Sa., 26.05.12

Minus 20 Grad 30.01.2012 Deutschland friert ein

Schnee in Berlin (Foto)
Eine Schneedecke überzieht Berlin. So schnell wegtauen wird er sicher nicht. Denn in den kommenden Tagen erwartet uns sibirische Kälte. Bild: dapd

Jetzt sind Mütze, Schal und dicke Jacken gefragt: Aus Sibirien weht eiskalte Luft heran. Die Meteorologen warnen vor «bockigem Ostwind», Dauerfrost und Schnee. News.de sagt, wie Sie sich am besten schützen.

Der Winterschlussverkauf ist gestartet. Und pünktlich dazu kommt das eisige Wetter nach Deutschland. Sibirienhoch Cooper bringt eiskalte Luft. Bis zum Freitag werde es täglich kälter, berichtete der Deutsche Wetterdienst (DWD). «Von Donnerstag bis Samstag sollten kälteempfindliche Menschen eher keine Außentermine planen, denn der bockige Ostwind wird auch tagsüber die gefühlten Temperaturen immer im zweistelligen Minusbereich halten.»

Im Osten Deutschlands gebe es derzeit schon Dauerfrost, von Dienstag an werde auch der Westen davon erfasst. Selbst am Niederrhein seien Eistage mit Höchstwerten unter null Grad zu erwarten. Ausgenommen vom Dauerfrost seien wohl nur Küstengebiete und Inseln. «Sibirienhoch Cooper bringt uns die von den Energieunternehmen heiß herbeigesehnten Temperaturen», teilte der DWD mit Blick auf den bislang milden Winter mit.

Besonders bei einer Schneedecke können die Temperaturen richtig in den Keller gehen. «Schnee wirkt wie ein Kälteakku», sagte die DWD-Meteorologin Dorothea Paetzold. Örtlich sind daher ab der Wochenmitte Werte unter minus 20 Grad nicht ausgeschlossen.

Die Woche beginnt am Montag noch mit leichtem Dauerfrost. Nur im Südwesten und Westen schneit es noch etwas. Die Temperaturen sinken auf minus 4 Grad im Westen und minus 13 Grad im Osten. An den Alpen und in den östlichen Mittelgebirgen sind bereits Werte unter minus 15 Grad möglich. Am Mittwoch soll dann fast überall strenger Frost mit Temperaturen unter minus zehn Grad herrschen. Dafür zeigt sich dann die Sonne. Die Höchstwerte liegen bei minus ein Grad im Westen und minus neun Grad im Osten.

Dick eingepackt dem Winter trotzen

Um sich optimal zu schützen, sind Mütze und Schal dieser Tage unabdingbar. Denn die meiste Wärme verliert der Mensch über den Kopf. Der Schal über Mund und Nase hilft, die Schleimhäute warm und feucht zu halten. Und natürlich sollten fettreiche Hautcremes und ein Fettstift für die Lippen zur Standardausrüstung gehören.

Hände bleiben am besten in Fäustlingen warm, da sich dort die Finger gegenseitig wärmen. Bei Fingerhandschuhen geht dagegen zuviel Wärme verloren. Für die Füße empfehlen Experten Schuhe mit Gummi- anstelle von Ledersohlen. «Leder ist ein Naturmaterial und damit saugfähig - es zieht sich voll und sorgt dann für nasse Füße», erklärte Claudia Schulz vom Deutschen Schuhinstitut in Offenbach. Auch auf die Dicke der Sohle komme es an. «Entscheidend ist aber vor allem, was innen ist», fügte Schulz hinzu. Kuschelig warm sind Schuhe mit Lammfellfutter - und nach unten wärmen Thermo- oder Filzsohlen als Einlagen sowie aufheizbare Gelkissen.

