Ermittler von Bundesanwaltschaft und Bundeskriminalamt (BKA) haben sieben Wohnungen und zwei Geschäftslokale in Sachsen, Thüringen und Baden-Württemberg von mutmaßlichen Terrorhelfern durchsucht. Zwei Helfer sollen Waffen und Sprengstoff für die NSU beschafft haben.
Die Ermittler durchsuchen in Sachsen die Wohnungen von vier mutmaßlichen Unterstützern der Zwickauer Neonazi-Terrorgruppe. Zudem würden zwei Geschäftslokale eines der Beschuldigten in Sachsen sowie drei weitere Wohnungen in Thüringen und Baden-Württemberg durchsucht, teilte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mit. Ziel der Razzia sei es, «weitere Erkenntnisse über das Unterstützerumfeld» der Terrorgruppe ‹Nationalsozialistischer Untergrund› (NSU) und zur Herkunft der Waffen des NSU zu gewinnen.
Zwei der Beschuldigten sollen den mutmaßlichen NSU-Mitgliedern Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe bereits 1998 Sprengstoff und eine Schusswaffe zur Verfügung gestellt haben. Es bestehe der Anfangsverdacht, dass sie dem NSU auch in der Folgezeit logistische Unterstützung zukommen ließen. Die beiden weiteren Beschuldigten sollen den NSU-Mitgliedern 2002 und 2003 «in Kenntnis der terroristischen Ziele der Gruppierung» mehrere Schusswaffen verschafft haben, darunter mindestens eine Pumpgun.
An den Durchsuchungen sind den Angaben zufolge neben Ermittlern der Bundesanwaltschaft etwa 110 Polizeibeamte aus den Reihen des BKA sowie aus Sachsen, Thüringen und Baden-Württemberg beteiligt. Grundlage seien Beschlüsse des Ermittlungsrichters des Bundesgerichtshofs.
jag/ruk/news.de/dapd