Nächste Hiobsbotschaft aus Italien: Aus dem Wrack «Costa Concordia» sind zwei weitere Leichen geborgen worden. Damit steigt die Zahl der Todesopfer auf 15.
Taucher haben zwei weitere Leichen im Inneren des Kreuzfahrtschiffes «Costa Concordia» gefunden. Bei den Toten handele es sich um Frauen, teilten die Bergungsmannschaften auf der Insel Giglio mit. Damit sind insgesamt 15 Leichen geborgen. Der Zivilschutz erklärte, die Leichen der beiden Frauen seien im Internet-Café des Schiffs entdeckt worden.
Bereits am Sonntag war in der verunglückten «Costa Concordia» von Tauchern eine 13. Leiche entdeckt worden. Unter den acht bereits identifizierten Opfern sind nach Angaben von Carabinieri-Kommandant Rocco Carpenteri ein Deutscher, vier Franzosen - darunter ein Ehepaar - und je ein Mann aus Italien, Spanien und Ungarn.
Grünes Licht für Treibstoff-Bergung der «Costa Concordia»
Derweil haben die italienischen Verantwortlichen grünes Licht für das Abpumpen der rund 2300 Tonnen Treibstoff gegeben. Nach eingehenden Untersuchungen stehe dem nichts mehr im Weg, sagte Gabrielli. Die niederländische Firma Smit wird am Dienstagmorgen mit den Vorbereitungen an der «Costa Concordia» beginnen. In dieser Woche dürften die Arbeiten beginnen, sagte ein Verantwortlicher.
Gabrielli erklärte, der vor knapp eineinhalb Wochen gekenterte Luxusliner sei stabil. «Die Gefahr besteht nicht mehr, dass er absinkt», sagt er. Dies hätten umfangreiche Messungen in den vergangenen Tagen ergeben. Zuletzt waren durch minimale Bewegungen der «Costa Concordia» die Suche nach Vermissten teilweise unterbrochen und der Start der Öl-Bergungsarbeiten verhindert worden.
Blinde Passagiere auf «Costa Concordia» vermutet
Nach der Tragödie des Kreuzfahrtschiffes vor der italienischen Küste vermuten die Behörden inzwischen, dass sich mehrere blinde Passagiere an Bord befunden haben könnten. Zivilschutz-Einsatzleiter Franco Gabrielli sagte, dass die am Sonntag entdeckte Leiche einer Ungarin nicht in den offiziellen Listen eingetragen gewesen sei.
Vier weitere Leichen seien bisher ebenfalls nicht identifiziert worden, anhand der Passagierlisten sei dies nicht möglich. Wegen dieser Ungenauigkeiten müsse deshalb noch von mindestens 24 Vermissten ausgegangen werden.
phs/cvd/news.de/dapd