Bei der Kleidung gilt bei besonders eisigen Temperaturen das Zwiebelprinzip, das heißt, mehrere Schichten übereinander tragen. Die Luftschichten zwischen den einzelnen Kleidungsstücken sorgen dafür, dass die Wärme besonders gut gespeichert wird. Ein Unterhemd aus Baumwolle saugt den Schweiß auf und beugt damit Erkältungen vor. Jacke oder Mantel sollten zudem winddicht sein. Denn nicht selten kommen mit der Kälte auch frostige Winde.

Um Infektionen vorzubeugen, ist außerdem wichtig, ausreichend zu trinken. Und die Abwehrkräfte lassen sich am besten mit Wechselduschen, Kneippkuren oder Saunagängen ankurbeln. Weitere Tipps gegen die Kälte lesen Sie hier.

Hoher Luftdruck und eisige Temperaturen

Schuld an der derzeitigen Kältepeitsche in Deutschland sind kräftige Hochdruckgebiete über Sibirien. Im Norden Sibiriens mit dem angrenzenden arktischen Polarmeer fallen die Temperaturen im Winter auf bis zu minus 60 Grad, der Boden ist dauerhaft gefroren. Da die Sonne im Winter in der Polarregion für längere Zeit nicht aufgeht, können sich die kalten Luftmassen nicht erwärmen. Das stabile Hochdruckgebiet sorgt dann dafür, dass sich die Atmosphäre ständig weiter abkühlt und die trockene Luft aus höheren Schichten nach unten sinkt. Die sibirische Festlandluft ist die kälteste Luftmasse, die im Winter nach Europa zieht.

Und noch ein weiteres Phänomen bringt das sibirische Hochdruckgebiet Cooper mit sich: Einen ziemlich hohen Luftdruck, der von herkömmlichen Barometern hierzulande vielleicht gar nicht mehr erfasst werden kann. Der DWD geht davon aus, dass zu Wochenanfang ein Wert von über 1060 Hektopascal (hPa) erreicht werden könnte. Der bisher höchste in Deutschland gemessene Wert sei am 21. Januar 1907 in Berlin mit 1058 hPa registriert worden. Die üblichen Geräte können laut DWD bis 1050 hPa anzeigen. Der Druck selbst sei für Menschen nicht direkt zu spüren, wohl aber die Folge davon, erläuterte Meteorologin Paetzold. Wegen der Ausgleichsbewegungen der Luftmassen bleibe es windig. «Das ist bei Kälte eine ganz gemeine Geschichte.»

eia/san/news.de/dapd/dpa
Leserkommentare (2) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • Boris Godunow
  • Kommentar 2
  • 31.01.2012 09:48
 

Größenwahnsinniger EU-Gigantismus hat jede Hoffnung auf ein friedlichses Europa erstickt. Dieses EU-Monster, mit Gewalt geboren, (Jugokrieg) funktioniert schlechter als der ehemalige RGW, der ein Erghenis des II. WK war. Nur maßvolles Vorgehen hätte über einen langen Zeitraum zu einem geeinten friedl. Europa geführt. Die Beschränkung auf die Kernzone Europas wäre der erfolgreiche Beginn gewesen. Das hat man verspielt und durch die Totengräber Europas ersetzt. Ich gehe aber davon aus, dass auch das arglistiger Vorsatz war. Wir erleben zur Zeit Spiegelfechterei zur Täuschung d. Völker d. EU.

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  • Väterchen Frost
  • Kommentar 1
  • 31.01.2012 09:37
 

Solange die Armen, von denen es hierzulande ständig mehr werden, nicht erfrieren, hat man in dieser Regierung noch nicht hinreichend an der Sparschraube gedreht, denn nur mit einem immer größeren Schuldenberg lässt sich der Reichtum einer schädlichen Minderheit noch weiter vergrößern. Die Gewinnuhr läuft schneller als die Schuldenuhr. Es müssen also noch mehr Schulden gemacht werden, damit die Gwinnuhr noch schneller laufen kann und die Volksverarmung zügig fortschreitet. Die Entwicklung ist positiv, denn jeder Katastrophe folgt ein Neuanfang, der nicht besser sein muss, aber jeden Winter neu.

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