Von Hanns-Jochen Kaffsack
Der Kapitän der «Costa Concordia» gerät immer mehr in die Bredouille. Francesco Schettino soll nach dem Kreuzfahrt-Unglück nicht nur das sinkende Schiff verlassen, sondern in einem Taxi geflüchtet sein - mit den Worten: «Bringen Sie mich hier weg!».
Ältere Fotos zeigen ihn in schicker weißer Kapitänskleidung, braungebrannt und mit Sonnenbrille auf der Kommandobrücke. Francesco Schettino, groß gewachsener Süditaliener, scheint so bestens dem Bild eines Mannes zu entsprechen, der mit seinem 290-Meter-Traumschiff Tausenden Passagieren aus aller Welt die Schönheiten des Mittelmeeres zeigt.
Kapitän der «Costa Concordia» in U-Haft
Doch seit der spektakulären Havarie der «Costa Concordia» Ende vergangener Woche, das mindestens sechs Todesopfer forderte, stimmt das Image des 52-Jährigen aus dem kampanischen Ort Meta di Sorrento bei Neapel nicht mehr. Schettino sitzt in U-Haft. Der Staatsanwalt macht ihm schwerste Vorwürfe, sein als fragwürdig geschildertes Verhalten bei dem Schiffbruch steht im Fokus der Medien.
Was könnte ihn bewogen haben, gefährlich nah an die Insel heranzufahren, wie es der Staatsanwalt ihm vorhält? Und warum hat er nicht von sich aus «SOS»-Alarm gegeben, warum den Kreuzfahrtriesen mitten in der dramatischen nächtlichen Evakuierung verlassen? Seine erste Verteidigung in einem Interview war kurz: Der Felsen, den das Schiff gerammt habe, sei auf keiner Karte verzeichnet gewesen.
Neue Vorwürfe gegen Schettino
Hinzu kommen noch weitere Vorwürfe. Nachdem Schettino die «Costa Concordia» verlassen hatte, soll er in einem Taxi geflüchet sein. Das berichtete die italienische Zeitung Il Fatto Quotidiano. «Bringen Sie mich weg von hier», soll Schettino dem Taxifahrer gesagt haben, der ihn daraufhin mit zu sich nach Hause genommen haben soll. Der Kapitän sei benommen, aber nicht in Panik gewesen, erzählte der Fahrer weiter.
Festgenommen wurde er auch, weil wohl nicht auszuschließen sei, dass er Beweismaterial manipulieren könne, hieß es. Wiederholt von der Küstenwache aufgefordert, für die Evakuierung zurück an Bord zu gehen, soll er nur angeboten haben, die «Blackbox» des Unglücksschiffes zu holen, wie italienische Medien berichteten.
Verdacht der Sabotage
Diese inzwischen gefundenen Aufzeichnungen der Kommunikation auf der Kommandobrücke und mit dem Hafenamt sind es, die den Ermittlern Informationen über den Ablauf der dramatischen Geschehnisse in der Nacht geben. «Die Ermittler verdächtigen ihn, er habe das sabotieren wollen», hielt die Turiner La Stampa dazu am Montag fest. Was den Kommandanten nur noch mehr ins Kreuzfeuer der Kritik bringen könnte.
Schettino ist Spross einer Familie, in der nahezu alle etwas mit Schifffahrt zu tun haben. Vor zehn Jahren trat er in die Dienste der Genueser Reederei Costa Crociere, zu deren schwimmenden Prunkstücken auch die «Costa Concordia» gehörte.
Schettinos erster Job: Offizier für Sicherheit
Verantwortlicher Offizier für die Sicherheit, das war Schettinos erste Aufgabe beim neuen ligurischen Arbeitgeber. Wobei doch gerade die Sicherheit an Bord des Kreuzfahrtschiffes «Costa Concordia» und das Verhalten des Kapitäns während der Evakuierung nun eine Reihe von Fragen aufwerfen, gestellt von betroffenen Augenzeugen und auch von den Ermittlern.
Zum Kommandanten befördert wurde Schettino im Jahr 2006. Was sich dann aber in der Nacht zum vergangenen Samstag nahe der toskanischen Insel Giglio ereignete, brachte jetzt auch seine Reederei dazu, ihm mögliche «Beurteilungsfehler» zuzuschreiben, die «schwerste Folgen» gehabt hätten.
Schettino soll bald verhört werden
Nun sitzt Schettino wegen Fluchtgefahr hinter Gittern und soll schon bald verhört werden. Mit seiner jahrelangen Erfahrung auf See und der Kenntnis vieler Häfen habe die Gefahr bestanden, dass er sich ins Ausland absetzen würde, so Staatsanwalt Francesco Verusio.
Stunden nach dem Desaster und kurz vor der Festnahme hatte Francesco Schettino noch seine Mutter angerufen: «Es ist hier eine Tragödie passiert, bleib' aber ruhig, ich habe noch versucht, die Passagiere zu retten», sagte er einem Bericht des Mailänder Corriere della Sera zufolge.
phs/ruk/news.de/dpa
Es gehört schon sehr viel dazu,so ein Schiff zu versenken.Alle möglichen Gründe kommen in Frage.1.Fahrlässige Tötung in unbnekannter Höhe auf dem ersten Blick.2.Abweichen von der vorgeschriebenen Route!3.Sich aus Feigheit sich davonstehlen!Dieser feige Schurken-Kapitän gehört lebenslänglich in den Knast!Kapitänsehre?Gibt es wohl nicht mehr?Und sowas wie hier nur so aus Jux?Von dem immensen Schaden wegen Bergung,Umweltschutz und so mal abgesehen.Ich bin auch ein Kapitän der Landstraßen und Autobahnen mit meinem 40 Tonner.Ich bin mir auch über die Wirkungen bewußt,die ein Unfall bergen könnte.
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