wetterdienst MeteoGroup Deutschland. Am kältesten werde es mit bis zu minus 20 Grad im Nordosten Thüringens und in Bayern.
Auch am Tage kämen die Temperaturen trotz strahlenden Sonnenscheins nicht über minus sechs Grad hinaus. «Wegen eisigen Ostwinds besteht die Gefahr von Erfrierungen», warnte er und empfahl das Tragen von Schals und Mützen. Zudem werde der Frost tief in den Boden eindringen. «Das kann zu gefrorenen Wasserleitungen führen.»
Am kältesten war es am Montag östlich des Harzes und in der Oberpfalz. Die Temperaturen sanken dort am Morgen auf minus 13 Grad Celsius, wie der Meteorologe Thomas Schumann vom Deutschen Wetterdienst (DWD) sagte. Am wärmsten sei es mit null Grad am Oberrhein gewesen.
Teile der Ostsee gefrieren
Nach knapp einer Woche Dauerfrost gefrieren die ersten Boddengewässer an der deutschen Ostseeküste. Mit Behinderungen für die Schifffahrt sei jedoch frühestens in zwei Wochen zu rechnen, sagte Jürgen Holfort vom Eisdienst des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH). Mit bis zu sieben Zentimetern ist die Eisdicke in der kaum befahrenen Dänischen Wiek bei Greifswald am stärksten.
Die Polizei warnt jedoch vor dem Betreten der Eisflächen. Die Eisschicht, die sich in den vergangenen Tagen auf den Gewässern gebildet habe, sei noch nicht tragfähig, sagte ein Sprecher der Berliner Polizei. Durch die dünne Schneedecke oder Raureif auf dem Eis seien gefährliche Stellen nicht zu erkennen. Wer die Flächen dennoch betrete, begebe sich deshalb in Lebensgefahr.
Die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung bereitet sich derweil auf das Zufrieren der Wasserwege vor. Für den Mittelland- und Elbe-Seitenkanal stünden derzeit fünf Eisbrecher in Bereitschaft, sagte eine Sprecherin.
Januar war zu mild
Trotz der derzeit sibirischen Kälte war der Januar deutlich zu mild. Die Durchschnittstemperatur habe in Deutschland 1,9 Grad Celsius betragen, was für Januar 2,4 Grad zu warm sei, teilte der DWD mit. Mit 55 Sonnenstunden habe es 25 Prozent mehr gegeben als für die Jahreszeit üblich. Doch auf den milden Januar folgt ein eiskalter Februar. Mit der anrückenden Kältewelle wird es in diesem Winter erstmals kälter als normal: «Wir liegen in dieser Woche rund zwölf Grad unter den für diese Jahreszeit üblichen Temperaturen», sagte Meteorologe Kürbis.
iwi/beu/news.de/dapd
"... sich über das schöne Wetter freuen. Nicht immer nur meckern. Es ist Winter!" Diese Bemerkung finde ich ein wenig makaber im Zusammenhang mit der Meldung, dass eine Frau elendig und allein in der Kälte verreckt ist. Grundsätzlich gebe ich Ihnen aber Recht. Und Aufpassen beim Schlittschulaufen auf dem Dorfteich
jetzt antwortenKommentar meldenCreme-Tipps gegen Kälte besodners für Kinder http://www.familothek.de/index.php/gesundheit/ratgeber/232-tipps-fuer-kaelteempfindliche-kinder
jetzt antwortenKommentar meldenBewegung, eincremen, vernünftige Klamotten, nach draußen und sich über das schöne Wetter freuen. Nicht immer nur meckern. Es ist Winter!
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