Von news.de-Redakteurin Ulrike Bertus
Bis zu 20 Kilogramm schwer ist der Samen der extrem seltenen Seychellenpalme. Nun wächst eine Pflanze in Berlin - weit weg von den Seychellen. Dabei mag sie doch eigentlich die Wärme und die Ruhe eines abgeschiedenen Tals. Bis zu 50 Jahre braucht sie nun, bis die erste Blüte sprießt. Das bedeutet vor allem: warten - in der Kälte.
Zugegeben: Wir wissen nicht, warum die seltene Seychellenpalme sich ausgerechnet Berlin ausgesucht hat. Immerhin wächst die Pflanze nur, so Botaniker, in sehr schwer zugänglichen Tälern auf zwei Inseln der Seychellen. Dort liegen die Temperaturen das ganze Jahr über zwischen 24 und 30 Grad, das Wasser plätschert mit angenehmen 26 Grad an den Strand. Die Sonne scheint, in dem Tal am Ende der Welt ist es ruhig. Es gibt Menschen, die stellen sich so das Paradies vor.
Berlin, nun - Berlin ist Berlin. Dort liegt die Jahresdurchschnittstemperatur bei rund zehn Grad, das Wasser der Flüsse und Seen wird eisig. Zum Glück gibt es dort den Botanischen Garten, dort ist es etwas wärmer. Still ist es dort aber auch nicht, die neugierigen Besucher warten schon gespannt auf das seltene Gewächs.
Etwas Wärme und Mystik für die Hauptstadt
Und eben dort, im Berliner Botanischen Garten, wächst nun also diese Seychellenpalme. Das erste Mal seit 80 Jahren passiert so etwas in der Hauptstadt. Bis die Palme eine richtige Palme wird, bis dahin kann es aber noch dauern. 25 bis 50 Jahre dauert es, dann gibt es die ersten Blüten. Immerhin: der erste kleine Wedel ist schon zu sehen. Das macht die Spannungskurve wahrlich erträglicher.
Die Pflanze, die auch «Coco de Mer» genannt wird, ist für Pflanzenliebhaber etwas ganz besonderes. Der Samen kann bis zu 20 Kilogramm wiegen und stellte die Entdecker der Pflanze damals und vor langer Zeit vor ein großes Rätsel. Denn die Samen wurden erst nur am Strand der Seychellen gefunden. Weil man nicht genau wusste, woher diese eigenwilligen Gewächse kommen könnten, glaubte man, sie sei eine Kokosnuss aus den Tiefen des Meeres. Und nun ist sie also in Deutschland, die «Coco de Berlin», wie wir sie von nun an nennen werden.
Was sie dort macht? Ihr Geheimnis. Vielleicht bringt sie ja etwas Wärme mit. Oder zumindest etwas Mystik aus den Tiefen des Ozeans und etwas Schweigen aus den sonnendurchfluteten Täler.
cvd/news.de/dpa
Werden Sie sich die Seychellenpalme ansehen? Diskutieren Sie mit! Sehr geehrte Damen und Herren, SO WAS werde ich mir NIE ansehen! Ich bin schockiert, dass Sie eine solche Abbildung veröffentlichen. Sogar mein (kastrierter!) Kater ist außer sich. Entrüstet, Federkiel P.S.: Trotzdem eine kurze Nebenfrage, gibt es das Teil auch aufblasbar, wenn ja, wo bekomme ich so was?
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